Wer schleimt denn hier? Natürlich Schnecken

Kein flauschiges Fell, kein süßes Gesicht, dafür jede Menge Glibber: Schnecken sind wahrlich keine Kuscheltiere. Doch viele von ihnen wirst du richtig süß finden, wenn du sie näher kennenlernst – besonders die mit einem Häuschen.

Schleimspur

Die Schnecke macht sich den Boden glitschig-glatt. Vorne an ihrem Fuß wird der Schleim durch winzige Öffnungen ausgeschieden.
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Der nützliche Glibber

Hast Du schon mal versucht, Schneckenschleim von den Fingern runter zu kriegen? Mit Seife abwaschen genügt meist nicht. Heißes Wasser ist nötig und zusätzlich muss man noch rubbeln. Denn Schneckenschleim haftet fast so stark auf der Haut wie Klebstoff aus der Tube.

Landschnecken schaffen es mit Schleim sogar, eine senkrecht gestellte Glasplatte hinauf zu gleiten, ohne abzurutschen. Kein Wunder, dass Wissenschaftler von den Schnecken lernen wollen, um selbst neuartige Haftstoffe für Menschen herzustellen.

Dabei besteht der zähe Glibber der Schnecken fast nur aus Wasser! Das Klebe-Geheimnis steckt in den kleinen Zutaten: Gelöste Zuckerpartikel und Eiweißstoffe – und in winzigen Mengen Metalle wie Eisen, Zink und Kupfer.

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Aber ihr Schleim klebt nicht nur gut, die Schnecken können auf ihm auch prima vorwärts gleiten. Denn das ist der zweite Vorteil des Schleims: Er funktioniert wie eine Art Kissen, mit dem die Schnecke jede Unebenheit auf ihrem Weg gefahrlos glatt macht – so ähnlich wie wir Menschen das mit Asphalt auf unseren Straßen tun.

Schon gewusst?

Schleim ist ganz schön wichtig. Frösche und Molche zum Beispiel schützen mit ihm ihre Haut vor dem Austrocknen. Pflanzen wie der Fleisch fressende Sonnentau produzieren klebrige Schleimperlen an ihren Tentakeln. An ihnen bleiben Insekten hängen, die die Pflanze dann futtern kann.

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Und auch wir Menschen produzieren Schleim, schau dir mal deine Nase im Spiegel näher an. Die Schleimschicht darin hält den Staub fest, den wir mit der Luft einatmen.

Die Spucke in deinem Mund hilft dir, dein Essen zu zersetzen, und hindert schädliche Bakterien daran, in deinen Körper einzudringen. 

Schnecken gibt's fast überall

Diese Neonsternschnecken leben im Pazifischen Ozean
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Schnecken sind sehr langsam: Die meisten kriechen in einer Sekunde etwa einen Millimeter nach vorne. Trotzdem sind sie sehr erfolgreich, denn sie leben im Meer genauso wie im Süßwasser und an Land. Außerdem leben Schnecken schon seit rund 500 Millionen Jahren auf der Erde – also viel länger als Menschen und noch viel länger als Säugetiere, Reptilien oder Amphibien.

Wie viele Schneckenarten gibt es?

Keiner weiß, wie viele Schneckenarten auf der Erde existieren, vermutlich zwischen 43.000 und 240.000 Arten. Davon leben schätzungsweise 25.000 Arten auf dem Land. In Deutschland leben rund 260 Arten von Landschnecken.

 

Schnecken gehören wie Muscheln und Tintenfische zu den Weichtieren. Es gibt Nacktschnecken und Gehäuseschnecken.

Bauplan der Natur

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Ein eigenes Häuschen auf dem Rücken ist ungemein praktisch: Wenn Gefahr droht, kann sich die Gehäuseschnecke in ihr Schneckenhaus zurückziehen. Sie kann es sogar mit einem Deckel verschließen.

Das Schneckenhaus besteht aus festem Kalk und ist gegen die meisten Feinde stabil. Im Schneckenhaus sind auch die wichtigsten Organe der Schnecke sicher gelagert: Herz, Lunge, Nieren und Magen. Noch ein Vorteil des Schneckenhauses: Bei längerer Trockenheit schützt das Gehäuse das Tier vor der Austrocknung,

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Nacktschnecken haben ihr Gehäuse im Lauf der Evolution zurückentwickelt (Reste davon stecken im Körper der Tiere), weil sie eine andere Lebensweise haben. So können sie zum Beispiel ohne einen dicken Rucksack auf dem Rücken auch in enge Spalten kriechen und sind außerdem beweglicher. Im Meer haben sie grelle Farben und Gifte entwickelt (Bild oben), die mögliche Feinde abschrecken.

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An Land leben Nacktschnecken meist in der Erde und kommen vor allem bei Regenwetter heraus. Sie produzieren reichlich Schleim, bei manchen  Arten ist er bitter oder sogar giftig – das schützt die Nacktschnecken vor manchen Fressfeinden.

Was macht Schnecken noch besonders?

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Fuß mit Kopf

Der längliche, weiche und muskulöse Schneckenkörper heißt Fuß. Mit ihm kriecht das Tier. Am vorderen Ende des Fußes sitzt der Kopf.

 

Blutpumpe statt Füße

Wie alle Weichtiere haben Schnecken keine Knochen. Sie pumpen Blut und Körperflüssigkeit in ihren Fußmuskel, können ihn dadurch in einer Wellenbewegung  zusammenziehen und dehnen. So schieben sich so auf ihrer selbst hergestellten Schleimspur vorwärts – und aufwärts, wenn es sein muss.

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Fühler

Manche Schnecken haben zwei, andere vier: Mit diesen biegsamen Auswüchsen am Kopf können sie ihre Umwelt nicht nur ertasten, sondern auch erschnüffeln und sogar beäugen. Bei manchen Schnecken sitzen die Augen unten an den Fühlern, bei der Weinbergschnecke an der Spitze des oberen langen Fühlerpaares – und sie können eingezogen und wieder ausgestreckt werden.

 

Atmen über und unter Wasser

Landschnecken und einige wenige Wasserschneckenarten holen über ein Atemloch im Mantelgewebe die lebensnotwendige Luft und leiten sie in eine einfache Lunge weiter.

Die meisten Meeresschnecken atmen dagegen wie Fische mit Hilfe von Kiemen, die oft wie ein Gefieder außen am Körper sitzen (wie im Bild).

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Schon gewusst?

Unter den Schnecken gibt es Pflanzenfresser, die Früchte, Blätter oder Stängel mögen, außerdem Aasfresser und Fleischfresser, die ihre Beute jagen.

Zunge mit Zähnchen – oder Giftzahn

Um ihre Nahrung zu fressen, haben Schnecken eine Raspelzunge oder Radula. Darauf sitzen bis zu mehrere tausend winzig kleine Zähnchen, mit denen sie ihr Fressen abschaben. Unterm Mikroskop sieht die Raspelzunge ähnlich aus wie eine Küchenreibe (im Bild). Manche Raubschnecken (Kegelschnecken) haben einen dolchartigen Giftzahn auf der Radula – und ein paar weitere in Reserve.

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Wie Schnecken sich vermehren

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Manche Landschnecken, darunter auch die Weinbergschnecken hier im Bild, sind Zwitter. Das bedeutet: Sie können sich gegenseitig befruchten. Nach der Paarung legt jedes der beiden Tiere 40 bis 60 Eier ins Erdreich. Viele Landschnecken legen sogar Hunderte von Eiern, aus denen nach einigen Tagen fertige kleine Schnecken kriechen.

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Bei den meisten Meeresschnecken kommt aus dem Ei zuerst eine kleine Larve, die durchs Wasser schwebt. Aus ihr entwickelt sich allmählich das erwachsene Tier. Es gibt aber auch einige wenige Schneckenarten, die lebende Junge zur Welt bringen.

Schon gewusst?

Weinbergschnecken werden etwa 10 Jahre alt. Kleinere Arten wie die Hainbänderschnecke etwa 8 Jahre, Zwergschnecken nur etwa ein Jahr.

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Die größte einheimische Schnecke ist der Schwarze Schnegel (im Bild), eine im Wald lebende Nacktschnecke, die bis zu 20 Zentimeter lang wird. Sie ist nicht mehr allzu häufig.

 

Die Große Achatschnecke (im Bild) wird bis zu 30 Zentimeter lang und lebt an der Ostküste Afrikas.

Die größte Schnecke der Welt ist die Große Rüsselschnecke mit 90 Zentimetern Körperlänge. Sie lebt im Meer vor Nordaustralien und Neuguinea.

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Schnecken-Schrecken im Garten

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Nacktschnecken können sehr gefräßig sein, vor allem die eingeschleppte Spanische Wegschnecke. Sie bevorzugt junge Triebe und frisst vom Salat über Kartoffeln bis zu Blumen jede Menge, was ihr unter die Raspelzunge kommt.

 

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Die Gehäuseschnecken hingegen sind für Gärtner und Gärtnerin kein Problem. Denn sie fressen meistens abgestorbene oder schon welke Pflanzen. Und noch ein Pluspunkt: Gehäuseschnecken fressen die Eier der Nacktschnecken.

Was tun bei zu vielen Nacktschnecken im Garten?

Auf keinem Fall mit Gift anrücken. Sehe zu, dass dein Garten naturnah ist und Amseln, Stare, Kröten, Igel oder Blindschleichen dort leben können. Denn die fressen Nacktschnecken.

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© Ola Jennersten / WWF Schweden

Außerdem: Kaffeesatz auf dem Beeten vertreibt Schnecken, ohne ihnen zu schaden. Und wenn es zu viele Nacktschnecken sind: Einfach absammeln, in einen großen Eimer mit etwas Laub tun, Deckel mit Löchern drauf und dann in der Natur (auf einer Wiese) aussetzen.

Schon gewusst?

Schneckengehäuse können wunderschön sein. Leere Häuschen kannst du mitnehmen und sammeln. Du findest sie im Park oder Garten oder beim Strandspaziergang am Meer.

© Michel Roggo / WWF
© Michel Roggo / WWF
© Wild Wonders of Europe / Novak / naturepl.com
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