Meeresschildkröten: Geheimnisvolle Weltenbummler Meeresschildkröten entstanden vor Urzeiten und haben sogar die Dinosaurier überlebt. Sie können ganze Ozeane durchqueren und an den Strand zurückkehren, an dem sie geboren wurden.

Schon gewusst?

Meeresschildkröten können bis zu sieben Stunden unter Wasser bleiben, ohne Luft zu holen. Länger als jeder Wal oder Seehund!

Schwimme mit der Schildkröte!

Tauch mal ab: Diese Meeresschildkröte hat eine Kamera auf ihrem Panzer.

© WWF Australien

Bauplan der Natur

Meeresschildkröten haben sich über Millionen von Jahren ihrem Lebensraum, dem Meer, prima angepasst. Vor allem damit:

• Ihre Beine sind zu großen Paddeln geworden, die je eine oder zwei Krallen tragen.

• •  Über Salzdrüsen an den Augen scheiden sie ständig Salz aus, das die Meeresschildkröten über das Meerwasser aufnehmen und wieder loswerden müssen.

• Ihr Panzer ist viel flacher als der von Landschildkröten,er ist sogar richtig stromlinienförmig. So können sie gut und sogar schnell schwimmen. Im Wasser erreichen sie eine Spitzengeschwindigkeit von über zehn Stundenkilometern. Nachteil: Bei Gefahr können Meeresschildkröten ihren Kopf nicht in den flachen Panzer einziehen.

© Reinhard Dirscherl / naturepl.com / Visuals Unlimited / WWF
© WWF

Von den rund 350 Schildkrötenarten auf der Erde leben nur sieben Arten im Meer. Hier kannst du sie dir anschauen. Die größte ist die Lederschildkröte: Sie kann bis zu 1,8 Meter lang und 500 Kilogramm schwer werden.

Lederschildkröte

Lederschildkröte
© WWF

Echte Karettschildkröte

Echte Karettschildkröte
© WWF

Grüne Meeresschildkröte

Grüne Meeresschildkröte
© WWF

Atlantik-Bastardschildkröte

Atlantik-Bastardschildkröte
© WWF

Unechte Karettschildkröte

Unechte Karettschildkröte
© Isaac VEGA / WWF

Wallriffschildkröte

Wallriffschildkröte
naturepl.com / Doug Perrine / WWF

Oliv-Bastardschildkröte

Oliv-Bastardschildkröte
© naturepl.com / Solvin Zankl / WWF

Zum Eierablegen zurück zum Geburtsort

Die Meeresschildkröten legen meistens dort ihre Eier ab, wo sie vor vielen Jahren selbst geschlüpft sind. Doch wie nur können sie sich den Weg zurück zu ihren Geburtsstränden merken? Manchmal viele Tausend von Kilometer entfernt? 

Erkennen die Tiere die Meeresströme? Den Salzgehalt des Wassers? Oder das Magnetfeld der Erde? Hier gibt es noch ganz viel zu erforschen!

Schildkröteneier sind je nach Schildkrötenart unterschiedlich groß, die größten sind größer als Tischtennisbälle. Mutter Meeresschildkröte kommt nachts an den Strand, gräbt ein etwa halben Meter tiefes Loch am Strand, legt rund 100 Eier hinein und deckt das Nest wieder mit Sand zu.

Das ist Schwerstarbeit! Das Ausbrüten überlässt sie dann der Sonne und dem warmen Sand. Von der Temperatur hängt es meist ab, wer zur Welt kommt: Wenn's kühler ist, werden es mehr Männchen, wenn's wärmer ist, mehr Weibchen.

© WWF

Frisch geschlüpft

© WWF

Die Kleinen müssen kräftig buddeln

© WWF

Nach etwa zwei Monaten schlüpfen die kleinen Meeresschildkröten. Bis sie sich komplett aus dem Nest gebuddelt haben, können noch einmal zwei bis vier Tage vergehen.

Dann suchen sich die nur wenige Zentimeter langen Kleinen ihren Weg zum Wasser. Der ist oft 10, 20 oder mehr Meter entfernt, und er führt über Sand und Kieselsteine. Das ist sehr anstrengend für die Winzlinge. Vögel und streunende Hunde können ihnen dabei gefährlich werden.

© Donné Beyer
© WWF

Nur ein Teil erreicht das Wasser. Aber auch dort sind sie nicht in Sicherheit. Im Wasser warten schon Fische auf die „Leckerbissen“. Von Tausend geschlüpften Schildkrötchen überlebt daher nur etwa ein einziges, bis es erwachsen ist.

Was fressen die Meeresschildkröten? Je nach Art und Lebensabschnitt Plankton, Algen, Seegras, Muscheln, Schnecken, Fischeier, Quallen, Korallen, Tintenfischen, Krebstieren, Krabben und noch manch anderes mehr.

Die Rote Liste sagt: Alle Meeresschildkröten sind "bedroht", einige sogar "vom Aussterben bedroht". Warum?

Gefahren für Meeresschildkröten

© WWF

Alle sieben Meeresschildkrötenarten sind streng geschützt. Trotzdem sterben jedes Jahr viele tausend von ihnen, weil sie sich als Beifang in Fischernetzen verheddern und an den Haken der Langleinen-Fischerei hängenbleiben und dann ertrinken. Außerdem werden Eiablagestrände gestört oder bebaut.

Meeresschildkröten sterben auch durch herumtreibende Plastiktüten oder andere Plastikdinge: Die Tiere verwechseln sie mit ihrer Lieblingsspeise, den Quallen, verschlingen sie und können sie nicht verdauen.

© Ron Wooten / MarinePhotobank

So hilft der WWF

© Donné Beyer

• Mit Hilfe des WWF wurden an vielen Niststränden wie in Brasilien, in der Türkei oder auf den Kapverdischen Inseln Schutzgebiete eingerichtet. Auf dem Bild helfen Schildkrötenfreunde im türkischen Cirali frisch geschlüpften Jungen aus dem Nest.

• Der WWF kümmert sich auch darum, dass nicht mit irgendwelchem Schnickschnack aus Schildkrötenpanzern Geld verdient wird.

• Er setzt sich auch für schildkrötenfreundliche Fischfangmethoden ein. So können Fangnetze mit Fluchtfenstern ausgerüstet werden, durch die Meeresschildkröten und andere Tiere, die nicht gefangen werden sollen, entkommen können. Und die Tiere sich nicht mehr im Netz verheddern wie auf unserem Bild oben.

© Nikolas Beyer
© WWF

• Auch im Südpazifik überwacht der WWF Meeresschildkröten und Niststrände. Dazu werden Schildkröten mit GPS-Sendern markiert. So erfährt man, wie und wo die Tiere im Meer wandern. Ziel ist es, die Meeresschildkröten auf ihren Wanderungen besser vor den Gefahren durch die Hochseefischerei zu schützen.

• Der WWF kümmert sich auch darum, dass nicht mehr so viel Plastikmüll im Meer landet. Außerdem setzt er sich für mehr Klimaschutz ein, damit die Korallenriffe überleben, die Speisekammer vieler Meeresschildkröten.

© WWF

So kannst du helfen

Verzichte im Urlaub auf Andenken aus Meeresschildkröten. Vermeide Plastikmüll. Und unterstütze den WWF beim Klimaschutz.

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