Wie in Uromis Küche? Lebensmittel lecker haltbar machen

Für Großeltern und Urgroßeltern war es eine Notwendigkeit, für Familien heute ist es nachhaltig und kann viel Spaß machen: Lebensmittel der Saison, aus dem eigenen Garten oder der Region verwenden und sie für später haltbar machen. Und das Schönste daran? Es gibt für kleine und große Schleckermäulchen die passende Leckerei.

Essen in Hülle und Fülle ...

Essen in Hülle und Fülle ...
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... wegwerfen?

... wegwerfen?
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Wir in Deutschland verschwenden im Jahr rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel, 10 Millionen davon wären bereits heute vermeidbar. Das besagt eine WWF-Untersuchung. Was können wir gegen diese unglaubliche Verschwendung tun?

Vor allem sollten wir unsere Lebensmittel wieder mehr wertschätzen – und unsere Konsumgewohnheiten auf den Prüfstand stellen. Das ist gar nicht schwer. Fragen wir doch einfach mal unsere Großeltern oder Urgroßeltern.

„In den 1950er Jahren habe ich meine Ausbildung in einem kleinen Tante-Emma-Laden gemacht. Wir bekamen Obst und Gemüse in Einmachgläsern geliefert. Die Kundinnen und Kunden hatten so die Möglichkeit, Lebensmittel zu Hause eine längere Zeit aufzubewahren und Vorräte anzulegen.“

Elsbeth, 79

Haltbar machen früher

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Frühere Generationen standen vor der Herausforderung, frische Lebensmittel auch für Mangelzeiten aufzubewahren: einkochen, trocknen, pökeln, fermentieren, räuchern. Was bis in die 70er Jahre selbstverständlich war, wird heute nur noch selten praktiziert.  

Wozu auch? Ein Kühlschrank steht in jeder Küche, Konservendosen sind bequem und wir können jeden Tag fast alles im Supermarkt kaufen. Dabei macht die Arbeit in der Küche nicht nur Spaß, sondern ist auch nachhaltig!

Wenn ihr Wert legt auf regionale und saisonale Bio-Waren, plastikarm leben möchtet und Energie sparen wollt, sind selbsteingelegte oder selbsteingekochte Lebensmittel eine tolle Alternative zu konventionellen Produkten. Und alte Bräuche können an jüngere Generationen weitergegeben werden.

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Oma und Opa, wie war das bei euch?

In der Familie, in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis – sprecht mit älteren Menschen in eurem Umfeld darüber, was bei ihnen noch üblich war. Vielleicht haben sie noch Rezepte zum Nachmachen für euch oder Weckgläser zum Ausprobieren. Interessante Gespräche sind garantiert!

„Wir hatten so viele Beeren im Garten, dass jeden Sommer meine Cousinen anreisten, um Himbeeren und Johannesbeeren zu ernten. Daraus kochten wir Sirup und hatten so das ganze Jahr Himbeersaft. Ich habe noch nie Limonade oder Saft gekauft!“

Gertrud, 82
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Ist Einkochen aufwändig?

Möchtet ihr selbst Einkochen, Einlegen und ähnliches, dauert das seine Zeit und bedarf ein wenig Vorarbeit. Aber es lohnt sich, denn Selbstgemachtes ist gesund, lecker und die eigenen Kreationen machen stolz.

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Verbindet ihr die Arbeit in der Küche mit eurer Familienzeit, vielleicht zusammen mit Großeltern und Enkeln, wird aus dem Kochen keine Last, sondern ein tolles Projekt für alle. Probiert doch erstmal was Einfaches.

Einkochen, was übrigbleibt – zum Beispiel Tomatensoße

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Die einfachste Art, ins Einkochen reinzuschnuppern, ist von einem Lieblingsgericht etwas mehr zu kochen und später haltbar zu machen. Der Klassiker hierbei ist die Tomatensoße. Die mögen viele Kinder und es gibt einige Rezepte. Die Grundzutaten für eine einfache Tomatensoße sind: Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Tomatenmark, Olivenöl, Basilikum, Oregano, Salz und Pfeffer.

Unser Tipp

Verwendet Bio-Zutaten, das ist besser für die Natur!

Ihr bereitet die Tomatensoße so zu, wie ihr sie mögt. Dann braucht ihr saubere Schraubgläser oder Glasflaschen, die ihr entweder in einem großen Topf 10 Minuten in ausreichend Wasser auskocht, oder bei 140 Grad für 10 Minuten in den Backofen gebt.

So werden die Gläser sterilisiert und sind bereit für ihren Einsatz. Füllt die Tomatensoße ein, mit 1-2 Zentimeter Abstand zum Rand. Für das Einkochen selbst habt ihr nun zwei Möglichkeiten:

Einkochen im Wasserbad:

Idealerweise stellt ihr die Gläser auf einen Siebeinsatz, damit sie im Topf nicht umkippen. Befüllt den Topf so weit mit Wasser, dass die Gläser zu dreiviertel im Wasser stehen und lasst das Wasser 45 Minuten kochen. Benutzt einen Deckel. Wenn trotzdem zu viel Wasser verdunstet, schüttet noch etwas nach. Schaltet den Herd ab und lasst die Gläser für weitere 20 Minuten im Topf, ehe ihr sie herausnehmt.
 

Einkochen im Backofen:

Heizt den Backofen auf 170 Grad vor und stellt die Gläser auf ein tiefes Backblech oder eine Fettpfanne. Lasst immer etwas Platz zwischen den Gläsern und bedeckt den Boden des Bleches mit Wasser. Ab in den Ofen und beobachten: Fängt die Soße an zu blubbern, senkt die Temperatur auf 120 Grad und lasst alles für eine Stunde weiter einkochen.

 

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Unser Tipp

Ob im Wasserbad oder im Backofen, Kinder sollten das Einkochen immer gemeinsam mit einem Erwachsenen machen.

Eure Kinder und Teenies finden Kochen langweilig?

Schon gewusst?

Kinder, die mit gesunder und nachhaltiger Ernährung aufwachsen, übernehmen diese auch meist ins Erwachsenenalter. Teenager können sich für das Einkochen begeistern und sogar ein Event mit Freundinnen oder Freunden daraus machen.

Den Sommer konservieren

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Erdbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Pflaumen oder Holunder sowie Tomaten, Gurken oder Blumenkohl – der Sommer hält ein prächtiges Angebot an Obst und Gemüse für euch bereit. Wer im Winter auf seine liebsten Sommerfrüchte nicht verzichten möchte, muss auf per Flugzeug importiertes Obst und Gemüse oder solches aus fossil geheizten Gewächshäusern zurückgreifen – mit negativen Folgen für unsere Umwelt.

Schon gewusst?

Wer im Winter auf frisches importiertes Gemüse oder Produkte aus fossil geheizten Gewächshäusern verzichtet und in jeder Jahreszeit auf Saisonalität setzt, hat auf seinem „Einkaufskonto“ 8- bis 10-mal geringere Umweltbelastungen.

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Saisonal essen im Rhythmus der Natur

Von Juni bis September reifen jede Menge Früchte und Gemüse. Wann genau könnt ihr was selber pflücken oder auf dem Markt bekommen? Das zeigt unsere Übersicht über das jahreszeitlich angesagte Obst und Gemüse in Deutschland.

Ich erinnere mich daran, dass unser Lebensmittelladen immer große Eisblöcke geliefert bekam, um Sachen kaltzustellen. Jeden Tag ging man frisch einkaufen und Fleisch gab es hauptsächlich vom Bauern. Da es noch keine Gefriertruhen gab, wurden Lebensmittel eingemacht und Fleisch gepökelt.

Willy, 72

Ist eine umweltbewusste Ernährung eintönig?

Nein! Jede Jahreszeit hat abwechslungsreiche Obst- und Gemüsesorten zu bieten. Wenn ihr auch im Winter nicht auf Beeren und anderes Obst verzichten möchtet, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Lebensmittel haltbar zu machen.

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Sirup

Süße Früchtearomen für jede Gelegenheit
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Fruchtsirup wie der aus Holunderbeeren im Bild könnt ihr vielfältig einsetzen. Er schmeckt zum Beispiel in Milchshakes und Fruchtschorlen, in Kuchen oder auf Eis sehr lecker. Der Zucker im Sirup sorgt für die lange Haltbarkeit und da der Fruchtsaft stark konzentriert wird, reicht schon eine kleine Menge, um Speisen und Getränke eine fruchtige Note zu geben.

Der Sirup im Supermarkt enthält in der Regel Farb- und Konservierungsstoffe sowie künstliche Aromastoffe. Macht ihr aber euren Sirup selbst, bestimmt ihr, was drin ist. Und dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Alle Obstsorten, die man entsaften kann, können verarbeitet werden, zum Beispiel

 

Erdbeeren

Erdbeeren
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Brombeeren

Brombeeren
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oder Pflaumen

oder Pflaumen
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Die Grundlagen bilden Früchte, Zucker, Wasser und Zitronensaft. Als Grundrezept gilt: 1 Kilogramm Früchte, 500 Gramm Zucker, 1 Liter Wasser und der Saft von 2 Zitronen. Früchte wie Beeren und Wassermelonen können direkt püriert werden. Andere Obstsorten wie Äpfel und Birnen solltet ihr in etwas Wasser weichkochen, ehe ihr sie püriert. Anschließend wird das pürierte Obst zusammen mit dem Zucker und Wasser für ca. 30 Minuten gekocht. Rührt ab und an ein wenig um und gebt zum Schluss den Saft der Zitronen dazu. Jetzt legt ihr ein Baumwolltuch in ein Sieb und filtert den Sirup. Abgefüllt in Flaschen hält er sich ca. 6 Wochen, zusätzlich eingekocht viel länger. Was bei superleckerem Himbeersirup auf Eis nur selten der Fall ist ...

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Unser Tipp

Wenn ihr kein eigenes Obst im Garten oder auf dem Balkon habt, haltet einfach die Augen offen. Überall am Feldrand und auf Brachen in der Stadt gibt es wilde Brombeeren, die meist in ausreichender Höhe gepflückt werden können und leckere Marmelade oder Sirup ergeben.

© Carola Laun

Chutneys und Marmeladen

Nach Herzenslust ausprobieren
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Chutneys (wie oben mit Roter Beete) und Marmeladen sind lecker und können gut selbst gemacht werden. Oder probiert doch einmal, Gemüse einzulegen. Experimentiert und schaut, was zu euren Lieblingsobst- und Gemüsesorten und zu eurem Geschmack passt.
Wir haben einfach Grundrezepte für euch:

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Chutneys in zwei leckeren Varianten

Kürbis-Apfel (mit weihnachtlicher Note)

Aprikose

 

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Gurken einlegen

Im Steintopf

im Glas

Nicht mehr so lecker?

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Habt ihr auch manchmal Reste in der Küche, für die ihr gerade keine Verwendung habt, die aber gegessen werden wollen? Eine halbe Zwiebel, eine kleine Möhre, ein paar Radieschen, ein schon etwas schrumpeliger Apfel: Sie alle sind noch viel zu gut für die Tonne!

Trockensuppe aus Gemüseresten

Eine haltbare und leckere Alternative zu Instant-Suppen aus dem Supermarkt könnt ihr mit nur minimalem Aufwand herstellen, indem ihr die Gemüsereste kleinschneidet und trocknet. Je kleiner die Stücke, desto schneller sind sie trocken. Das geschnittene Gemüse verteilt ihr nun auf einem Backblech und stellt dies zum Trocknen in die Sonne oder an einen trockenen Ort im Haus.

© Annika Steinke

Wendet die Gemüsestücke ab und an und überprüft, ob sie bereits getrocknet sind. Verschließt sie abschließend in einem Schraubglas. In der Kreation eurer Trockensuppe seid ihr völlig frei. Nehmt einfach das, was ihr dahabt. Sellerie oder Maggikraut geben einen typischen Suppengeschmack und auch getrocknete Erbsen, Graupen oder Buchstabennudeln dürfen mit ins Glas.

Unser Tipp

Würzt die Suppe am besten erst beim Kochen. Neben Salz und Pfeffer gibt auch Curry einen leckeren Geschmack.

© Carola Laun

Apfelchips

Genauso leicht könnt ihr auch leckere Apfelchips an der Luft trocknen. Hierfür sollten die Äpfel in Ringe geschnitten werden und vorab ein paar Minuten in einer Schüssel mit Wasser und Zitronensaft baden. Anschließend an einer Schnur oder einem Stock auffädeln und an einen trockenen Ort hängen. 1-2 Wochen abwarten und dann genießen.

Vielleicht habt ihr ja sogar Lust, aus Holzresten einen Trockenständer zu bauen?

Unser Tipp

Je dünner die Apfelringe, desto knuspriger werden die Chips.

© Arnold Morascher / WWF

WWF-Rezepte: Das Beste aus dem Reste

Auf unserer Themenseite „WWF zum Anbeißen“ findet ihr Rezepte für echte Reste-Leckereien. Knusprige Brotchips, würzige Brotaufstriche, fruchtige Chutneys und gesunde Bananen-Hafer-Kekse könnt ihr ganz einfach nachmachen. Tonne leer, Bauch voll – so muss (fast) nichts mehr weggeworfen werden!

Haltbar machen und verschenken

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Auch Kinder wollen gerade an Weihnachten und anderen Festen Geschenke machen. Selbstgebasteltes ist immer schön. Vor allem Ge- oder Verbrauchs-Geschenke, weil sie immer wieder für kleine Freudenmomente sorgen: Der mit dem Lötkolben verzierte Holzkochlöffel verschwindet zwar in der Schublade, wird aber beinahe täglich wieder hervorgeholt; die selbst gekochte Marmelade kommt über zwei, drei Wochen regelmäßig auf den Tisch. Mit selbst entworfenen besonderen Etiketten werden eure köstlichen Geschenke echte Hingucker.

Weitere Geschenkideen haben wir hier für euch gesammelt.

Ein Stückchen Sommer zurückholen

© privat

„Wir haben einen Schrebergarten, da gibt es vom Frühling bis zum Herbst wahnsinnig viel zu tun und wir ernten Obst und Gemüse kiloweise. Mit allem, was wir nicht verschenken, holen wir uns dann im Winter ein Stückchen Sommer und Garten-Feeling zurück.“

Katrin, Christian & Melina

Wer rettet unsere Welt? Wir machen das gemeinsam. Jeden Tag!

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Das Schönste an Familienfesten? Sich gegenseitig eine Freude machen!