Welt ohne Bienen? Ohne uns! Äpfel, Kirschen, Himbeeren, Melonen, Gurken, Tomaten, Möhren oder Erbsen – all diese Früchte und Gemüse und noch viele mehr haben wir den Bienen zu verdanken. Denn sie bestäuben deren Blüten.

Was heißt Bestäuben?

© Ola Jennersten / WWF Schweden

Viele Pflanzen müssen bestäubt werden. Nur so können sie sich fortpflanzen. Das heißt, der Blütenstaub der Pflanze, der Pollen, muss vom Blütenboden auf den Stempel gelangen. Diesen Transport übernehmen Bienen und andere Insekten. Die Pflanzen locken sie mit einem tollen Duft, bunten Blüten und süßem Nektar an.

Wenn die Biene mit ihrem Rüssel den köstlichen Saft einer Blüte schlürft, bleibt Blütenstaub im Pelz der Biene hängen und wird von ihr zur nächsten Blüte getragen. Auf diese Weise bestäubt sie die Pflanzen und die Pflanzen können sich vermehren. Die Blüte ist bestäubt, die Biene satt – ein guter Tausch.

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Schon gewusst?

Auch andere Tiere bestäuben Pflanzen auf ähnliche Weise: Käfer, Schmetterlinge, Schwebfliegen und sogar Fledermäuse.

Oh wie fleißig!

Eine Biene besucht pro Sammelflug etwa 100 Blüten. Bei zehn Sammelflügen pro Tag sind das 1.000 Blüten. Jetzt kannst du ausrechnen, wie viele Blüten Tausende von Bienen aus einem Bienenstock an einem einzigen Tag bestäuben können. Es sind Millionen!

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Schon gewusst?

In Deutschland gibt es nur eine Art der Honigbiene, aber rund 560 Wildbienenarten.

Ein paar dieser Wildbienen kannst du hier anschauen.

Die Mai-Langhornbiene

Die Mai-Langhornbiene
© Ola Jennersten / WWF Schweden

Die Frühe Langhornbiene

Die Frühe Langhornbiene
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Die Dunkle Erdhummel

Die Dunkle Erdhummel
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Die Scherenbiene

Die Scherenbiene
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Die Sandbiene

Die Sandbiene
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Die Pelzbiene

Die Pelzbiene
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Die meisten Wildbienenarten leben allein und nicht im Bienenstock eines Imkers. Sie kümmern sich nur um sich selbst und um ihren Nachwuchs. Wildbienen bauen ihre Nester in der Erde, in altem Holz, in Mauerspalten oder Pflanzenstängeln.

Dort hinein legen die Weibchen im Sommer íhre Eier. Sie füllen die Nester mit Blütennektar als Nahrung für den Nachwuchs und verschließen sie. Aus den abgelegten Eiern entwickeln sich Larven, die sich dann zu Bienen verpuppen. Im nächsten Frühjahr oder Sommer schlüpfen sie aus dem Nest.

Wildbienen sammeln Pollen und Nektar oft nur von sehr wenigen Pflanzen, manchmal sogar nur von einer einzigen Pflanzenart.

Auch Hummeln gehören zu den Wildbienen

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Hummeln sind etwas größer als Honigbienen und wirken kräftiger. Sie haben außerdem einen dichteren Pelz und einen längeren Saugrüssel. Hummeln können in einem Volk leben oder einzeln. Oft fliegen sie auch bei schlechtem Wetter aus, um Blüten zu bestäuben. Seit einigen Jahrzehnten werden Hummeln als Bestäuber von Obst und Gemüse in Gewächshäusern eingesetzt – vor allem bei Tomaten.

Der Staat der Honigbienen

© Birgit Wilhelm

Honigbienen leben in einem Bienenstock. Bis zu 60.000 Honigbienen gehören zu einem Volk – so viele wie die Bewohner einer kleinen Stadt. Sie sind super organisiert: Jede Biene hat eine eigene Aufgabe.

Die Arbeiterinnen haben am meisten zu tun

Manche von ihnen bauen Honigwaben. Das sind kleine Fächer, in denen der Honig gesammelt wird. Das Wachs können sie aus speziellen Drüsen ausscheiden.
© GettyImages
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Manche Arbeiterinnen füttern die geschlüpften Bienenlarven mit Pollen und Honig. Die Sammlerinnen suchen nach Nektar, Pollen und Wasser für das Volk.

Putzbienen halten die Wabenzellen sauber. Andere Arbeiterinnen halten am Eingang Wache oder kümmern sich um die Bienenkönigin.

 

Die männlichen Drohnen sorgen für den Nachwuchs – mehr nicht. Ihre einzige Aufgabe ist die Begattung der Königin. Haben sie ihr Ziel erreicht, sterben sie.

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Die Königin

ist größer als alle anderen Bienen im Stock. Sie bekommt als einzige Biene im Volk Kinder. Die Eier legt sie in die Wabenzellen. Die Arbeiterinnen kümmern sich rund um die Uhr um ihr Wohl. Sie wird von ihnen gefüttert und geputzt.

Sobald im Herbst die Temperaturen unter 12 Grad Celsius sinken, fliegen die Bienen nicht mehr aus dem Stock. Sie drängen sich zusammen und verbringen die Zeit bis zum nächsten Frühjahr in einer Art Winterschlaf.

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Bienenstöcke gibt es heute nur noch selten in der freien Natur. Meistens leben Bienenvölker in Boxen, die Imker für sie aufstellen.

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Was ist Honig?

Honig erzeugen Honigbienen aus dem Nektar von Blüten – und zwar in in ihrem Magen.

Den Großteil des gesammelten Honigs fressen Bienen selbst. Ein Volk futtert pro Jahr etwa 60 Kilogramm Honig. Der Honig ist die Futterreserve der Bienen für schlechte Zeiten.

Schon gewusst?

Für ein Glas Honig müssen Bienen Millionen Blüten anfliegen. Dabei legen sie etwa 60.000 Kilometer zurück – eine Strecke, die anderthalbmal um die Erde reicht. Was für eine Arbeit in einem Glas Honig steckt!

Wer isst noch gerne Honig ...

Bauplan der Natur

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Die großen Augen der Biene setzen sich aus tausenden kleinen Augen zusammen. Bienen können Farben sehen, nehmen sie aber anders wahr als wir Menschen. Sie erkennen zum Beispiel kein Rot, dafür besondere Farben wie Ultraviolett, das wir nicht erkennen können.

 

Auf dem Rücken der Biene sitzen zwei durchsichtige Flügelpaare.

Auf dem Hinterleib sitzen bei Honigbienen spezielle Drüsen, in denen Wachs entsteht. Bei den Bienenweibchen sitzt dort auch der Stachel.

© WWF

Bienen haben einen Pelz aus feinen Haaren, der sich über ihren Kopf und Körper zieht.

Sie besitzen sechs Beine. An den Hinterbeinen sitzen kleine Körbchen. Damit bringen sie den Blütenstaub zum Nest.

Mit den Fühlern am Kopf können Bienen sehr gut riechen und tasten. Sie riechen besser als jeder Spürhund.

Mit ihrem Saugrüssel nehmen sie Nektar vom Boden der Blüten auf.

Honigbiene in Zahlen

  • 12 bis 15 Millimeter lang
  • 0,1 Gramm leicht
  • 30 Kilometer pro Stunde schnell

Warum sind Bienen weltweit bedroht?

Von diesen Äckern können Bienen nicht leben

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Moderne Landwirtschaft bietet Bienen kaum Nahrung. Auf vielen Feldern werden immer die gleichen Pflanzen angebaut: am häufigsten Mais, Raps und Weizen. Ein Bienenvolk braucht aber viele verschiedene Futterpflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen.

Auf ihre Felder werden außerdem Insektengifte gesprüht, um die Ernte zu schützen. Diese Gifte schaden den Bienen. Sie werden krank, finden nicht mehr in ihren Bienenstock zurück und sterben.

Auch immer mehr Landschaft wird für Straßen oder Häuser zubetoniert. So verschwinden Lebensräume für Insekten. Hinzu kommt die viele Nachtbeleuchtung: Sie erschöpft Bienen und andere Insekten, weil sie bei Nachtlicht schlechter zur Ruhe kommen.

In vielen Gebieten haben Forscher festgestellt, dass drei von vier Käfern, Bienen und Schmetterlingen in den letzten 30 Jahren verschwunden sind.

Dadurch fehlen den Pflanzen in der Natur und in der Landwirtschaft Blütenbestäuber. Und vielen Tieren, die sich von diesen Pflanzen und deren Früchten ernähren, fehlt die Nahrung.

© Ola Jennersten / WWF Schweden
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Schon gewusst?

In China haben der Einsatz von Insektengiften und die Zerstörung der ursprünglichen Natur dazu geführt, dass fast alle Bienen und andere Insekten verschwunden sind. Zur Apfelblüte müssen die Menschen jetzt selbst auf die Bäume klettern und die vielen Blüten mithilfe eines Pinsels von Hand bestäuben – ganz schön mühsam.

Eine Welt ohne Bienen? Wollen wir nicht

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Wir wollen, dass es wieder mehr Bienen gibt. Und wir wollen verhindern, dass noch mehr Wildbienenarten aussterben.

Wir wollen den Menschen in Deutschland zeigen, wie wertvoll die kleinen Insekten sind und wie wichtig es ist, sie zu schützen und ihnen zu helfen.

Wir fordern Politikerinnen und Politiker auf, sich ernsthaft für den Schutz der Bienen einzusetzen.

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Dafür setzt sich der WWF ein:

  • Ackerbau und Tierhaltung sollen so umgestellt werden, dass sie insektenfreundlicher werden. Für Insekten sehr giftige Pflanzenschutzmittel sollen aus der Landwirtschaft verschwinden.
  • Auf den Äckern sollen mehr verschiedene Pflanzen angebaut werden. Das ist gut für den Boden und gut für die Bienen.
  • Es soll auch weniger gedüngt werden.
  • Zwischen den Feldern soll außerdem mehr Platz für natürliche Insektenheimat bleiben – zum Beispiel Hecken, Tümpel oder Feuchtwiesen.
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