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Besuch bei Gorillas Ganz schön eindrucksvoll sind sie, die größten Menschenaffen der Welt. Ausgewachsene Gorilla-Männchen werden bis zu 2 Meter groß und dreimal so schwer wie ein Mensch. Mit Brüllen und Brusttrommeln verteidigen sie ihre Familie gegen Feinde.

Gorillas leben im Regenwald von Zentralafrika. Trotz ihres großen Gewichts können sie dort auf bis zu 30 Meter hohe Bäume klettern. Meist jedoch bleiben sie am Boden und suchen dort nach leckeren Früchten oder Blättern, denn Gorillas sind Vegetarier. Essen suchen sie zusammen mit ihrer Familie: Die Gruppen bestehen durchschnittlich aus zehn Tieren.

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Chef und Papa der Gorillafamilie ist häufig ein „Silberrücken“. So heißt er, weil Gorillamännchen zwischen 12  und 18 Jahren – wenn sie ausgewachsen sind – silbergraue Haare auf dem Rücken bekommen.

In vielen Gorillafamilien gibt es nur einen Silberrücken. Es gibt aber auch Familien mit mehreren erwachsenen Männchen. Dann ist einer davon der Chef. Er bestimmt, wo es lang geht, wann gefressen und wann geruht wird. Und er verteidigt zusammen mit den anderen Männchen die Weibchen und Kinder.

Wenn Gorillamänner selbst Boss werden wollen, verlassen sie ihre Gruppe und bilden eine neue. Dazu locken sie dann Weibchen aus anderen Familien weg. Was durchaus Ärger mit deren Silberrücken geben kann. Manche Männchen bilden auch Männer-Gruppen oder bleiben alleine.

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Gorilla-Zwillinge haben zweiten Geburtstag

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Doppeltes Glück: Im Januar 2016 wurden zum ersten Mal in unserer Gorilla-Gruppe im Schutzgebiet Dzanga-Sangha (Zentralafrikanische Republik) Zwillinge geboren. Nach einer WWF-Abstimmung im Internet wurden sie Inganda und Inguka genannt. Jetzt sind die beiden Kinder von Mutter Malui und Vater Makumba zwei Jahre alt und es geht ihnen gut. Im Video siehst du übrigens entweder Inganda oder Inguka.

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Es war die erste Zwillingsgeburt in Dzanga-Sangha seit 16 Jahren. Dass die Babys so früh danach in der Wildnis beobachtet werden konnten, haben wir unseren Mitarbeitern vom Volk der BaAka zu verdanken. Mit ihrer Hilfe haben wir über Jahre die Gorillagruppe von Malui und Silberrücken Makumba an Menschen in ihrer Nähe gewöhnt.

Seit der Geburt der Zwillinge bleibt die Gruppe immer dicht zusammen und die stolzen Eltern zeigen einen starken Beschützerinstinkt. Vor allem Mutter Malui ist sehr fürsorglich. Stets achtet sie darauf, dass keines ihrer Kinder sich zu weit von ihr entfernt.

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Die Fotos und das Video, die du auf dieser Seite siehst, sind etwas ganz Besonderes: Denn normalerweise gehen Gorillas Menschen strikt aus dem Weg. Makumba und Malui aber gehören zu den Gorillas, die über lange Zeit an die Nähe von Menschen gewöhnt wurden, damit auch Touristen sie vorsichtig beobachten können. Deshalb ließen sie sich so bereitwillig filmen und fotografieren.

Schon gewusst?

Gorillas können wie Menschen auf ihren Hinterbeinen laufen – oder auf allen Vieren, und zwar auf den Knöcheln ihrer Hände.

Mahlzeit

Gorillas sind tagaktiv und fressen von morgens bis abends Früchte, Blätter, Baumbussprossen, Kräuter und Rinde. Ungefähr bis zu 20 Kilogramm täglich, denn ihre Nahrung hat wenig Kalorien. Da müssen sie mehr futtern als wir. Damit sind sie dann auch etwa die Hälfte des Tages beschäftigt.

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Familienleben

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Eine Schwangerschaft dauert bei den Gorillas fast genauso lang wie bei uns Menschen: 8,5 Monate. Das Kleine wiegt bei der Geburt gerade mal zwei Kilogramm. Meistens bekommt eine Gorillamutter mit etwa 10 Jahren ihr erstes Baby und dann alle drei bis sechs Jahre ein weiteres. Das bemuttert sie dann bis zu fünf Jahre lang. Denn die süßen Gorillababys sind genauso hilflos wie ein Menschenbaby.  

Die Jungtiere lernen von ihrer Familie, wie man Essen findet, Schlafnester baut, selber auf Babys aufpasst und mit Artgenossen umgeht.

Gorillas können in der freien Wildbahn etwa 40 Jahre alt werden, in Menschenhand sogar bis zu 60 Jahre.

Welche Gorillas gibt es?

Berggorilla

Berggorilla
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Grauer Gorilla

Grauer Gorilla
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Westlicher Flachlandgorilla

Westlicher Flachlandgorilla
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Cross-River-Gorilla

Cross-River-Gorilla
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Gorillas beobachten

Im WWF-Projektgebiet Dzanga-Sangha ist seit 2004 die Begegnung mit Gorillas die Hauptattraktion für Touristen. Der WWF hat dort zum ersten Mal erfolgreich Westliche Flachland-Gorillas an Menschen gewöhnt.

Das ist sanfter Tourismus, der sich für Tiere und Menschen des Regenwaldes lohnt: Für einen Besuch bei den Gorillas bezahlen Touristen. Von dem Geld fließt dann ein Teil in Schutzmaßnahmen für die Tiere, ein anderer kommt der einheimischen Bevölkerung zugute. Es lohnt sich also für die Menschen vor Ort, die Gorillas zu schützen.

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Die Internationale Rote Liste sagt: Alle Gorilla-Arten sind "vom Aussterben bedroht". Warum?

Gorillas in Gefahr

Wälder werden gerodet, abgebrannt oder durch Straßen der Holzfirmen in kleine Teile zerstückelt. Wo Bodenschätze abgebaut oder Felder für die Landwirtschaft angelegt werden, verschwindet der Wald ebenfalls. Gorillas werden auch gewildert, um sie zu essen. Babygorillas sind bei manchen Menschen als „Haustiere“ begehrt. Das alles ist natürlich strengstens verboten! Aber es gibt in Zentralafrika leider nur wenig Kontrolle. In den Regionen, wo die Gorillas leben, haben Menschen lange Zeit Krieg geführt. Auch heute noch gibt es dort immer wieder Konflikte mit Waffen. Auch dadurch sterben Gorillas.

So hilft der WWF

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  • Wir kümmern uns darum, dass über Grenzen hinweg große Schutzgebiete eingerichtet werden.
  • Wir unterstützen die Ausbildung vieler Wildhüter und bezahlen einen Teil ihrer Ausrüstung, damit sie auf den Regenwald und die Gorillas aufpassen. Wie im Dzanga-Sangha-Schutzgebiet, in dem Westliche Flachlandgorillas leben. Dort suchen Wildhüter zum Beispiel nach Wildererfallen und sammeln sie ein.
  • Außerdem wollen wir mehr Ökotouristen in die Regenwälder bringen – Menschen, die Natur erleben wollen, ohne sie zu zerstören: So verdienen die einheimischen Menschen Geld, indem sie den Besuchern die tollen Tiere und den fantastischen Wald zeigen.
  • Wir möchten auch erreichen, dass Holzfirmen strikte Regeln für eine naturfreundliche Nutzung des Waldes befolgen, um den Lebensraum der Gorillas nicht zu zerstören.
  • Wir lassen außerdem extra Bäume pflanzen, aus denen Holzkohle gewonnen wird. So werden im Virunga-Nationalpark, wo Berggorillas leben, für Brennholz weniger Urwälder abgeholzt.
  • Dort will der WWF auch verhindern, dass nach Erdöl gebohrt wird.
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