Welche Tiere und Pflanzen sind bedroht? Die Rote Liste sagt's Wenn Tierarten und Pflanzenarten auf der Welt selten geworden sind, kommen sie auf die Rote Liste der gefährdeten Arten. Warum? Und sind alle Arten gleich bedroht? Wir verraten es dir.

Die Rote Liste 2018

Im November 2018 hat die Weltnaturschutzunion IUCN die neue Rote Liste herausgegeben. Dafür haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insgesamt 96.951 Tier- und Pflanzenarten untersucht. Davon sind 26.840 bedroht, fanden sie heraus. Das ist sehr viel. Aber es gibt auch gute Nachrichten. Hier einige Gewinner und Verlierer der aktuellen Roten Liste:

Berggorillas geht es besser

Berggorillas geht es besser
© Martin Harvey / WWF

Finnwalen auch

Finnwalen auch
© naturepl.com / Luis Quinta / WWF

Wieder mehr Waldrappe in Marokko

Wieder mehr Waldrappe in Marokko
© Isotti Cambone / Homo Ambiens / WWF

Nicht allen Giraffen geht es gut

Nicht allen Giraffen geht es gut
© Dr. Andreas Boedecker / WWF

Amazonas-Flussdelfine sind stark gefährdet

Amazonas-Flussdelfine sind stark gefährdet
© naturepl.com

Der Nassau-Zackenbarsch ist vom Aussterben bedroht

Der Nassau-Zackenbarsch ist vom Aussterben bedroht
© Anthony B. Rath / WWF

Die Oryx-Antilope ist stark gefährdet

Die Oryx-Antilope ist stark gefährdet
© iStock / GettyImages

Auch Adlerholz ist bedroht

Auch Adlerholz ist bedroht
© Alain Compost / WWF

Der Rotohr-Ara ist vom Aussterben bedroht

Der Rotohr-Ara ist vom Aussterben bedroht
© GettyImages

Wie viele Arten gibt es?

96.951 Tier- und Pflanzenarten wurden für die Rote Liste untersucht. Doch es gibt sehr viel mehr: Rund zwei Millionen Tierarten und Pflanzenarten sind bereits beschrieben. Vermutlich gibt es sogar noch viel mehr, die noch nicht entdeckt sind.

Du siehst: Von den allermeisten Arten auf der Welt wissen wir also gar nicht, ob und wie sie bedroht sind. Meist sind es kleine wie Insekten, doch die können auch ganz schön wichtig sein - wie die Bienen.

Leider sind immer mehr Arten gefährdet, einige von ihnen sterben sogar aus. Naturschützerinnen und Naturschützer wie vom WWF versuchen mit ihrer Arbeit, dieses Aussterben von Arten zu stoppen. Dabei hilft ihnen die Rote Liste der gefährdeten Arten.

Wozu wird die Rote Liste verwendet?

Sie zeigt uns, für welche Tierart oder Pflanzenart wir uns besonders anstrengen müssen, damit sie nicht auch ausstirbt.
© naturepl.com / Mark Carwardine / WWF

Die Rote Liste macht auch Politikerinnen und Politikern klar, welche Tierarten und Pflanzenarten sie künftig besser durch das Gesetz schützen müssen. Gesetzlich geschützte Pflanzen dürfen dann zum Beispiel nicht mehr gepflückt werden. Und wo gefährdete Tiere leben, darf nicht mehr so einfach eine Straße gebaut werden.

Wer macht die Rote Liste?

Die Rote Liste für die gefährdeten Tier- und Pflanzenarten auf der ganzen Welt wird von der Weltnaturschutzunion (IUCN) herausgegeben.

Außerdem gibt es eine Rote Liste für bedrohte Tier- und Pflanzenarten nur in Deutschland, die führt das Bundesamt für Naturschutz in Bonn. Auch jedes Bundesland wie Bayern oder Niedersachsen hat eine eigene Rote Liste.

© WWF

Viele Fachmenschen und freiwillige Helferinnen und Helfer zählen oder schätzen regelmäßig die Bestände von Tierarten und Pflanzenarten und schreiben das in Listen auf. Die vergleichen sie dann mit den alten Listen. Dann sehen sie, ob es mehr oder weniger Tiere oder Pflanzen einer Art gibt. Etwa alle zehn Jahre gibt es eine neue Rote Liste.

Warum sind Arten überhaupt bedroht?

Viele Arten werden gewildert und verlieren ihren Lebensraum, weil Wälder gerodet und Straßen oder Siedlungen gebaut werden - so wie Elefanten in Afrika. Andere wie Insekten oder Vögel werden durch giftige Pflanzenschutzmittel auf Feldern verdrängt. Wieder andere kommen mit dem Klimawandel nicht klar wie zum Beispiel manche Bäume.
© WWF

Sind alle Arten gleich bedroht?

Nein, es gibt Unterschiede. Manche Arten sind nur leicht gefährdet, andere sind vom Aussterben bedroht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die Bedrohung einer Art deshalb in verschiedene Stufen eingeteilt.

Dafür untersuchen sie zum Beispiel die Größe des Bestandes, wie gut und schnell sich die Tiere oder Pflanzen vermehren können, wie sie verbreitet sind (in vielen Gebieten oder nur noch in wenigen kleinen "Inselchen") und wie rasch der Bestand schrumpft.

Wie gefährdet genau jede untersuchte Art ist, steht dann in der Roten Liste. Die wird regelmäßig überprüft und erneuert.

Das bedeuten die Gefährdungsstufen:

© WWF
© WWF
© WWF
© WWF
© WWF
© WWF
© WWF
© WWF
Winterschläfer: Weckt uns, wenn es wieder warm wird
Rote Liste 2018 - Gewinner und Verlierer