Nashörner in Afrika

Wenn sie angerannt kommen, erbebt die Savanne. Kein Wunder: Ein ausgewachsenes Breitmaulnashorn ist so schwer wie fünf große Pferde zusammen. Was die Nashörner Afrikas so drauf haben, warum sie bedroht sind und wie wir sie schützen – all das erfährst du auf dieser Seite.

In der Savanne zu Hause

© GettyImages

Spitzmaulnashörner (im Bild oben) und Breitmaulnashörner gibt es in Afrika nur südlich der Sahara. Sie leben in großen Grassavannen mit wenigen Bäumen und in Savannen mit dichtem Gebüsch. In den Savannen ist es meistens sehr warm. Nashörner vertragen die Hitze gut, brauchen aber Wasserstellen, um zu trinken und sich im Schlamm abzukühlen.

Ihren Lebensraum teilen Nashörner mit vielen anderen Arten, darunter Giraffen, Elefanten, Löwen, Leoparden, Hyänen, Zebras und Antilopen. Das Zusammenleben ist friedlich. Auch die Raubkatzen lassen die starken Tiere meistens in Ruhe.

© GettyImages

Spitzmaulnashörner

  • besitzen ein eher schmales Maul mit spitzer Oberlippe,
  • haben einen eher flachen Nacken, auch wenn sie den Kopf heben,
  • sind kleiner und leichter als Breitmaulnashörner.

 

Breitmaulnashörner

  • haben ein breites, fast eckiges Maul,
  • bekommen einen kleinen Höcker im Nacken, wenn sie den Kopf heben,
  • sind größer und schwerer als Spitzmaulnashörner.
© GettyImages

Kinder, Klos und Grünzeug

© GettyImages

Nashornbullen und Nashornkühe leben die meiste Zeit getrennt voneinander. Weibliche Spitzmaulnashörner sind am liebsten allein unterwegs. Die Kühe der Breitmaulnashörner hingegen ziehen oft gemeinsam mit anderen Weibchen und deren Jungtieren umher. Es wurden schon Herden mit bis zu 14 Tieren beobachtet. Die Nashornmännchen beider Arten sind meistens Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit stoßen sie zu den Nashornweibchen.

© WWF

Nashornkühe bekommen etwa im Alter von sieben Jahren das erste Mal Nachwuchs. 16 Monate nach der Paarung bringen sie meist ein einzelnes Nashornkalb zur Welt. Es wiegt schon bei der Geburt 35 Kilogramm und mehr.

Das junge Nashorn hat noch keine Hörner, sondern nur einen kleinen Höcker auf der Nase. Die Hörner beginnen ein paar Wochen nach der Geburt zu wachsen. Nashornkinder bleiben etwa drei Jahre lang bei ihrer Mutter.

© GettyImages

Jede Menge Grünzeug

Nashörner sind Vegetarier. Sie ernähren sich ausschließlich von Pflanzen. Breitmaulnashörner fressen Gras. Das können sie mit ihrem breiten Maul besonders gut abrupfen. Spitzmaulnashörner knabbern vor allem Blätter und Zweige von Bäumen und Büschen.

Und dann aufs Nashornklo

Nashörner verständigen sich über Spuren aus Kot und Urin. Sie erfahren so jede Menge über ihre Artgenossen, die etwas hinterlassen haben: wie alt sie sind, ob sie eine Krankheit haben und ob sie männlich oder weiblich sind. Breitmaulnashörner aus einem Gebiet nutzen oft den gleichen Ort als Toilette. Dabei können Haufen entstehen, die einige Meter breit sind.

© Martin Harvey / WWF
© GettyImages

Schon gewusst?

Der Pillendreher-Käfer ernährt mit den Häufchen der Nashörner seinen Nachwuchs. Er formt aus dem Kot große Kugeln. Die rollt er zu einer Erdhöhle und legt anschließend seine Eier darauf ab. So ist der schlüpfende Nachwuchs bestens mit Nährstoffen versorgt.

Horn gegen Horn

Nashornbullen markieren ihr Revier mit Kot und verteidigen es gegen andere Männchen. Zwei Bullen können aber auch um ein Weibchen kämpfen. Dabei setzen sie ihre Hörner ein, mit denen sie sich heftig verletzen können. Die Hörner benutzen sie aber auch zum Schutz ihrer Kinder gegen Raubtiere. Oder sie graben damit nach Wasser.

© Peter Chadwick / WWF

Bauplan der Natur

© Ola Jennersten / WWF Schweden

Ein männliches Breitmaulnashorn wie dieses

  • ist bis zu 3.500 Kilogramm schwer,
  • hat 1,5 bis 1,8 Meter Schulterhöhe,
  • ist 3,4 bis 4,2 Meter lang (Kopf und Rumpf) und
  • ist bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell.

Weibchen sind kleiner und leichter.

 

Die Nashornhaut ist bräunlich bis hellgrau und sehr dick. Nur an den Ohrenspitzen, den Augenlidern und der Schwanzspitze sitzen Haare.

© Ralph Frank

Die vier Beine sind kurz und sehr kräftig. An den Füßen sitzen je drei Zehen.

Der Kopf ist sehr groß, lang und schwer und sitzt auf einem kurzen Hals. Ein Buckel im Nacken hilft, den schweren Kopf zu tragen.

© GettyImages
© Martin Harvey

Nashörner können hervorragend hören. Sie können ihre Ohren einzeln in alle Richtungen drehen und sich so gut auf bestimmte Geräusche konzentrieren.

Die Vögel auf den Nashörnern sind übrigens Rotschnabel-Madenhacker. Sie warnen Nashörner vor herannahender Gefahr.

Ihre Augen sind nicht besonders gut. Dafür haben sie neben guten Ohren eine empfindliche Nase. Manchmal wittern sie Gefahren oder Artgenossen aus einer Entfernung von mehreren Hundert Metern.

Wegen seines breiten Mauls bekam das Breitmaulnashorn seinen Namen. Mit seinen breiten Lippen kann es Gras vom Boden rupfen und dann mit seinen Backenzähnen zermahlen. Breitmaulnashörner haben keine Schneide- und Eckzähne.

© Peter Chadwick / WWF
© Ralph Frank

Breitmaulnashörner haben zwei Hörner, eines auf der Nase und eines auf der Stirn. Das vordere Horn ist meistens etwa 90 Zentimeter lang, kann aber bis zu einer Länge von 150 Zentimetern heranwachsen. Das hintere Horn ist etwas kürzer. Es misst um die 55 Zentimeter. Die Hörner wachsen ein Nashornleben lang.

Schon gewusst?

Trotz ihres schweren Körpers können Nashörner richtig schnell werden. Selbst im raschen Galopp sind sie in der Lage, plötzlich die Richtung zu wechseln und Raubtieren zu entwischen, die ihnen zu nahe gekommen sind.

© Bo Dabi

Nashörner in Not

© gregdutoit

Kannst du dir vorstellen, dass vor rund 150 Jahren noch mehrere Hunderttausend Nashörner durch die Savannen Afrikas streiften? Heute leben dort nur noch rund 18.000 Breitmaulnashörner und 5.500 Spitzmaulnashörner.

Was bedroht die Nashörner in Afrika?

Wilderei

© Ola Jennersten / WWF Schweden

Heute töten Wilderer die Tiere vor allem, um ihre Hörner zu entfernen und zu verkaufen. Das machen sie, obwohl es illegal ist. Nashörner kommen vor allem in Ländern vor, in denen viele Menschen sehr arm sind. Dort ist die Verlockung besonders groß, mit Wilderei Geld zu verdienen.

Illegaler Handel

© Robert Patterson / WWF

Manche Menschen in Asien glauben, das pulverisierte Horn der Nashörner könne Fieber senken oder Krebs und andere Krankheiten heilen. Das stimmt wissenschaftlich aber nicht. Nashorn besteht aus Keratin wie unsere Fuß- und Fingernägel. Obwohl es auf der ganzen Welt verboten ist, die Hörner von Nashörnern zu verkaufen oder zu kaufen, geht der Handel trotzdem leider weiter. Im Bild siehst du kleine Stücke eines Nashorn-Horns.

Wie geht es heute den afrikanischen Nashörnern?

Breitmaulnashörnern

geht es ganz gut, sagt die Rote Liste. Mehr über die Rote Liste und die verschiedenen Gefährdungsstufen erfährst du hier.

© WWF

Spitzmaulnashörnern

geht es hingegen sehr schlecht, sagt die Rote Liste.

© WWF

Der WWF im Einsatz

Nashornschutz im südafrikanischen Hluhluwe-iMfolozi-Park
© Mac Stone / WWF USA

Bis ungefähr ins Jahr 1900 wurden in Afrika viele Tausende Nashörner gejagt und getötet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es nur noch weniger als 100 südliche Breitmaulnashörner. Sie alle wurden im Hluhluwe-iMfolozi-Park in Südafrika gezählt. Heute stammen alle südlichen Breitmaulnashörner von diesen Tieren ab. Noch heute hat der Park als Schutzgebiet eine große Bedeutung für die Tiere. Doch auch hier sind die Nashörner nicht vor Wilderern sicher.

Unser Plan

© imago images / ConnorSkye

Wir wollen die Breit- und Spitzmaulnashörner im Hluhluwe-iMfolozi-Park vor der Wilderei schützen. Wildhüterinnen und Wildhüter sollen im Park für die Sicherheit der Tiere sorgen.

© Jonathan Caramanus / Green Renaissance

Ein Arbeitstag in der Savanne

Der Hluhluwe-iMfolozi-Park ist ungefähr so groß wie Berlin. Tag für Tag fahren die Wildhüterinnen und Wildhüter den Park ab. Sie kontrollieren, ob es den Nashörnern gut geht, überprüfen die Zäune des Schutzgebietes und suchen nach Spuren von Wilderei.

Ausbildung

Um als Wildhüterin oder Wildhüter im Schutzgebiet arbeiten zu können, muss man jede Menge über die Tiere und ihren Lebensraum im Schutzgebiet wissen. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort organisieren wir Schulungen für sie. Dabei lernen sie zum Beispiel, wie sie verletzten Kollegen erste Hilfe leisten können und was zu tun ist, wenn sie auf Wilderer oder ihre Spuren stoßen.

© Greg Armfield / WWF

Was wir bereits erreicht haben

© Greg Armfield / WWF

Wir haben zum Beispiel für 180 Wildhüterinnen und Wildhüter

  • Schulungen organisiert,
  • drei Autos zur Verfügung gestellt, mit denen sie bis heute viele Tausende Kilometer durch das Projektgebiet gefahren sind,
  • und sie mit wichtigen Dingen ausgestattet: zum Beispiel Ferngläser, Funkgeräte, Stiefel, Zelte und Kamerafallen.

 

Regenwürmer: Superhelden in Unterwelten