Orang-Utans: Scheue Schlauberger Die Menschenaffen mit dem orangebraunen Fell und der wilden Frisur leben im südostasiatischen Regenwald. Genauer: nur noch auf den Inseln Sumatra und Borneo. Leider sind sie dort vom Aussterben bedroht!

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Schon gewusst?

Tierpfleger erzählen sich gern eine tolle Geschichte: Was macht ein Menschenaffe mit einem Schraubenzieher? Ein Gorilla würde ihn ganz praktisch benutzen – zum Beispiel, um sich am Rücken zu kratzen. Ein Schimpanse würde damit Quatsch machen und ihn einem Artgenossen nachwerfen. Ein Orang-Utan jedoch würde erst so tun, als würde er sich null dafür interessieren und warten, bis der Pfleger verschwunden ist, um dann damit den Käfig zu öffnen.

Wir wissen nicht, ob das wirklich stimmt. Aber intelligent sind Orang-Utans auf jeden Fall. Bei Intelligenztests schneiden die Rothaarigen sogar etwas besser ab als Gorillas und Schimpansen.

Orang-Utans haben einen klasse Orientierungssinn und ein prima Gedächtnis. So merken sie sich zum Beispiel genau, wann auf welchem ihrer Regenwaldbäume welche Früchte reif werden!

Orang-Utans benutzen außerdem manchmal Werkzeuge, um sich das Leben einfacher zu machen. So verwenden sie Blätter als Regen- oder Sonnenschirme. Sie benutzen sie auch als Trinkschalen oder Servietten – und als eine Art Handschuh, um stachelige Früchte oder dornige Zweige anzufassen. Sie klatschen mit Zweigen nach Insekten oder kratzen sich damit den Rücken.

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Bauplan der Natur

Orang-Utans gehören zu den Großen Menschenaffen. Du kannst sie aber ganz deutlich von Gorillas oder Schimpansen  unterscheiden: Sie haben ein braunrotes Fell mit langen Haaren, sehr lange Kletterarme und gebogene Beine. Das ist praktisch zum Hangeln und Klettern in den Bäumen, aber weniger zum Laufen auf dem Boden. Auch ihre Füße sind perfekt zum Klettern: Orang-Utans können den großen Zeh abspreizen und mit ihm Äste umgreifen.

 

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Männchen haben oft große Backenwülste und können am Hals einen Kehlsack aufpumpen. Den benutzen sie dann wie eine Art Hupe im dichten Regenwald. So warnen sie andere Männchen: „Haut ab, jetzt komm’ ich!" Ihr Ruf ist bis zu anderthalb Kilometer weit zu hören. Auch die Weibchen hören die Rufe und können so zu den Männchen finden.

 

 

Die meisten Zeit ihres Lebens hangeln sich Orang-Utans in den Baumwipfeln voran. Daher haben sie auch ihren Namen: Im Malaiischen bedeutet Orang-Utan „Waldmensch“.
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Beim Schwingen in den Bäumen nutzen Orang-Utans geschickt ihr Gewicht: Sie hängen sich an einen Ast der Baumkrone, bis dieser sich tief zum nächsten Baum herunterbeugt. Oder sie schwingen mit dem ganzen Baum hin und her, bis dieser nah genug am nächsten Baum ist. Dann steigen sie ganz gemächlich um. Ihre langen Arme sind dabei superpraktisch.

Fast jeden Abend bauen sie sich ein neues Nest aus Blättern und Zweigen. Damit das Baumkronenbett auch richtig federt, legen sie sich auf nach unten gebogene Zweige! Da kann man sich gemütlich zusammenrollen und einschlafen.

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Allesesser

Menschenaffen fressen am liebsten Früchte wie Feigen oder Durians – das sind große, grüne, stachelige Früchte, die nur in Südostasien wachsen. Gelegentlich vernaschen Orang-Utans aber auch Vogeleier und kleine Affen wie Plumploris. 

Bei Orang-Utans zu Hause

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Schon gewusst?

Für den Regenwald sind die Orang-Utans superwichtig, denn durch ihre Häufchen nach dem Essen verbreiten sie auf ihren Wanderungen Samen, aus denen neue Pflanzen entstehen.

Orang-Utan-Mütter kümmern sich ähnlich liebevoll um ihren Nachwuchs wie Menschenmamas und behüten ihre Kinder bis zu neun Jahre lang.
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Die Orang-Utan-Männchen sind hingegen meistens Einzelgänger.

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Welche Arten gibt es?

Es gibt drei Orang-Utan-Arten, alle leben in Südostasien auf zwei großen Inseln: der Borneo-Orang-Utan auf der Insel Borneo, der Sumatra-Orang-Utan auf der Insel Sumatra und der Tapanuli-Orang-Utan ebenfalls auf Sumatra, der erst 2017 als eigene Art von Wissenschaftlern beschrieben wurde.

 

Borneo-Orang-Utan

Borneo-Orang-Utan
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Sumatra-Orang-Utan

Sumatra-Orang-Utan
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Tapanuli-Orang-Utan

Tapanuli-Orang-Utan
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Wie viele Orang-Utans gibt es?

Borneo-Orang-Utans: Etwa 54.000 Tiere.

Sumatra-Orang-Utans: 13.800 Tiere.

Tapanuli-Orang-Utan: Weniger als 800 Tiere.

Das sind viel weniger Orang-Utans als früher.

Die Rote Liste sagt: Orang-Utans sind "vom Aussterben bedroht". Warum?

Gefahr für Orang-Utans

Leider zerstören Menschen den Lebensraum der Orang-Utans. Sie fällen die Bäume des Regenwaldes wegen des Holzes oder um danach Landwirtschaft zu betreiben oder Ölpalmen anzupflanzen. Aus den Früchten der Ölpalmen wird Öl gewonnen, das für Margarine, Schokolade, Waschmittel und Kosmetik verwendet wird. Außerdem müssen Orang-Utan-Mütter sterben, weil manche Menschen ihre Babys als Haustiere halten wollen. Oft töten Wilderer die Menschenaffen, um ihr Fleisch zu verkaufen. Auch manche Bauern und Plantagenarbeiter töten die Affen, weil sie sich nicht an ihrer Ernte vergreifen sollen.

Wie hilft der WWF?

Der WWF will die letzten Orang-Utans retten. Dazu wollen wir die Regenwälder als Lebensraum für die Orang-Utans erhalten, den unerlaubten Handel mit ihnen verhindern und die Wilderei stoppen.

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Deshalb bekämpft der WWF das unerlaubte Roden von Urwäldern. Er will die bestehenden Schutzgebiete auf Borneo und Sumatra ausdehnen und sie durch Waldkorridore verbinden. So können isoliert lebende Orang-Utans sich wieder mit Artgenossen aus anderen Gebieten treffen und vermehren.

Aufgeforstet wird auch mit Bäumen, die Früchte tragen, die Orang-Utans gerne fressen.

In den Schutzgebieten setzen wir uns für mehr Wildhüter ein, um die Jagd auf die Orang-Utans und den Handel mit ihnen zu stoppen. Wir reden mit den Kleinbauern, damit sie Konflikte mit Orang-Utans auf ihren Plantagen friedlich lösen.

Wir gehen auch in Schulen und klären auf, wie wichtig Orang-Utans für den Wald sind, zum Beispiel als Samenverbreiter.

Außerdem helfen wir Gemeinden, Orang-Utan-Wald für Touristen zu erhalten. So könnn die Menschen mit lebenden Orang-Utans Geld verdienen.

 

Die Nashörner kommen
Steckbriefe Orang-Utans