Pangoline in Salonga

Pangoline sehen schon ungewöhnlich aus: Ihr Körper ist vom Kopf bis zur Schwanzspitze voller Schuppen. Deshalb heißen sie auch Schuppentiere. Wofür brauchen sie die Schuppen und wo leben sie? Komm mit nach Salonga!

Der Salonga-Nationalpark liegt inmitten des Kongobeckens, des zweitgrößten Regenwaldes der Erde. Zahlreiche Tierarten sind in Salonga zu Hause, darunter Bonobos, Waldelefanten, Leoparden, Flusspferde, Krokodile – und gleich drei verschiedene Schuppentierarten.
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Pssst: Ganz unten zeigen wir dir einige der verborgenen Tiere von Salonga im Video!
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Wer Salonga in der Demokratischen Republik Kongo erkunden möchte, muss per Flugzeug oder mit dem Boot anreisen, da es keine Straßen gibt, die dorthin führen. Von der kongolesischen Hauptstadt aus dauert die Anreise mit dem Boot 14 Tage.

In Salonga leben Schuppentiere meist gut versteckt im dichten Gebüsch, im Laub der Bäume oder in einer Baumhöhle.

Ein anderes Wort für Schuppentier ist Pangolin. Dieses Wort stammt von dem malaiischen Wort „Pengguling“ ab und bedeutet so viel wie „jemand, der sich zusammenrollt“.
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Malaiisch wird in Malaysia gesprochen, das liegt in Asien. Dort gibt es ebenfalls Schuppentiere. In ganz Afrika und in Asien leben jeweils vier verschiedene Pangolin-Arten.

Welche drei Arten von Schuppentieren leben in Salonga?

Riesenschuppentier

Riesenschuppentier
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Langschwanz­schuppentier

Langschwanz­schuppentier
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Weißbauch­schuppentier

Weißbauch­schuppentier
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Das Riesenschuppentier ist das Größte aller Schuppentiere. Es wird bis zu 1,50 Meter lang und 30 Kilogramm schwer. Es lebt in den dichten Regenwäldern Salongas, aber auch in offeneren Landschaften von West- und Zentralafrika. Das Riesenschuppentier bewegt sich auf vier Beinen fort. Es kann auch auf den Hinterbeinen stehen. Seine Schlafens- und Ruhezeiten verbringt das Riesenpangolin in Erdhöhlen, im Dickicht der Pflanzen oder unter großen Baumwurzeln.

Weil sein Schwanz kaum beweglich ist, kann das Riesenschuppentier nicht gut klettern. Doch er hilft ihm, sein Gleichgewicht zu halten, wenn es mit allen vier Pfoten gleichzeitig nach Termiten oder Ameisen gräbt.

 

Das Langschwanzschuppentier und das Weißbauchschuppentier leben hauptsächlich in den Bäumen Salongas und anderer Gebiete in West- und Zentralafrika. Weißbauchschuppentiere sind auch oft am Boden unterwegs. Ihre langen, beweglichen Schwänze und die großen Hinterfußkrallen machen Langschwanzschuppentiere und Weißbauchschuppentiere zu hervorragenden Kletterern. Sie können sogar ihre
abgespreizten Schuppen in der Rinde der Bäume verankern.

Um sich auszuruhen oder zu schlafen, verstecken sie sich in Baumhöhlen oder auf dicht belaubten Ästen.

 

So leben Schuppentiere in Salonga

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Lecker Ameisen und Termiten

Pangoline ernähren sich fast nur von Ameisen und Termiten. Sie suchen deren Bauten und Nester am Boden und in den Bäumen und brechen sie mit ihren harten Krallen auf. Dabei zerstören sie aber nie alles. So bleibt die Kolonie von Ameisen und Termiten erhalten und die Schuppentiere können das Nest erneut aufsuchen.

Mit ihrer langen, klebrigen Zunge fangen sie die kleinen Insekten und schlucken sie unzerkaut hinunter.

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Schützender Schuppenpanzer

Das Schuppenkleid der Schuppentiere sieht aus wie eine schützende Rüstung. Kein anderes Säugetier trägt einen ähnlichen Hornpanzer.
Dabei sind die Schuppen wirklich praktisch. Die mehreren Hundert bis Tausend einzelnen Schuppen schützen hervorragend vor Feinden.

Schon gewusst?

Die Bauten der Riesenschuppentiere können bis zu fünf Meter tief unter der Erde liegen und bis zu 40 Meter lang sein. Laufe diese Strecke doch einmal ab! Du musst dafür 40 sehr große Schritte machen.

Achtung, nicht verwechseln!

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Schuppentiere sind keine Gürteltiere! Sie sind auch nicht näher verwandt. Der Panzer der Gürteltiere wird aus knöchernen Strukturen
gebildet. Die Schuppen der Schuppentiere sind aus Horn wie unsere Finger- und Fußnägel. Gürteltiere haben aber auch eine lange Zunge, weil sie ebenfalls Ameisen und Termiten fressen (aber auch anderes).

Schon gewusst?

Ameisenbären haben ebenfalls ein zahnloses Maul und eine lange Zunge wie die Schuppentiere, weil sie die gleiche Nahrung fressen.

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Pangolin-Kinder

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Schuppentiere sind meistens allein unterwegs und kommen nur zusammen, um sich zu paaren.Etwa fünf Monate später kommt meist ein einzelnes Jungtier zur Welt. Das Kleine trägt schon bei der Geburt ein Schuppenkleid. Die Schuppen sind noch ganz weich und werden erst nach einigen Tagen richtig hart.

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Je nach Art verbringt das junge Schuppentier die ersten Tage oder Wochen gemeinsam mit seiner Mutter im sicheren Bau oder in einer Baumhöhle. Das Weibchen verlässt das Versteck regelmäßig, um auf Nahrungssuche zu gehen und sich erneut zu paaren. Spätestens wenn ein neues Schuppentier-Junges geboren wird, ist das große Geschwisterkind alt genug, um alleine in die Welt hinauszuziehen. Das geschieht meistens im Alter von drei bis sechs Monaten.

Bauplan der Natur: das Riesenschuppentier

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Schuppenpanzer

Fast alle Körperteile sind mit großen, scharfkantigen Hornschuppen besetzt. Sie sind so ähnlich angeordnet wie die Ziegel auf Hausdächern. Die Schuppen sind graubraun bis gelbbraun gefärbt. Nur an Gesicht, Bauch und den Innenseiten der Beine sitzen keine Schuppen.
 

Schon gewusst?

Die Schuppen der Schuppentiere sind beweglich. Durch das Abspreizen und Schließen der Schuppen versuchen Pangoline, lästige Termiten und Ameisen loszuwerden, die auf ihrem Körper herumkrabbeln.

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Lange Krallen

An den Hinter- und Vorderfüßen sitzen je fünf Krallen. Die mittleren drei Krallen an den Vorderfüßen sind besonders lang und kräftig.
Damit kann das Schuppentier in der Erde graben. Auch die Nester oder Bauten der Ameisen und Termiten kann das Schuppentier mit seinen kräftigen Grabkrallen aufbrechen.

Beine

Schuppentiere haben kurze und kräftige Beine. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine.

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Der Magen

der Schuppentiere besitzt eine verhornte Schicht. So ist er vor den Bissen und dem Gift der Ameisen und Termiten geschützt. Im Magen werden die Insekten zerkleinert.

 

Die Ohren

sind beim Riesenschuppentier nur schwer zu erkennen, da Ohrmuscheln fehlen. Schuppentiere können ihre Ohren verschließen, um sie vor Ameisen und Termiten zu schützen.

Klebrige Zunge

Das Schuppentier hat keine Zähne. Ameisen und Termiten fängt es mit seiner langen, klebrigen Zunge und verschluckt sie. Seine Zunge kann das Schuppentier bis zu 30 Zentimeter lang aus dem Maul strecken.

Die Augen

sind rund, klein und von dicken Lidern geschützt. Schuppentiere können nicht besonders gut sehen.

 

Die Nase

Schuppentiere können sehr gut riechen. Beim Fressen verschließen sie ihre Nase mit einer kleinen Hautfalte. Ameisen und Termiten
können dann nicht hineinkriechen.

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Schuppentiere in Not

Warum Pangoline bedroht sind
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Ein gutes Versteck nützt ihnen leider nichts: Alle acht Schuppentier-Arten in Afrika und Asien sind bedroht. Selbst in geschützten Gebieten wie dem Salonga-Nationalpark ist das Überleben der Tiere nicht gesichert.

Was bedroht sie?

Abholzung von Wäldern

Obwohl der Salonga-Nationalpark gesetzlich geschützt ist, besteht Gefahr für die Heimat der Schuppentiere. Noch immer wird Wald um den Park herum abgeholzt. Die Regierung, die Mitarbeitenden des Parks und Naturschutz- organisationen müssen eng zusammenarbeiten. Nur so kann die Natur Salongas mit ihren wertvollen Lebensräumen für Schuppentiere und viele andere dort lebende Arten erhalten werden.
 

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Wilderei und illegaler Handel

Die Schuppentiere sind die meist- geschmuggelten Säugetiere der Welt – obwohl sie in Salonga und den meisten anderen Verbreitungsgebieten geschützt sind. Das heißt, sie dürfen nicht gejagt werden. Trotzdem haben es Wilderer auf die Schuppentiere abgesehen. Deren Fleisch und Schuppen sind vor allem in Afrika, China und Südostasien beliebt.

Leider sind Schuppentiere für Wilderer leichte Beute. Bedrohte Tiere rollen sich oft zu einer Kugel zusammen und bleiben ruhig
liegen. Was gegen Raubtiere gut hilft, schützt leider nicht vor dem Menschen. Die Wilderer können die Schuppentiere einfach einsammeln.

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Viele Menschen in Afrika, China und Südostasien glauben, die Schuppen der Schuppentiere könnten Krankheiten heilen und böse Geister vertreiben. Dabei bestehen die Schuppen nur aus einem Stoff namens Keratin, aus dem auch unsere Fuß- und Fingernägel sind.

Die Rote Liste sagt: Den Weißbauchschuppentieren geht es schlecht. Sie sind stark bedroht.

Die Langschwanzschuppentiere sind noch nicht so stark bedroht, aber auch ihnen geht es nicht gut. Sie sind gefährdet.

Mehr über die Rote Liste und die verschiedenen Gefährdungsstufen erfährst du hier.

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Der WWF im Einsatz

Um zu erfahren, wo Schuppentiere im dichten Wald leben, brauchen wir die Hilfe von Wildhüterinnen und Wildhütern sowie vielen Menschen aus den umliegenden Dörfern.
© Karine Aigner

2016 hat der WWF gemeinsam mit der kongolesischen Naturschutzbehörde die Leitung des Salonga-Nationalparks übernommen. Seither geht es vor allem darum, herauszufinden, wie die Natur in Salonga erhalten und die dort lebenden Tierarten geschützt werden können. Dazu gehören neben den Schuppentieren zum Beispiel Bonobos und Bongo-Antilopen.

© Karine Aigner
© Deborah Gainer / WWF USA

Unser Plan:

Wir wollen die Schuppentiere im Salonga-Nationalpark vor der Wilderei schützen. Das geht am besten, wenn die Wildhüterinnen und Wildhüter sich oft in der Nähe der Tiere aufhalten. Dafür müssen sie allerdings wissen, wo genau diese leben. Um das herauszufinden, starten wir ein Monitoring-Projekt.

Was ist eigentlich ... Monitoring?

Das Wort „Monitoring“ ist Englisch und bedeutet übersetzt so viel wie Überwachung. Meist überwachen Biologinnen und Biologen ein bestimmtes Gebiet. Sie möchten so herausfinden, welche Tierarten sich dort aufhalten, wie sie leben und wohin sie sich bewegen. Manchmal durchkämmen Menschen hierfür in einem bestimmten Abstand zueinander ein Gebiet und notieren, wenn sie auf Tiere stoßen oder Kot und Spuren finden.

In Salonga kommen beim Monitoring auch Kamerafallen zum Einsatz. Sie werden im Projektgebiet an Bäumen angebracht und machen Foto- oder Video-Aufnahmen, sobald sich ein Tier vor der Kamera bewegt. Die Videos und Fotos werden über einen bestimmten Zeitraum gesammelt und anschließend ausgewertet.

Durch die Aufnahmen können wir eine Menge über die Tierarten herausfinden, die in dem beobachteten Gebiet leben. Und bei genügend Bildern sogar berechnen, wie viele Tiere einer Art in einem bestimmten Gebiet leben.

Wen wir mit unseren Kamerafallen in Salonga schon alles entdeckt haben

© WWF

Was kannst du für den Schutz der Schuppentiere tun?

Du kannst anderen Kindern und Erwachsenen von Schuppentieren erzählen, um diese tollen Tiere bekannter zu machen. Außerdem kannst du dich gegen die Abholzung der tropischen Regenwälder Afrikas einsetzen, wo viele Schuppentiere zu Hause sind. Zum Beispiel kannst du darauf achten, weniger Schokolade zu essen und nur solche zu kaufen, durch deren Anbau der Regenwald möglichst nicht zerstört wird.

Du willst noch mehr über die Schuppentiere erfahren?

Für WWF Junior Mitglieder ab 8 Jahren gibt es weitere spannende Infos im neuen WWF Junior Magazin 7/21. Zum Beispiel, wo in Afrika die drei Schuppentierarten von Salonga noch leben. Und WWF-Expertin Julia erzählt dir, was sie in Zentralafrika alles für die Schuppentiere tut.

Außerdem im Heft: Ein tolles Schuppentier-Lesezeichen und ein klasse Tipp, wie du im Winter auf Expedition in die Natur gehen kannst.

 

© Imago Images + WWF
© Imago Images + WWF

Das Magazin für Minis: Hallo, Schuppentier!

Als WWF Junior Mitglied bis 7 Jahre zeigen wir dir in deinem WWF Junior Magazin Mini 7/21, wie ein Schuppentier so lebt und was es alles kann – zum Beispiel sich zu einer Kugel zusammenrollen.

Es gibt das große Salonga-Rennen, das ist ein lustiges Würfelspiel, dazu ein großes Ausmalbild, ein kniffliges Rätsel und einen feinen Tipp, wie du ein schönes Zapfentier basteln kannst. Zeig uns, wie es geworden ist: Du kannst ein Foto davon in unsere Bildergalerie hochladen.

Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten
Warum hamstern Hamster?