Nachhaltig(keit) lernen? Endlich wieder live in der Schule!

Schon vor der Pandemie hatte sich Schule verändert: Klimastreiks etablierten sich als Mittel junger Menschen, um auf das wichtige Zukunftsthema Klimaschutz verstärkt aufmerksam zu machen. Jetzt beginnt eine neue Normalität in der Schule und Nachhaltigkeit sollte innerhalb und außerhalb des Lehrplanes selbstverständlich werden.

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Neben Klimastreiks gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, wie Schule nachhaltig und zum Lernort für Nachhaltigkeit werden kann.

Endlich gibt es wieder normale Schule!

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Raus aus dem Haus, live lernen und diskutieren, Freunde und Lehrkräfte treffen. Da lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken, wie nachhaltig eigentlich unser Schulalltag ist und was vielleicht klimafreundlicher geht.

Der Schulweg möglichst ohne Auto

Mit ein wenig Übung und gemeinsam als Freundesgruppe lässt sich der Schulweg sicher bewältigen, am Anfang können Eltern die Kindergruppe abwechselnd begleiten!

 

 

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Schon Grundschulkinder schaffen einen Schulweg von bis zu zwei Kilometern zu Fuß oder mit dem Roller, ältere nehmen das Fahrrad. Wenn der Schulweg länger als sieben bis zehn Kilometer ist und Schulbus oder öffentliche Verkehrsmittel nicht funktionieren, lohnt es sich, neben dem Fahrrad über ein E-Bike nachzudenken.

Die Schulmaterialien

Hefte, Bücher, Mäppchen, Stifte – hier könnt ihr auf Nachhaltigkeit achten, indem ihr Recycling-papier und langlebige Materialien nutzt, auf Plastik verzichtet und auf das FSC-Siegel und den Blauen Engel achtet. Wenn ihr die (selbst angeschafften) Schulbücher des letzten Jahres und andere Materialien an jüngere Geschwister oder andere Schüler:innen weitergebt, spart das zusätzlich Ressourcen und Geld.

 

Der Schulranzen

Achtet beim Schulranzen-Kauf auf Nachhaltigkeit: Aus welchen Materialien ist der Ranzen? Wächst er mit, sodass er lange genutzt werden kann? Oder gibt es einen guten gebrauchten Ranzen in der Familie oder auf dem Flohmarkt?

 

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Vielleicht gefällt euch auch die WWF-Kollektion? Gemeinsam mit Step by Step und coocazoo haben wir umweltfreundliche Schulranzen und Freizeit-Rucksäcke entwickelt, die aus Bio-Baumwolle und recycelten PET-Flaschen bestehen.

Die Pausensnacks

Schule macht hungrig und durstig und damit Kinder und Jugendliche gut lernen können, brauchen sie gute und ausgewogene Ernährung – zu Hause und in der Schule. Belegte Vollkornbrote oder -brötchen, dazu Obst und Gemüse und vielleicht ein paar Nüsse sind genau das richtige für einen anstrengenden Schultag. Bitte nutzt möglichst Brotdosen und eine wiederverwendbare Trinkflasche, so vermeidet ihr unnötigen Einwegplastik-Abfall.

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Noch mehr Tipps zum Schulstart?

Klimastreiks mit Fridays for Future?

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Als Eltern macht ihr euch vielleicht Sorgen um schulische Leistungen und Verwarnungen, wenn eure Kinder freitags für das Klima streiken wollen, anstatt zur Schule zu gehen. Aber das Engagement der Jugend ist wichtig! Natürlich solltet ihr in der Familie gute Lösungen finden für die Kombination aus Engagement und schulischem Lernen.

Außerdem sollten Schülerinnen und Schüler auch mit Schulleitung und Lehrkräften diskutieren, wie Klimaschutz in Schulalltag und Unterricht integriert und welche Regelungen für den Unterrichtsausfall bei den Klimastreiks getroffen werden können. So lernen junge Menschen ganz nebenbei, wie sie für eigene Standpunkte eintreten und was Demokratie in der Praxis bedeutet.

Wie wird Schule nachhaltiger?

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Schülerinnen und Schüler können mit ihren Eltern und Großeltern noch mehr tun und mit daran arbeiten, dass die gesamte Schule nachhaltiger wird.

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Wie nachhaltig, regional und bio ist die Mittagsverpflegung und gibt es die Möglichkeit, vegetarisch oder vegan zu essen?

Wie ist der pH-Wert des Wassers (großes Bild oben)? Welche Verkehrsmittel werden für Schulausflüge und Klassenfahrten verwendet?

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Wie steht es um den Energieverbrauch der Schule? Gibt es Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien, überall Energiesparlampen und gut regelbare Heizungen?

Wird auf den Papierverbrauch geachtet und Recycling-Papier genutzt? Gibt es eine Börse für selbst angeschaffte Bücher, Lektüren und andere Arbeitsmaterialien?

Viele Fragen, bei deren Beantwortung Schule und Kommune mit Schülern und Schülerinnen und engagierten Erwachsenen in Projektgruppen oder AGs zusammenarbeiten können, um die Schule Schritt für Schritt nachhaltiger zu machen.

Wie ihr ein größeres Projekt gemeinsam mit anderen starten könnt, zeigt euch unsere Schritt für Schritt-Anleitung.

Beispiele für eigene Schulprojekte

Bienenhotel bauen

Bienenhotel bauen
© Nadja Frerichs / WWF

Erneuerbare Energien voranbringen

Erneuerbare Energien voranbringen
© Arnold Morascher / WWF

Gesunde Schulverpflegung fördern

Gesunde Schulverpflegung fördern
© privat

Schulstreik für das Klima organisieren

Schulstreik für das Klima organisieren
© picture alliance / DPR

Ein Bienenhotel für die Schule

In einer freien Projektarbeit haben sich Ben und Keno am Städtischen Gymnasium Rheinbach über ein Schulhalbjahr mit Bienen beschäftigt und dabei ein großes Bienenhotel für den Schulgarten gebaut. Mit ihrer tollen Präsentation gewannen sie den Schulpreis für das beste Projekt. Heute sind verschiedene Bienenarten auf dem Gelände des Gymnasiums heimisch.

Erneuerbare Energien an der Schule

Sophie nahm am 2 Grad-Schülercampus des WWF teil und forschte dort ein Jahr gemeinsam mit Klimafachleuten zu erneuerbaren Energien. Danach hat sie in einem Projekt eine Kleinwindkraftanlage an ihrer Schule initiiert und installiert.

Gesunde Schulverpflegung

Gaby hat mit anderen Eltern „Meet & Eat“ an der Schule ihrer Kinder in Ahrensburg gegründet. So konnten die Schülerinnen und Schüler täglich regional und bio essen und wurden an gesunde Ernährung herangeführt. Über 100 Helfende engagieren sich dort seit langem in der Schulkantine.

 

Skolstrejk för Klimatet

Greta Thunberg hörte in der Schule zum ersten Mal etwas über den Klimawandel – das Thema ließ sie fortan nicht mehr los. Nachdem sie ihr eigenes Leben und das ihrer Familie nachhaltig gestaltet hatte, wollte sie noch mehr tun. Sie gewann einen Schreibwettbewerb zur Umweltpolitik und startete ihren persönlichen Streik für den Klimaschutz. Die dadurch entstehende Aufmerksamkeit nutzte sie und wurde Vorbild für eine ganze Generation junger Menschen. Auf dem gesamten Weg wird sie durch ihre Familie und viele andere unterstützt.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Unterricht

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Ob Deutsch, Sachunterricht, Erdkunde in der Grundstufe oder Politik, Biologie, Sozialwissenschaften oder Englisch in der Mittel- und Oberstufe – es gibt kaum ein Unterrichtsfach, das keine Anknüpfungspunkte zum Thema Nachhaltigkeit bietet. Projektwochen und Exkursionen können sich intensiv mit einzelnen Aspekten von Arten- und Naturschutz, Klimawandel, Ernährung und vielem mehr beschäftigen.

 

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Zwar sind Lehrkräfte an Lehrpläne gebunden. Doch ihr habt als Familie die Möglichkeit, Impulse zu setzen:
•    Über Elternabende, Fachkonferenzen und Gespräche mit Schul- oder Klassenleitung können Eltern Ideen einbringen.
•    Vielleicht habt ihr sogar die Möglichkeit, eure eigene (berufliche oder private) Expertise einzubringen: Indem ihr eine Exkursion anbietet oder begleitet, ein Nachmittagsangebot schafft oder vorschlagt, eine Schulstunde zu gestalten – viele Lehrkräfte sind dankbar, wenn jemand einmal aus der Praxis berichten kann!
•    Kinder und Jugendliche können Projektarbeiten oder Referate nutzen, um Mitschülerinnen und Mitschülern Themen näher zu bringen, die ihnen selbst am Herzen liegen und zu denen sie recherchiert haben oder sich auskennen.

Lehrkräfte können außerdem didaktische Materialien des WWF für die eigene pädagogische Arbeit nutzen.

Mehr Nachhaltigkeit klappt – mit den passenden Ressourcen und Materialien

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Der WWF bietet euch viele Infos und Materialien, damit ihr die Themen Nachhaltigkeit und Naturschutz in die Schule und sogar schon in den Kindergarten bringen könnt.

2 Grad Schülercampus

Über ein Jahr hinweg setzen sich Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem WWF in Workshops mit den Themen Energie, Mobilität, Gebäude und Ernährung auseinander und tauchen tief in die Möglichkeiten des Klimaschutzes ein.

© Arnold Morascher / WWF
© Arnold Morascher / WWF

Sie forschen gemeinsam mit renommierten Fachleuten und präsentieren am Ende des Programmes ihre Ergebnisse. Zusätzlich entstehen immer wieder Projekte im direkten Umfeld der Teilnehmenden.

Junior.de

Ob Tiere, Lebensräume, Naturschutz oder Nachhaltigkeit: Unsere Webseite wwf-junior.de bietet Kindern in Grundschule und Unterstufe vielfältige Informationen zu allen relevanten Umweltthemen – vom Klimawandel bis zu nachhaltigem Essen. Hier werden Schülerinnen und Schüler fündig, wenn es um Referate, Hausarbeiten und Projekte geht!

© Melanie Adam
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Nachhaltigkeit diskutieren

Für Familien entwickelt, lässt sich die Diskussion am Abendbrottisch auch in die Politik-, Sozialwissenschaft oder Erdkunde-Stunde verlegen: Zu verschiedenen Bereichen von Klimaschutz und Nachhaltigkeit werden Diskussionsanregungen gegeben, die die Problematik aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten und junge Menschen zur Auseinandersetzung anregen.

Artenschutzquiz

Biologie oder Sachunterricht einmal anders? Das Artenschutzquiz fordert Kinder auf spielerische Art auf, sich mit bedrohten Tierarten auseinanderzusetzen. Mit eigenen Recherchen bei anerkannten Quellen lässt sich das Spiel erweitern. Dank verschiedener Möglichkeiten als Einzel- oder Gruppenspiele kann das Artenschutzquiz in jeder Schulklasse oder Gruppe genutzt werden.

© Ralph Frank
© Arnold Morascher / WWF

WWF Bildung

Unterrichtsmaterialien zum Download zu: Meeren, Flüssen, Wäldern, Klimaschutz, Ernährung und vielen weiteren Themen rund um Nachhaltigkeit. Es gibt Arbeitsblätter, Anregungen, Impulse und Präsentationen für Schülerinnen und Schüler wie für Lehrkräfte.

Naturentdecker-Sets

Kindergarten- und Grundschulkinder sind neugierig und wollen ihre Welt eigenständig erfahren. Die Naturentdecker-Sets rund um Bäume, Boden und Jahreszeiten bieten Spiele, Experimente und Materialien für das Erleben der Natur und das Draußen-Lernen.

© WWF
© Frihtjof Schnurbuch / WWF

WWF-Handbuch "Natur verbindet"

Ein ganzer Methodenkoffer aus der Wildnispädagogik und dem nachhaltigen Lernen! Für die schulische Arbeit, aber auch für außerschulische Gruppen oder Freizeitangebote.

Die WWF Jugend unterstützt

In der WWF Jugend engagieren sich junge Menschen: Sie tauschen sich aus, tragen Wissen zusammen, organisieren Aktionen und Demonstrationen, entwickeln Ideen für und Forderungen an die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hier finden junge Menschen Gleichgesinnte für eigene Projekte, Unterstützung für Hausarbeiten und, und, und …

 

© Sonja Ritter / WWF

Warum wir den WWF unterstützen? Weil wir von Natur aus zusammenhalten!

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Das Schönste an Familienfesten? Sich gegenseitig eine Freude machen!
Klimaschutz: Was hat das mit unserer Familie zu tun?