Eulen: Die Vögel der Nacht Sie können im Dunklen super sehen, enorm gut hören und auch noch lautlos fliegen. Kein Wunder, dass Eulen perfekte Nachtjäger sind. Was können Eulen noch alles? Und welche Arten gibt es bei uns? Wir verraten es dir.

Der Trick mit dem Blick

Eulen können wir richtig in die Augen schauen! Bei den meisten anderen Vögel geht das nicht, denn die haben ihre Augen an der Seite des Kopfes. Dazu kommt noch der Eulenschnabel als „Nase“ und schon haben wir das Gefühl, ein richtiges menschliches Gesicht vor uns zu haben. Das ist ein Grund, warum viele Menschen Eulen so faszinierend finden. Es gibt aber noch mehr Gründe ...

 

© Donné Beyer

Bauplan der Natur

Du erkennst Eulen nicht nur an den großen, nach vorn gerichteten Augen und dem kräftigen Hakenschnabel, sondern auch am dicken Kopf und der Wendezehe am Fuß, die sie nach vorne und nach hinten drehen können.
© Ralph Frank / WWF

Was Eulen alles können

© Frithjof Schnurbusch / WWF

Den Kopf verdrehen: Eulen können ihren Kopf bis zu 270 Grad drehen. Das ist so, als könntest du deinen Kopf so weit nach links drehen, bis du deine rechte Schulter sehen kannst!

Mit solch einem „Schraubenkopf“ können Eulen Beutetiere enorm gut verfolgen. Sie können das, weil sie 14 Halswirbel haben. Alle anderen Wirbeltiere, auch wir Menschen, haben nur 7!

Im Dunkeln sehen: Damit Eulen auch bei wenig Licht jagen können, haben sie riesengroße, sehr lichtempfindliche Augen. Hättest du im Verhältnis zu deinem Gesicht solche Augen, dann wären sie so groß wie Äpfel!

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Lautlos fliegen: Ihre Federn sind flauschig locker, weich wie Samt und an den Spitzen besonders gezähnt, ähnlich wie eine Briefmarke. Dadurch fliegen Eulen fast lautlos.

Super hören: Ihre Gesichtsfedern wirken wie Antennen, die alle Geräusche ihrer Umgebung auffangen und zu ihren Ohren leiten. Ein Raufußkauz zum Beispiel erkennt eine kleine Maus aus bis zu 70 Metern Entfernung in völliger Dunkelheit – und sogar unter einem halben Meter Schnee.

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Schon gewusst?

Die auffälligen spitzen „Federohren“ oben auf dem Kopf von Waldohreule und Uhu sind nur Federn und keine Ohren!

Wie viele Eulenarten gibt es?

Weltweit gibt es rund 200 Eulenarten, zehn Arten brüten und leben in Deutschland. Alle Eulen bilden eine eigene Vogelgruppe und sind nicht mit den Greifvögeln verwandt.

Hier kommen die zehn Eulenarten, die es in Deutschland gibt. Wir starten mit der größten Eule.

1. Der Uhu

1. Der Uhu
© Ralph Frank / WWF

2. Der Habichtskauz

2. Der Habichtskauz
© WWF Japan / Mima Junkichi / WWF

3. Der Waldkauz

3. Der Waldkauz
© Ola Jennersten / WWF Schweden

4. Die Sumpfohreule

4. Die Sumpfohreule
© WWF

5. Die Schleiereule

5. Die Schleiereule
© Ralph Frank / WWF

6. Die Waldohreule

6. Die Waldohreule
© WWF

7. Der Raufußkauz

7. Der Raufußkauz
© Staffan Widstrand / WWF

8. Der Steinkauz

8. Der Steinkauz
© WWF

9. Die Zwergohreule

9. Die Zwergohreule
© WWF

10. Der Sperlingskauz

10. Der Sperlingskauz
© Ralph Frank / WWF

Die Schneeeule

lebt in der Arktis und kommt nur in sehr kalten Wintern im deutschen Wattenmeer vorbei. Sie wird bis zu 2 Kilogramm schwer und ist die einzige Eulenart, die sich im Sommer bis zu 800 Gramm Körperfett anfuttern kann, um so den arktischen Winter zu überstehen.

 

© Claudia Masur / WWF

Auf lautlosen Schwingen

Die meisten Eulenarten jagen in der Dämmerung und in der Nacht – vor allem kleinere Säugetiere wie Mäuse, junge Feldhasen und Kaninchen, außerdem Vögel, Insekten, Frösche und sogar Fische.
© Wild Wonders of Europe / Sven Zacek / WWF
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Eulen verschlingen ihre Beute mit Haut und Haaren. Nach der Mahlzeit spucken sie Unverdauliches wie Knochen, Zähne oder Federn ihrer Beutetiere in grauen Klumpen wieder aus – den so genannten Gewöllen. Mehr darüber erfährst du hier.

Supersüß und neugierig

© Ola Jennersten / WWF Schweden

Die Jungeulen sind superneugierig: Sie verlassen ihr Nest lange bevor sie richtig fliegen können. Als so genannte Ästlinge hüpfen sie dann von Ast zu Ast, bis sie im Herbst richtig flügge werden. Erst dann suchen sich ein eigenes Revier. Solange füttern ihre Eltern sie weiter.

Die meisten Eulenarten bauen übrigens keine eigenen Nester. Sie suchen sich einfach verlassene Nester anderer Vögel oder nisten in Höhlen oder auf Dachböden. Ab April legen sie zwischen zwei bis zwölf Eier und brüten bis zu 34 Tage. Während die Eulenmutter brütet, übernimmt der Eulenvater das Fressenholen.

© WWF

Was Eulen gefährdet

Weltweit sind viele Eulenarten selten geworden oder vom Aussterben bedroht, weil ihre Lebensräume – Wälder und Moore – zerstört wurden und es immer weniger Beutetiere gibt. Durch intensive Landwirtschaft gibt es in manchen Gegenden nur noch wenige Mäuse und andere Kleintiere zum Jagen. Eulen sterben auch, weil sie auf manchen Stromleitungsmasten einen tödlichen Schlag bekommen.

Was Eulen hilft

Heute stehen Eulen bei uns unter strengem Schutz. Auch Schutzgebiete und Naturflächen sind für Eulen wichtig, wo sie Brutplätze in alten Bäumen und genügend Beute finden können. Für beides setzt sich der WWF seit vielen Jahren ein. Der WWF hilft auch in Auffangstationen verletzten Eulen wie auf dem Bild. Außerdem werden seltene Eulen  aus der Nachzucht von Zoos erfolgreich ausgewildert.

© WWF Italien

Was du tun kannst

Hilf mit, Brutplätze für Eulen zu sichern: Manche Eulenarten brüten gerne in der Nähe des Menschen, zum Beispiel in Kirchtürmen und Scheunen, aber auch in alten Bäumen von Parks und Obstgärten.

Geh‘ doch mal mit deinen Freunden auf die Suche nach möglichen Eulenbrutplätzen in eurer Umgebung. Macht eine Liste oder zeichnet sie auf einer Karte ein und gebt sie an den Naturschutzbeauftragten eures Stadtteils. Bittet ihn, diese Orte mit deren Besitzern für Eulen zu sichern.

Geh mal forschermäßig auf Gewölle-Suche: In den ausgespuckten Klümpchen einer Eule findest du die Überreste ihrer Beutetiere. Kriegst du heraus, was die Eule gefressen hat? Wir zeigen dir, was du im Gewölle entdecken kannst.

© Beate Roloff

Lerne Eulen näher kennen:

Zum Beispiel in einem WWF Junior Camp. da erfährst du hautnah - besser: federnah -, wie Eulen leben und was sie brauchen. So wirst du sicher ein prima Eulen-Botschafter!
© Frithjof Schnurbusch / WWF

Komm mit ins WWF Junior Camp-Abenteuer!

Das neue WWF Junior Camp-Programm 2019 erscheint zum Ende des Jahres.

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