Wer versteckt sich hier: Hase oder Kaninchen? Weiches Fell und mehr oder weniger lange Ohren, Stummelschwänzchen und auffällige Vorderzähne: Das haben alle Hasen und Kaninchen gemeinsam. Doch wer genau hinschaut, entdeckt die Unterschiede – nicht nur im Aussehen.

Kaninchen graben sich in einen Bau unter der Erde. Droht Gefahr, huschen sie in ihre Höhle. Hasen dagegen leben immer im freien Feld. Sie verstecken sich unter Büschen oder ducken sich in Bodensenken wie im Bild oben.

© GettyImages
© iStock / GettyImages

Hasen haben größere Ohren und kräftigere Hinterbeine als Kaninchen. So können sie anschleichende Feinde besser hören, ihnen schnell entkommen – und dabei ihre berühmten Haken schlagen. 

Kaninchen sind meist gesellig und leben in Gruppen. Hasen sind Einzelgänger und treffen sich meist nur, um eine Familie zu gründen.

© ThinkstockPhotos
© GettyImages

Babys sind bei Kaninchen nackt, blind und taub, denn sie werden geschützt im Bau unter der Erde geboren (die auf unserem Foto sind schon etwas älter). Hasenjunge, die in einer Bodenkuhle unter freiem Himmel zur Welt kommen, tragen dagegen von Anfang an ein Fell, haben offene Augen und hoppeln schon rasch nach der Geburt nach draußen.

Bei uns in der Natur leben vor allem der Europäische Feldhase und das Europäische Wildkaninchen.

Der Feldhase: bis zu 75 Zentimeter lang und bis zu fünf Kilogramm schwer

Der Feldhase: bis zu 75 Zentimeter lang und bis zu fünf Kilogramm schwer
© GettyImages

Das Wildkaninchen: bis zu 45 Zentimeter groß und bis zu 2,5 Kilogramm schwer

Das Wildkaninchen: bis zu 45 Zentimeter groß und bis zu 2,5 Kilogramm schwer
© J. Fieber / igreen media / WWF

Alle Hasen und Kaninchen sind Pflanzenfresser. Sie mümmeln an Gräsern, Kräutern, Blättern und Blüten, aber auch an harten Wurzeln und Rinden. Weil diese Kost schwer verdaulich ist, machen Hasen und Wildkaninchen etwas, was wir Menschen voll eklig finden: Sie fressen den weichen Teil ihrer Häufchen noch einmal. Auf diese Weise holen sie mehr Vitamine und wichtige Spurenstoffe aus ihrer Nahrung.

© ThinkstockPhotos
© J. Fieber / igreen media / WWF

Genug zu fressen finden Feldhasen meist von April bis Juli. Danach, wenn das Getreide abgeerntet ist, müssen sie länger nach Nahrung suchen und dabei oft ihre sichere Deckung verlassen. Das kann für sie gefährlich werden! Ihre natürlichen Feinde sind vor allem Fuchs, Dachs und Marder sowie große Vögel wie Eulen, Krähen und Greifvögel.

Deshalb gehen sie meist erst in der Dämmerung auf Nahrungssuche. Sie warnen einander, wenn sie eine Gefahr wittern, und schlagen Alarm, indem sie mit den Hinterbeinen auf den Boden klopfen. Deshalb heißt der Hase in Disneys Bambi auch Klopfer.

© LPB / WWF

Was bedroht die Feldhasen?

Ihr Name sagt es schon: Feldhasen leben vorwiegend auf Feldern, Wiesen und Äckern. Doch die intensive Landwirtschaft bietet ihnen kaum noch Nahrung und Verstecke. Immer größere Maschinen auf den Äcker gefährden außerdem die Junghasen. Hinzu kommen chemische Düngemittel auf den Äckern, die den Langohren schaden.

 

© GettyImages

Was hilft den Feldhasen?

Bunte Ackerränder

© Ralph Frank

Der WWF setzt sich für eine Landwirtschaft ein, die auf Hilfsmittel verzichtet, die der Natur schaden. Und die den Tieren genügend Büsche und pflanzenreiche Feldränder lässt, in denen sie sich verstecken können. Feldhasen brauchen eine abwechslungsreiche Landschaft und Nahrung!

 

© J. Fieber / igreen media / WWF
© Ola Jennersten / WWF Schweden

Im Bio-Landbau haben sie beides. Durch die Aussaat von Wildkräutern haben die Tiere nicht nur extra Nahrung, sondern im Herbst und Winter auch Gebüsch, wo sie sich verstecken können.Wenn ihr Bio-Produkte aus der Region kauft, unterstützt ihr damit auch die Artenvielfalt bei uns auf dem Land.

Welt ohne Bienen? Ohne uns!
Delfine: Schneller als Olympiasieger