Mehr Nachwuchs bei den Großen Pandas Gute Nachricht: Es gibt wieder mehr Große Pandas. Seit fast 40 Jahren haben die Naturschützer vom WWF mitgeholfen, dass sie nicht aussterben. Hier zeigen wir dir, wie die superknuffigen Pandabären leben – und was sie so besonders macht.

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Insgesamt 1.864 Bambusbären wurden im Jahr 2014 in freier Wildbahn gezählt – 264 Tiere mehr als bei der Zählung im Jahr 2004.

Das hat den WWF sehr gefreut, denn es zeigt: Wenn man stark bedrohte Tiere über längere Zeit gut schützt, dann vermehren sie sich auch wieder. Dazu gehört auch, dass sie mehr Lebensraum zur Verfügung haben, insgesamt über 2,5 Millionen Hektar - das ist eine größere Fläche als das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Früher bewohnten die Pandas allerdings eine noch viel größere Fläche. Bislang ist leider auch erst etwas mehr als die Hälfte ihres aktuellen Lebensraums geschützt. Deshalb gibt es noch viel zu tun, damit der Große Panda sich noch weiter vermehren kann.

5 Dinge über den Panda, die du noch nicht wusstest

Und hier noch ein sechstes Ding ...

Große Panda-Männchen pinkeln manchmal im Handstand an einen Baum. Damit markieren sie ihr Revier – und täuschen zugleich vor, sie wären viel größer!

Bauplan der Natur

Der Große Panda wirkt nicht nur superknuffig, er ist auch absolut ungewöhnlich: Denn von seiner Abstammung her ist er ein Raubtier, er gehört zur Familie der Bären.

Doch der Große Panda ist hauptsächlich Vegetarier. Er frisst fast nur Bambus, und zwar jede Menge: Erwachsene Tiere schaffen 9 bis 18 Kilogramm am Tag! Damit sind sie etwa 12 Stunden beschäftigt!

Und noch etwas an ihnen ist ganz besonders: Große Pandas besitzen einen verlängerten Handwurzelknochen an den Vorderpfoten, der aussieht wie ein Daumen. Mit diesem „falschen“ Daumen können sie den Bambus besser festhalten.

Ein ausgewachsenes Tier wird 1,20 bis 1,80 Meter groß. Männchen wiegen 85 bis 125 Kilogramm, Weibchen 70 bis 100 Kilogramm.

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Schon gewusst?

Panda-Mahlzeiten sind gar nicht eintönig: Pandas verspeisen mehr als 60 verschiedene Bambusarten! Besonders solche, die viel Eiweiß und wenig Ballaststoffe enthalten. Außerdem fressen Pandas je nach Jahreszeit eher junge Blätter und Sprossen oder eher Stiele und Zweige.

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Pandababys sind so leicht wie eine Tafel Schokolade

Das Jungtier auf dem Bild ist schon zwei Monate alt. Es lebt in einer Aufzuchtstation und wird gerade gewogen. Frisch geboren sind Große Pandas noch viel kleiner, etwa so groß wie ein Hamster. Die Jungen wiegen ungefähr 80 bis 200 Gramm, also gerade mal so viel wie ein bis zwei Tafeln Schokolade.

Außerdem sind sie zunächst fast nackt und blind und sehen noch ganz rosa aus. Sie haben dann noch keinerlei Ähnlichkeit mit einem ausgewachsenen Großen Panda.

Weibchen sind nur wenige Tage im Jahr fruchtbar. Zum ersten Mal ein Junges bekommen sie zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr und dann etwa alle zwei bis drei Jahre. Die Pandamutter bringt ihr Kind in einem hohlen Baum oder einer Höhle zur Welt. Dort ist es am besten geschützt.

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Insgesamt säugt die Pandamutter ihr Junges etwa neun Monate lang. Ab dem fünften Monat gibt's den ersten Bambus!

Nach eineinhalb bis drei Jahren schließlich geht der junge Panda dann seiner eigenen Wege. In freier Wildbahn werden Große Pandas bis zu 20 Jahre alt. Der älteste bekannte Große Panda (in einem Zoo) verstarb mit 36 Jahren.

Hier fühlen sie sich wohl

Einst bewohnten Große Pandas den größten Teil Chinas sowie den Norden Myanmars und Vietnams. Heute leben die Großen Pandas nur noch in sechs voneinander isolierten Bergregionen im Südwesten Chinas. Dort bewohnen sie die nebelfeuchten und bambusreichen Bergwälder in Höhen zwischen 1.500 und 3.000 Metern.

Zwar wird es dort im Winter empfindlich kalt und es liegt auch oft Schnee. Aber mit ihrem dichten Fell sind die Großen Pandas gut gegen Kälte und Feuchtigkeit geschützt. Sie halten auch keine Winterruhe, denn ihr Bambus wächst das ganze Jahr über. Trotz ihres großen Gewichts können Große Pandas recht geschickt auf Bäume klettern.

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Die Internationale Rote Liste sagt: Der Große Panda ist "gefährdet". Warum?

Gefahren für Pandas

In den Bergwäldern gibt es viele Reservate, zurzeit 67, in denen Große Pandas streng geschützt sind. Aber ein Drittel der Tiere leben außerhalb der Schutzgebiete. Das bedeutet Risiko, denn da sind sie nicht so gut geschützt. Bedroht sind sie, weil sie zu wenig Raum zum Leben haben. Vor allem in der Vergangenheit wurden viele ihrer Bambuswälder abgeholzt. Die könnten durch den Klimawandel in Zukunft weiter schrumpfen. Ein großes Problem sind auch Straßen und Schienen, Äcker und Weiden, die den Lebensraum der Pandas zerteilen. Pandabären, die sich paaren möchten, können sich nicht mehr so leicht treffen. Noch eine Gefahr sind Wilderer, die Fallen für Huftiere auslegen, in die auch Pandas treten und sich verletzen können.

Was der WWF tut

Der WWF setzt sich deshalb für den Ausbau der Reservate ein. Insgesamt soll der geschützte Wald für Große Pandas auf drei Millionen Hektar ausgedehnt werden – das ist eine Fläche so groß wie Belgien.

Die Schutzgebiete sollen außerdem durch breite Streifen aus Bambuswald miteinander verbunden werden, damit sich die isolierten Pandas wieder leichter treffen können – und hoffentlich häufiger Junge bekommen. Durch Pandabrücken und Pandatunnels sollen Pandas und andere Tiere künftig Straßen sicherer über- oder unterqueren können.

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Der WWF bildet außerdem neue Wildhüter aus, die auf die Pandas aufpassen, sie zählen und schauen, wo sie leben. Und er hilft den Menschen, die in der Nähe der Reservate leben, neue Jobs zu finden, damit sie nicht mehr ihre Wälder abholzen müssen, um Geld zu verdienen. Neue Öfen helfen ihnen außerdem, dass sie nicht mehr so viel Holz aus dem Wald brauchen. Das schützt den Lebensraum der Pandas.

 

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