Gefährliche Wilderei: Was wir dagegen tun können Die Wilderei ist eine wachsende Gefahr für Nashörner, Elefanten, Tiger und viele andere Tierarten. Der WWF hat deshalb seinen Einsatz in Afrika und Asien verstärkt, um Wildtiere besser zu schützen. Vor allem Wildhüter sind dabei unsere Verbündeten.

Ein Beispiel von ganz vielen

© Brent Stirton / Getty Images / WWF UK

Diesem Nashorn-Weibchen haben Wilderer das Horn und Teile des Schädelknochens entfernt. Das Weibchen wurde am nächsten Tag gefunden, wie es unter großen Schmerzen umher wanderte. Wie durch ein Wunder hat das Tier überlebt und wurde tierärztlich versorgt. Anschließend hat es sich mit einem Nashorn-Bullen zusammengetan, der sie begleitet.

 

Wo wird gerade besonders schlimm gewildert?

Vor allem in Afrika. Neben Nashörnern werden auch Afrikanische Elefanten immer öfter von Wilderern getötet, um ihre Stoßzähne aus Elfenbein teuer zu verkaufen. Im Bild siehst du Stoßzähne, die Wilderern abgenommen wurden.

© WWF
© WWF

Auch Schuppentiere, Meeresschildkröten und viele andere Tier- und Pflanzenarten müssen sterben, weil kriminelle Banden sie zu Geld machen.

Hinzu kommt, dass es leider immer mehr Menschen gibt, die für gewilderte Tiere oder deren Körperteile viel Geld zahlen, zumeist in Asien. Dort gibt es Märkte und Geschäfte wie das im Bild, wo Wildtiere angeboten werden.

Warum kauft jemand Elfenbein oder Tigersachen?

Manche Leute hängen sich einen Stoßzahn an die Wand oder ein Tigerfell übers Sofa, um damit anzugeben. Außerdem wird aus Elfenbein teurer Schmuck geschnitzt.

© Jamie Cotten / IFAW / WWF US
© WWF

Das Horn der Nashörner ist inzwischen teurer als Gold, weil es zum Beispiel angeblich Krankheiten heilen würde. Das ist aber Unsinn. Nashornpulver besteht fast nur aus Keratin, dem gleichen Stoff wie deine Fuß- und Fingernägel.

Trotzdem geben manche Menschen vor allem in Asien eine Unmenge Geld für ein bisschen Nashornpulver aus. Auch Körperteile von Tigern und Löwen werden dort für viel Geld als Heilmittel gegen Krankheiten verkauft.

 

© Edward Parker / WWF

Was Zoll und Polizei schon alles von Schmugglern beschlagnahmt haben:

Elefantenfüße

Elefantenfüße
© WWF

Tigerköpfe

Tigerköpfe
© Jamie Cotten / IFAW / WWF USA

Affenschädel

Affenschädel
© Jamie Cotten / IFAW / WWF USA

Saigahörner

Saigahörner
© Hartmut Jungius / WWF

Eisbärtatzen

Eisbärtatzen
© Jamie Cotten / IFAW / WWF USA

Wilderei ist nicht erlaubt. Warum wird trotzdem gewildert?

1. Mit dem verbotenen Verkauf von Elfenbein, Nashorn-Horn, Tigerknochen und den Körperteilen vieler anderer Tierarten können Wildererbanden unglaublich viel Geld einstreichen. Denn weltweit gibt es genug Menschen, die dafür eine Menge Geld bezahlen.

2. Besonders in armen Ländern verlockt die Aussicht auf viel Geld Menschen dazu, mit der Wilderei etwas zu verdienen, denn in vielen Regionen haben die Menschen keine Arbeit. Manche Wilderer wissen auch gar nicht, welchen Schaden sie der Natur zufügen. Zum Beispiel, wenn sie Schlingfallen einsetzen (im Bild unten).

© Mac Stone / WWF USA

3. In vielen armen Ländern wird außerdem zu wenig aufgepasst. Es mangelt an Wildhütern, aber auch an Polizisten. Wilderer werden kaum verfolgt. und die wenigen vorhandenen Wildhüter sind oft nur schlecht ausgerüstet. Wird ein Wilderer mal erwischt, wird er bislang in vielen Ländern auch kaum bestraft.

Gibt es noch andere Gründe für Wilderei?

Ja. Viele große Tiere wie Elefanten oder Raubtiere werden auch von Menschen gejagt, weil sie ihre Siedlungen, sie selbst oder ihre Nutztiere bedrohen. Das kommt immer öfter vor, weil Menschen zunehmend Äcker, Viehweiden und Siedlungen dort anlegen, wie zum Beispiel Elefanten, Löwen oder Tiger natürlich leben. Auf dem Bild rechts siehst du zum Beispiel den Wassertank eines Dorfes in Namibia, den ein Elefant kaputtgemacht hat.

 

© Jo Benn / WWF
© WWF

Raubkatzen reißen Nutztiere wie Rinder oder Schafe. Das ist für die meist armen Bauern ein großer Verlust. Einige von ihnen verfolgen aus diesem Grund Großkatzen und erschießen oder vergiften sie.

 

Was tut der WWF?

© Ola Jennersten / NIBL / WWF

1. Wir bekämpfen die Wilderei vor Ort
Der WWF kümmert sich darum, dass mehr Wildhüter auf die Wildtiere aufpassen, dass sie außerdem besser ausgebildet und ausgestattet werden, um zum Beispiel gefährliche Drahtschlingen der Wilderer zu finden und zu entfernen.

© Martin Harvey / WWF
© Sumanth Kuduvalli / Felis Creations / WWF

Dass sie ausgebildete Suchhunde einsetzen können, um Wilderer oder getötete Wildtiere aufzuspüren. Oder Fotofallen installieren können zum Überwachen der Wildtiere wie im Bild unten.

Außerdem informieren wir die Menschen in Schutzgebieten, wie wichtig die Wildtiere auch für sie sind – und wie Wilderei ihnen schadet. Denn wo es weniger Wildtiere gibt, kommen zum Beispiel weniger Touristen, die das Geld bringen, von dem Einheimische leben können.

© Simon Rawles / WWF UK
© Ola Jennersten / WWF Schweden

2. Wir bekämpfen den kriminellen Handel
Elfenbein und Nashorn-Horn wird mit Lastwagen, Schiffen und Flugzeugen von Afrika nach Asien transportiert. Das soll künftig verhindern werden. Durch bessere Kontrollen von Straßen, Häfen und Flughäfen.

3. Wir bremsen die Nachfrage
Vor allem in asiatischen Ländern wie China, Vietnam und Thailand informiert der WWF viele Menschen darüber, was Wilderei für Schäden in der Natur anrichtet. Oder dass zum Beispiel Nashorn-Horn (im Bild ein kleines Stück auf einem Markt) wirklich keine Medizin ist. Und dass man seinen Reichtum nicht durch den Kauf von Elfenbein zeigen muss.

© Robert Patterson / WWF
Auch durch unsere Hilfe ist der Bestand an Nashörnern, Elefanten und anderen Wildtieren in den letzten Jahrzehnten wieder angewachsen. Das ist ein toller Erfolg. Doch den müssen wir jetzt gegen die Wilderer verteidigen!
© Mac Stone / WWF USA

Mit deiner WWF-Mitgliedschaft unterstützt du uns bei unserer Arbeit gegen Wilderei.

Was du noch tun kannst

Kaufe im Urlaub die richtigen Souvenirs. Verzichte auf Andenken aus Elfenbein, Schlangenhaut oder bedrohten Korallen. Was du noch liegen lassen solltest und was du stattdessen mitbringen kannst, erfährst du hier.