Asiatische Elefanten

Auf geht's nach Südostasien, in die großen Gras- und Buschlandschaften und in die letzten Regenwälder. Dort leben die größten Landtiere von ganz Asien: Die Asiatischen Elefanten.

Das machen Elefanten gerne:

Viel trinken, baden und sich mit dem Rüssel abduschen. Deshalb brauchen sie täglich einen Zugang zu einer Wasserstelle.
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Asiatischer oder Afrikanischer Elefant?
So kannst du sie unterscheiden:

© WWF

Asiatische Elefanten

  • Die meisten Bullen (Männchen) besitzen sichtbare Stoßzähne. Kühe (Weibchen) haben in der Regel keine Stoßzähne.
  • An der Rüsselspitze sitzt ein Greiffinger.
  • Die Ohren sind etwas kleiner.
  • Der Rücken ist stärker gebogen.
  • Auf der Stirn sitzen zwei kleine Höcker.
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Afrikanische Elefanten

  • Kühe und Bullen tragen große, verlängerte Schneidezähne, die Stoßzähne.
  • An der Rüsselspitze sitzen zwei Greiffinger.
  • Die Ohren sind etwas größer.
  • Der Rücken ist schwächer gebogen.
  • Die Stirn ist flach.
© Kuiburi Nationalpark Thailand / WWF Greater Mekong

Asiatische Elefanten leben in 13 Ländern Asiens: Bangladesch, Bhutan, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Sri Lanka, Thailand und Vietnam. Die meisten gibt es in Indien.

Schon gewusst?

Es gibt drei Unterarten des Asiatischen Elefanten: Sie heißen Sri-Lanka-Elefant, Indischer Elefant und Sumatra-Elefant. Die Wissenschaft ist sich nicht einig, ob der Borneo-Zwergelefant (im Bild) eine eigene Unterart ist.

© Aaron Gekoski / WWF USA

So leben Asiatische Elefanten

@ Kui-Buri-Nationalpark / Wayuphong JITVIJAK / WWF Thailand
© Richard Barrett / WWF

Elefantenhunger

Um satt zu werden, müssen Elefanten jede Menge Grünzeug fressen – täglich bis zu 150 Kilogramm. Das entspricht dem Gewicht von etwa 30 Wassermelonen. Elefanten fressen hauptsächlich Gräser, Wurzeln, Blätter, Früchte und Rinde.

Wunderwerkzeug Rüssel

Elefanten können mit ihrem Rüssel nicht nur atmen und riechen. Sie nutzen ihn auch, um nach Nahrung zu greifen und um Wasser aufzusaugen. Das Wasser spritzen sie sich anschließend in den Mund oder auf den Körper.

Mit dem Rüssel werden Familienmitglieder begrüßt und gestreichelt. Bullen nutzen ihn im Kampf mit anderen Männchen, um ihnen zu drohen. Manchmal greifen Elefanten mit dem Rüssel nach kleinen Ästen und kratzen sich damit an juckenden Stellen. Sie können aber auch größere Äste und sogar Baumstämme aufheben und aus dem Weg räumen. Elefanten können ihre Rüssel sogar etwas dehnen und verlängern, wenn es nötig ist.

Zum Trompeten ist der Rüssel ebenfalls bestens geeignet. Das machen Elefanten zum Beispiel, wenn sie sich gestört fühlen oder aufgeregt sind. Elefantenbabys müssen erst noch lernen, richtig zu trompeten. Das dauert etwa zwei bis drei Monate.

 

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@ Kuiburi Nationalpark / Wayuphong JITVIJAK / WWF Thailand

Frauenbande

Elefantenkühe leben mit ihrem Nachwuchs in einer Gruppe von bis zu 30 Tieren. Angeführt wird sie von der erfahrensten Kuh, der Leitkuh. Sie bringt die Familie an Orte, an denen es Wasser und Nahrung gibt. Die Bullen verlassen ihre Familie im Alter von 10 Jahren und leben dann allein oder mit anderen Männchen zusammen. Sie stoßen nur zur Paarung zu den Weibchen.

Elefantenkinder

22 Monate nach der Paarung bringen Elefantenkühe ein einzelnes Kalb zur Welt. Bei der Geburt wiegt es bereits 100 Kilogramm. Tanten und Geschwister helfen, das Elefantenkind aufzuziehen. Das Jungtier wird etwa drei Jahre lang von seiner Mutter gesäugt.

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Schon gewusst?

Elefanten kümmern sich liebevoll um kranke oder verletzte Familienmitglieder. Sie bringen ihnen Nahrung, versorgen Wunden und trösten sie mit Streicheleinheiten. Elefanten trauern, wenn ein Familienmitglied stirbt.

© Karl Egloff / WWF USA

Um in neue Gebiete zu gelangen, durchqueren Elefanten selbst breite Flüsse. Sie können hervorragend schwimmen.

Manchmal tauchen sie dabei ganz unter und verwenden ihren Rüssel wie einen Schnorchel.

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Bauplan der Natur

© WWF

Asiatische Elefantenbullen sind bis zu 6.000 Kilogramm schwer und bis zu 3,4 Meter hoch (Schulterhöhe).

Asiatische Elefantenkühe werden bis zu 4.160 Kilogramm schwer und bis zu 2,4 Meter hoch.

Große Ohren: Elefanten können sehr gut hören. Mit ihren gut durchbluteten Ohren können sie außerdem ihre Körpertemperatur regulieren. Wenn sie mit ihnen hin- und herwedeln, geben sie Körperwärme ab und kühlen sich so.

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Dicke Haut: Sie ist bis zu zweieinhalb Zentimeter dick und enthält keine Schweißdrüsen. Elefanten können also nicht schwitzen. Die Hautfarbe ist je nach Unterart dunkelgrau bis braun. Einige Elefanten haben rosa Flecken auf einigen Körperteilen.

 

Der Schwanz: An dessen Spitze befindet sich eine Quaste aus Haaren.

Starke Zehen: Elefanten sind Zehengänger. Hinter den Zehen sitzt ein dickes Polster. So lastet nicht das ganze Gewicht der Elefanten auf ihren Zehen. Die Vorderfüße haben je fünf Zehen, die Hinterfüße je vier Zehen.

 

 

© Stephen Hogg / WWF Malaysia

Die Augen: Elefanten können nicht so gut sehen wie wir Menschen.

Stoßzähne: Für den Asiatischen Elefanten sind Stoßzähne nicht so wichtig. Elefantenkühe haben keine und führen ganze Gruppen an. Die
meisten Elefantenbullen haben Stoßzähne.

© natureplcom / Tim Laman / WWF
© WWF Indonesien

Kräftiger Rüssel: Er ist aus der Oberlippe und Nase gebildet und wird von vielen Tausenden Muskeln durchzogen. Dadurch ist er sehr stark und beweglich. An der Spitze des Rüssels sitzt ein Greiffinger, mit dem Nahrung oder kleinere Äste gegriffen werden.

Schon gewusst?

Elefanten kauen ihre Nahrung auf den vorderen Backenzähnen. Sind diese abgenutzt, fallen sie aus. Die nächsten Backenzähne schieben sich nach vorne. Dahinter wachsen schon die nächsten Zähne. Auf diese Weise bekommen Elefanten sechsmal in ihrem Leben neue Zähne. Sind auch die letzten Zähne abgenutzt, ziehen Elefanten in sumpfige Gebiete, wo sie weiche Nahrung finden und später auch sterben.

Asiatische Elefanten in Not

Warum sind sie bedroht?
© Aaron Gekoski / WWF USA

Vor rund 100 Jahren lebten etwa 100.000 Asiatische Elefanten in freier Wildbahn. Heute sind es höchstens noch 50.000 Tiere.

 

© WWF

Die Rote Liste sagt: Asiatische Elefanten sind „stark gefährdet“.

Mehr über die Rote Liste und die verschiedenen Gefährdungsstufen erfährst du hier.

Wie konnte es dazu kommen? Was bedroht die Asiatischen Elefanten noch heute?

Verlust von Lebensräumen

© Shutterstock

In Asien werden immer mehr Regenwälder abgeholzt. Es entstehen neue Siedlungen, Straßen, Bahnlinien und Felder, zum Beispiel zum Anbau von Tee, Kaffee und Ölpalmen. Dadurch verlieren die Elefanten ihren Lebensraum oder ihre Wanderrouten werden durchtrennt. Für die Elefanten wird es immer schwieriger, in neue Gebiete zu gelangen, in denen sie Nahrung finden und ungestört leben können.

Wilderei

Elefanten gelten in vielen Ländern Asiens als heilig. Trotzdem werden noch immer viele Asiatische Elefanten gewildert. Die Wilderer
töten die Elefanten, um an ihre Stoßzähne zu gelangen und diese illegal zu verkaufen. Auch Elefantenkühe und -kälber werden getötet. Ihre Haut wird zum Beispiel in Cremes verarbeitet. Menschen in Myanmar oder China glauben, dass die Elefantenhaut menschliche Hautkrankheiten heilen kann. Das ist wissenschaftlich aber nicht bewiesen.

Illegaler Handel mit Elfenbein

Die Stoßzähne der Elefanten bestehen aus Elfenbein. Daraus werden bereits seit vielen Jahrhunderten Schmuck, Schnitzereien, Skulpturen und andere Dinge gefertigt. Der Handel mit Elfenbein ist auf der ganzen Welt verboten. Allerdings werden Wilderei und illegaler Handel überall auf der Welt unterschiedlich bestraft. In einigen Ländern kommen die Täter nicht einmal ins Gefängnis. So besteht für sie leider kein großes Risiko.

 

Konflikte zwischen Menschen und Elefanten

© Thomas Cristofoletti / WWF

Auf der Suche nach Nahrung oder ihren ursprünglichen Wanderrouten gelangen Elefanten immer häufiger auf landwirtschaftliche Flächen. Sie fressen die Ernte oder trampeln Hütten und Pflanzen nieder. Für die Bäuerinnen und Bauern ist so ein „Besuch“ von Elefanten ein großes Problem. Manche versuchen darum, Elefanten zu vergiften oder zu erschießen. Hier untersucht ein Bauer den Schaden auf seiner Ananasplantage.

Der WWF im Einsatz

Elefantenschutz in Thailand
© Thomas Cristofoletti / WWF

Im Kui-Buri-Nationalpark in Thailand leben rund 240 Asiatische Elefanten. Hier sind die Elefanten vor Wilderei recht sicher. Allerdings kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen den Elefanten und den Bäuerinnen und Bauern, die um den Park herum leben und arbeiten. Immer wieder verlassen Elefanten den Park und fressen vor allem Ananas auf den Feldern. Sie vernichten ganze Ernten und verwüsten in kürzester Zeit große Flächen.

@ Kui-Buri-Nationalpark / Wayuphong JITVIJAK / WWF Thailand

Unser Plan:

Wir wollen die Asiatischen Elefanten und ihren Lebensraum schützen. Im Kui-Buri-Nationalpark bemühen wir uns seit 2005, Konflikte zwischen Elefanten und Menschen zu verhindern. Einerseits setzen wir uns dafür ein, dass die Elefanten im Nationalpark genug Nahrung finden. Andererseits behalten wir sie ganz genau im Blick. Wir wollen frühzeitig erkennen, wann ein Elefant den Park verlassen möchte, um dann schnell eingreifen zu können. Es gibt viel zu tun.

Ein Wohlfühlort für Elefanten

© Thomas Cristofoletti / Ruom for WWF

Der WWF setzt sich dafür ein, dass sich die Elefanten im Nationalpark wohlfühlen. Denn dann verlassen sie den Park erst gar nicht. Dafür werden große Flächen Grasland, sieben Salzleckstellen und zehn Wasserlöcher angelegt. Das kommt auch anderen Tieren zugute, zum Beispiel Gauren (Rindern), Sambars (großen Hirschen), Muntjaks (kleinen Hirschen) und Wildschweinen. Hier wird eines der Wasserlöcher im Nationalpark gereinigt.

Neuerdings kommen bei der Überwachung der Elefanten auch Drohnen zum Einsatz. Sie fliegen entlang der Parkgrenzen und ermöglichen den Rangerinnen und Rangern eine Überwachung aus der Luft.

© Thomas Cristofoletti / WWF
© Thomas Cristofoletti / WWF USA

Das Frühwarnsystem

Der Kui-Buri-Nationalpark hat eine Fläche von fast 1.000 Quadratkilometern und ist damit ungefähr so groß wie Berlin. In einem so großen Gebiet ist es nicht möglich, die Elefanten allein durch Rangerinnen und Ranger zu überwachen. Deswegen kommen Kamerafallen zum Einsatz. An den Grenzen des Parks sind 30 Stück angebracht. Sie fotografieren Elefanten, die den Park verlassen möchten, und schicken die Bilder und die Daten des Standortes automatisch an die Smartphones der Nationalparkrangerinnen und -ranger.

© Thomas Cristofoletti / WWF USA
© Thomas Cristofoletti / WWF USA

Die Rangerinnen und Ranger können dann sofort dahin aufbrechen und die Elefanten zurück in den Nationalpark drängen. Dazu benutzen sie zum Beispiel Feuerwerkskörper. Diese sollen die Elefanten etwas erschrecken und sie dazu bewegen, umzukehren.

Du möchtest dich für den Schutz der Asiatischen Elefanten einsetzen?
Folge dem Elefantenflüsterer
© GettyImages + WWF

Du willst noch mehr über Elefanten erfahren?

Für WWF Junior Mitglieder ab 8 Jahren gibt es weitere spannende Infos im neuen WWF Junior Magazin 5/22.

Schau dir die Karte an, wo Asiatische Elefanten überall vorkommen. Erfahre von Elefantenexpertin Susanne, wie die Dickhäuter mit ihrem Rüssel Geräusche machen und probiere unseren Kochtipp zu Kokos-Klebreis mit Mango.

Und mach mit bei unserem Quiz zum Asiatischen Elefanten. Mit etwas Glück gewinnst du ein Schulrucksack-Set der WWF-Kollektion von coocazoo.

Das Magazin für Minis: Komm mit zu den Asiatischen Elefanten

Als WWF Junior Mitglied bis 7 Jahre zeigen wir dir in deinem WWF Junior Magazin Mini 5/22, wie Asiens größte Landtiere leben und was sie alles mit ihrem Rüssel anstellen können.

Erfahre von Ranger Naret, wie es den Elefanten im Kui-Buri-Nationalpark geht – und was für ein elefantöses Erlebnis er in seiner Hängematte hatte. Elefantenexpertin Susanne verrät, ob Elefanten einen Schnupfen bekommen können.

Male unsere Elefantenbilder bunt an und bastle einen Elefanten aus Pappkarton. Ein Bild von deinem Papp-Elefanten kannst du in unsere Bildergalerie hochladen. Wir freuen uns drauf.

© GettyImages + WWF
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