Pinguine

Die bibbern bestimmt nicht: Pinguine sind super an Kälte und Eiswasser angepasst und bevölkern zu Millionen die Küsten der Antarktis und der umliegenden Inseln.

Pinguine leben außerdem in Neuseeland, dem südlichen Australien, Südafrika, Namibia, Angola, an der Westküste Südamerikas sowie auf den Galapagos-Inseln. Die liegen am Äquator, das ist mehr als 8.000 Kilometer weiter nördlich als die Antarktis.

Tricks gegen Tiefkühltemperaturen

© Natalie Bowes / WWF Kanada

Pinguinen macht Eiseskälte nichts aus, denn sie sind gut gepolstert: Sie besitzen eine zwei bis drei Zentimeter dicke Fettschicht unter ihrer Haut. Darüber tragen sie ein mehrlagiges Federkleid: Die feinen Daunen wirken wie „Thermo-Unterwäsche“. Darüber liegen dachziegelartig übereinander kurze Federn. Sie bilden den „Taucheranzug“. Um ihn wasserdicht zu halten, ölen die Pinguine ihre Federn immer wieder mit  Fett aus ihrer Schwanzdrüse ein.

© Natalie Bowes / WWF Kanada

Das Federkleid der Pinguine ist außerdem extrem dicht. Auch dadurch wird ihnen nicht kalt. Pinguine haben sogar eine Körpertemperatur von 39 Grad Celsius – damit hättest du schon kräftiges Fieber!

Aber was ist mit den Füßen?

Schon gewusst?

Pinguine haben immer kalte Füße, deshalb kleben sie auch nicht am Eis fest. Wären die Füße warm, würden sie das Eis unter ihnen schmelzen. Wegen der kalten Umgebung würde dann das Wasser aber sofort wieder gefrieren. Und das wäre schlimm, denn dann würden die Pinguine festfrieren.

© Jamie McPherson / Silverback Netflix

Kuscheln gegen Kälte

© Natalie Bowes / WWF Kanada

Noch ein Pinguin-Trick gegen die Kälte: Sie stehen dicht beieinander und wärmen sich so gegenseitig. Genauer: Die Tiere im Inneren der Gruppe kuscheln, die am Rand frieren nur an einer Seite. Deshalb lösen die aufgewärmten Pinguine aus der Mitte nach einer Weile die am Rand stehenden Tiere ab. Ohne dieses „Bäumchen-wechsel-dich“ bräuchte ein Pinguin doppelt so viel Energie, um nicht zu erfrieren.

Die Pinguine rund um den Südpol müssen aber nicht nur Eiseskälte aushalten. Im Winter ist es dort 24 Stunden am Tag dunkel. Dafür ist es im Sommer 24 Stunden lang hell.

Tauchen die noch oder fliegen sie schon?

© Michael Poliza / WWF

Unter Wasser können Pinguine sehr schnell schwimmen. Eselspinguine wie auf unserem Bild sogar bis zu 40 Stundenkilometer. Das ist so schnell wie der schnellste Mensch der Welt (Marcell Jacobs). Das gelingt, weil der Körper der Pinguine flutschig glatt und supergerundet ist. Manchmal sausen sie dabei auch mal aus dem Wasser und dann sieht es kurz so aus, als würden sie fliegen.

Schon gewusst?

Pinguine können nicht fliegen. Vermutlich haben sie sich vor etwa 45 Millionen Jahren aus Seevögeln entwickelt, die wie Kormorane im Meer nach Fischen tauchten. Im Lauf der Jahrmillionen haben sich deren Flügel in kräftige Paddel umgewandelt, indem sich die Knochen verdickten und die Ellenbogen versteiften. Damit können sie unter Wasser schnell schwimmen.

© Martin Harvey / WWF

Pinguine wie diese Eselspinguine sind tolle Taucher. Rekordhalter unter den Vögeln ist der Kaiserpinguin: Er kann bis zu 18 Minuten lang die Luft anhalten und taucht bis über 500 Meter tief.

Pinguine haben Spezialaugen, mit denen sie im Meer superscharf sehen. Dort jagen sie verschiedene Arten von Fischen und Kleinkrebsen. Die Beute wird noch unter Wasser verschluckt. Königspinguine können bei einem Beutezug bis zu 20 Kilogramm fressen. Sie müssen aber auch wochenlang fasten – wenn sich ihr Federkleid erneuert oder wenn sie brüten.

© Jim Trojanowski

Spitzenspringer

Trotz ihrer kurzen Beine kommen Pinguine scheinbar mühelos vom Wasser an Land. Sie schießen pfeilschnell auf die Küste zu und springen sie bis zu 1,80 Meter aus dem Wasser hoch.
© Michael Poliza / WWF

Haben Pinguine auch Feinde?

Achtung Seeleopard!

© Windland Smith Rice / natureplcom / WWF

Seeleopard, Orca oder Haie sind natürliche Feinde der Pinguine. Unter Wasser sind die Vögel durch ihren schwarz-weißen "Anzug" gut getarnt. Ihr weißer Bauch ist im Meer von unten gegen den hellen Himmel kaum sichtbar. Und von oben ins Wasser geschaut hebt sich der schwarze Rücken der Pinguine kaum vom dunklen Meeresboden ab. Nur an Land funktioniert die Tarnung nicht, da müssen sie aufpassen ...

 

 

Weil an der Küste im Wasser Feinde lauern, sind Pinguine vor dem ersten Sprung ins Meer sehr vorsichtig. Sie nähern sich meistens in Gruppen dem Wasser, watscheln unruhig auf und ab und zögern lange, bis sich endlich ein Tier vorwagt und sich in die Fluten stürzt. Dann drängen alle anderen so schnell wie möglich nach und platschen fast gleichzeitig ins Wasser – vermutlich um die lauernden Feinde zu verwirren.

© natureplcom / Tim Laman / WWF

Der lange Marsch der Kaiser

© Fritz Pölking / WWF

Kaiserpinguine in der Antarktis brüten im Winter in großen Kolonien bis zu 200 Kilometer vom Meer entfernt auf dem Eis in grimmiger Kälte und Dunkelheit. Die Weibchen legen jeweils nur ein Ei, das die Männchen sofort auf ihre breiten Füße legen und unter ihre Bauchfalte schieben, so dass es warm bleibt.

© Fritz Pölking / WWF

Wochenlang harren die Männchen dann aus und hüten das zerbrechliche Ei, ohne sich viel zu bewegen und zu futtern. Die Weibchen wandern währenddessen zurück zum Meer, um sich fett zu fressen und Nahrung für die Küken zu holen. Die sind dann bereits geschlüpft und hungrig, wenn die Mütter nach Wochen zur Kolonie zurückkehren.

Pinguin-Kindergarten

Sobald die Küken der Kaiserpinguine fünf Wochen alt sind, bilden sie Kindergärten. Die grauen, flaumigen Jungvögel drängen sich dicht aneinander, um sich gegenseitig zu wärmen, wenn die heftigen Winterstürme über das Eis hinwegfegen.

© Bryan and Cherry Alexander

Parade der Pinguine

© natureplcom / Solvin Zankl / WWF

Von den insgesamt 18 Pinguin-Arten auf der Erde leben acht auf dem antarktischen Kontinent und den rundum gelegenen Inselgruppen. Dort gibt es die größten Kolonien mit den meisten Tieren.

Die anderen, meist kleineren Arten leben an der Südspitze Afrikas (Brillenpinguine) und Südamerikas (Magellan- und Humboldt-Pinguine) sowie in Südaustralien und Neuseeland (Gelbaugen- und Zwergpinguine).

Pinguine leben gerne mit vielen anderen Pinguinen zusammen. Große Brutkolonien können bis zu 5 Millionen Tiere umfassen. Das hat zwei Vorteile: So sind sie besser gegen Raubmöwen aus der Luft geschützt. Und sie kühlen nicht so schnell aus.

Hier stellen wir dir acht Pinguinarten vor – von groß bis klein

1 Der Kaiserpinguin ist der Größte

© Fritz Pölking / WWF

2 Königspinguin

© Natalie Bowes / WWF Kanada

5 Eselspinguin

© Joyce Ferder

4 Zügelpinguin

© Chris Johnson / WWF Australien

3 Adeliepinguin

© Brian Myers

7 Brillenpinguin

© Meg Gawler / WWF

6 Felsenpinguin

© Wim van Passel / WWF

8 Galápagos-Pinguin

© Chris McCann / WWF USA
  1. Kaiserpinguin: bis 1,3 Meter groß und 50 Kilogramm schwer
  2. Königspinguin: bis 0,9 Meter groß und 16 kg schwer
  3. Eselspinguin: bis zu 0,9 Meter groß und 7,4 kg schwer
  4. Zügelpinguin: bis zu 0,76 Meter groß und 5 kg schwer
  5. Adeliepinguin: bis zu 0,7 Meter groß und 4,7 kg schwer
  6. Brillenpinguin: bis zu 0,7 Meter groß und 3 kg leicht
  7. Felsenpinguin: bis zu 0,58 Meter groß und 4,5 kg schwer
  8. Galápagos-Pinguin: bis zu 0,53 Meter groß und 2,5 kg leicht

 

Was Pinguine bedroht

© natureplus.com

Zum Beispiel herumtreibende Fischernetze aus Plastik. Und die Überfischung: Weil es im Südpolarmeer noch sehr viele Fische gibt, zieht es immer mehr der großen Fischfangflotten in den kalten Ozean rund um die Antarktis. Dort fischen sie den Pinguinen auch von ihrer Nahrung weg. Deshalb kämpft der WWF gegen die Überfischung der Meere besonders um die Antarktis herum.

Auch die Erderwärmung macht den Pinguinen zu schaffen. Das zeigt sich vor allem auf der westantarktischen Halbinsel. Die Krillkrebse, die unter dieser Meereisdecke leben und sich vermehren, werden weniger. Esels- und Zügelpinguin finden daher nicht mehr genug zu fressen. Auch deshalb will der WWF die Erderhitzung abbremsen, damit die Folgen für Mensch und Natur nicht zu dramatisch werden.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Der WWF hat sich mit Erfolg für den Schutz des Lebensraums Antarktis eingesetzt. Der Abbau von Rohstoffen wie Erdöl oder Metallen ist durch den Antarktisvertrag mindestens bis zum Jahr 2041 verboten.