Plastikmüll im Meer Plastik vermüllt unsere Meere und gefährdet viele Tiere. Heute haben zwei Drittel der Seevögel bereits Plastikmüll in ihrem Magen. Warum ist das so – und was können wir dagegen tun? Wir sagen es dir.

Hast du am Strand schon mal Plastiksachen gefunden oder bist du sogar schon mal beim Schwimmen im Meer gegen ein Plastikteil gestoßen? Leider kommt das immer öfter vor. Denn jeden Tag entstehen auf der Welt riesige Mengen Müll, ein Großteil davon besteht aus Plastik.

Warum landet so viel Plastik als Müll im Meer? Unser Freund Jaques bekommt es heraus ...

Jaques entdeckt: Wie kommt der Plastikmüll ins Meer?

© Deutsches Meeresmuseum und WWF

So kommt der Plastikmüll ins Meer

1. In vielen Ländern, besonders in den ärmeren, gibt es keine richtige Müllentsorgung. Deshalb landet der Müll oft in der Natur, in Flüssen oder direkt im Meer. Auch an Stränden auf der ganzen Welt wird viel Müll liegen gelassen oder direkt ins Wasser geworfen.

 

© naturepl.com / Jordi Chias / WWF

2. Obwohl es auf der ganzen Welt verboten ist, kippen viele Schiffe ihren Müll ins Meer. Manchmal verlieren sie auch einzelne
Ladungen oder ganze Container. Auch Fischernetze gehen zu oft über Bord – und werden als Geisternetze zur tödlichen Gefahr für Seevögel und Meerestiere.

3. Fleecepullis und viele andere Kleidungsstücke bestehen aus künstlichen Fasern. Bei jedem Waschen verlieren sie welche. Diese Fasern gelangen trotz der Filter in Waschmaschinen und Kläranlagen ins Meer.

© WWF
© WWF

4. Sachen zum Waschen wie Duschgel oder Shampoo sowie Kosmetikprodukte enthalten Mikroplastik. Über das Abwasser gelangen die winzigen Plastikkügelchen ins Meer. Auch Autoreifen verlieren beim Fahren Mikroplastik.

Sooo viel Plastik

In den Ozeanen gibt es jetzt schon unvorstellbar viel Plastik, vermutlich bis zu 120 Millionen Tonnen. Jede Minute kommt eine ganze Lastwagenladung voll Plastikmüll hinzu, das haben Fachleute in den USA ausgerechnet.
© Shutterstock / Rich Carey / WWF

Schon gewusst?

Das bisher produzierte Plastik reicht aus, um die Erde 6-mal mit Plastikfolie einzupacken.

Die Plastikflut ist eines der größten weltweiten Probleme – nicht nur für die Natur und Tiere, sondern auch für uns Menschen.

© Nick Pumphrey

Plastik ist schon überall

Oktopus mit Klebeband

Oktopus mit Klebeband
© Danika Head / WWF Australien

Seebär mit Plastikschnur um den Hals

Seebär mit Plastikschnur um den Hals
© Martin Harvey / WWF

Meerassel mit Plastikdraht

Meerassel mit Plastikdraht
© Wolf Wichmann

Basstölpel brüten auf Geisternetzen

Basstölpel brüten auf Geisternetzen
© Wolf Wichmann

Qualle mit Plastikfolie

Qualle mit Plastikfolie
© WWF Adria / Matko Pojatina

Fisch mit Plastiktüte

Fisch mit Plastiktüte
© Wolf Wichmann

Warum ist Plastik im Meer gefährlich?

1. Plastik verrottet nur langsam und bleibt deshalb extrem lange im Wasser. Ganz grob geschätzt: eine Plastiktüte bis zu 20 Jahre, eine Plastikflasche sogar noch sehr viel länger.

2. Mikroplastik zieht wie ein Magnet verschiedene Gifte an und speichert sie.

© Wolcott Henry 2005 / MarinePhotobank
© Liquid-Productions / LLC / MarinePhotobank

3. Tiere fressen Plastik: Mikroplastik-Teilchen sind so klein, dass sie selbst von tierischem Plankton aufgenommen werden, dem ersten Glied der Nahrungskette. Meeresschildkröten halten herumschwimmende Plastiktüten oder Plastikflaschen für Quallen und fressen sie.

Die aufgefressenen Plastikteile können den Magen verstopfen, ohne das Tier zu ernähren. Seevögel und Meerestiere verhungern mit einem plastikgefüllten Magen. Auch die Giftstoffe im Plastik können Tiere krank machen und töten.

© Ron Wooten / MarinePhotobank
© Kanna Jones / Marine Photobank

4. Besonders größere Arten wie Seehunde, Delfine, Meeresschildkröten und Seevögel verheddern sich in Geisternetzen, verletzen sich und ertrinken.

5.  Plastik zerstört auch Lebensräume von Tieren – vor allem Korallenriffe, Tangwälder, Seeberge oder Küsten. Zum Beispiel legen sich Plastiktüten über Korallenriffe und schädigen die vielen empfindlichen Lebewesen dort.

© Jürgen Freund / WWF

Was der WWF tut

Wir wollen mithelfen, dass künftig kein Plastikmüll mehr unkontrolliert in die Umwelt kommt. Deshalb arbeitet wir besonders in den Ländern, wo Plastikmüll noch nicht richtig entsorgt wird und im Meer landet.
© Picture Alliance
© Andy Ching / WWF

Mit den Menschen in diesen Ländern wollen wir dafür sorgen, dass der Müll künftig regelmäßig eingesammelt, getrennt und recycelt wird. Außerdem sammeln wir Müll an Stränden und auf Korallenriffen ein.

Wir sorgen auch dafür, dass immer mehr Menschen Bescheid wissen über die Probleme mit Plastikmüll. Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass in allen Ländern bessere Gesetze gemacht werden, damit genug Geld für das Einsammeln und Sortieren von Müll vorhanden ist.

© Georgina Goodwin / Shoot The Earth / WWF UK
© naturepl.com / Sue Daly / WWF

Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass Einwegplastik möglichst überall genauso vermieden wird wie Mikroplastik.

Und damit Schiffsmüll nicht mehr im Ozean landet, möchten wir, dass Schiffe häufiger kontrolliert werden. Außerdem soll für die Schiffe das Entsorgen ihres Mülls an Land attraktiver werden. Zum Beispiel, indem Fischer dafür eine Belohnung erhalten.

© greenpicture / Martin Siegel
© WWF

Du willst mehr über Plastik wissen?

Für WWF Junior-Mitglieder gibt es noch mehr spannende Infos zum Thema Plastik im neuen WWF Junior Magazin 1/18 – zum Beispiel alles über Müllstrudel und ein Interview mit dem WWF-Plastikexperten Bernhard. Außerdem kannst du unseren coolen Typentest machen und erfahren, ob du Neuling, Umweltschützer oder Weltretter bist.

Natürlich kannst du sofort selber aktiv werden: Nimm die Herausforderung der Woche an und erzähle eine Woche lang jeden Tag einer anderen Person davon, was Plastik mit unserer Umwelt macht. Unsere Liste zum Herunterladen hilft dir dabei.

 

 

Als WWF Junior Mini erfährst du in deinem WWF Junior Magazin Mini 1/18, wo Plastik überall vorkommt und was Greta mit ihrem Opa am Strand erlebt.

Außerdem kannst du mit unserem tollen Spiel "Ab in die Tonne" herausfinden, in welche Tonnen Plastik und anderer Müll gehören. Du kannst das Spiel auch hier herunterladen.

Die passenden Müllkärtchen dazu findest du, wenn du hier klickst. Du brauchst sie dann nur noch auszuschneiden. Viel Spaß!

© WWF

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