Giraffen wollen hoch hinaus Kein anderes Landtier auf der Welt wächst so hoch wie die Giraffe. Allein das Bein eines erwachsenen Tieres ist mit 1,80 Meter deutlich länger als du. Wie lebt es sich als Riese? Wir verraten es dir.

Wo leben Giraffen?

In den Graslandschaften Afrikas, den Savannen. Genauer: südlich der Sahara, in Zentral- und Ostafrika und im südlichen Afrika. Dort gibt es meist nur wenige Bäume. Doch auf die ist die Giraffe spezialisiert. Sie hat einen bis zu zwei Meter langen Hals.
© Tania Curry / WWF USA
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Was für ein Hals!

Lange Beine, langer Hals: So kommt die Giraffe locker an Baumkronen, die kein anderes Tier abfressen kann.

Der lange Hals hat aber noch mehr Vorteile: Die Giraffe ist sozusagen ihr eigener Aussichtsturm und kann mögliche Feinde, die sich ihr nähern, schon von weitem erkennen – und dann ausweichen oder wegrennen.

Mit dem langen Hals können Giraffen außerdem gut Wärme abgeben, wenn ihnen zu heiß ist.

Auch wenn der Hals so enorm lang ist: Eine Giraffe hat genauso viele Halswirbel wie alle anderen Säugetiere auch, nämlich 7. Die sind eben nur besonders lang.

Futtern, was ganz oben wächst

Giraffen sind Pflanzenfresser. Sie fressen auch Gras oder Blätter von Büschen. Am meisten jedoch die Zweige von Bäumen, besonders Akazien.

Dazu benutzen sie ihre bis zu einen halben Meter lange Zunge. Sie schlecken sie ins Maul, dann ziehen sie ihren Kopf zurück und ziehen so die Blätter vom Zweig ab. Ihre Zunge und Lippen sind rau genug, dass sich damit auch an Dornen nicht ihr Maul aufreißen.

Dann kauen sie die Blätter klein. Mit dem Fressen sind sie etwa 12 Stunden beschäftigt, denn jede erwachsene Giraffe braucht am Tag bis zu 70 Kilogramm Nahrung – das ist mehr als 800 Brötchen. Praktisch: Die Flüssigkeit in den Blättern reicht ihnen meist aus, so dass sie wochenlang ohne Trinken auskommen.

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Wasser zu trinken ist für Giraffen auch anstrengend, weil sie sich so bücken müssen.

Schon gewusst?

Der vordere Teil der Zunge ist dunkel gefärbt. Dadurch bekommt die Giraffe beim täglichen Blätterrupfen keinen Sonnenbrand. Denn in der Savanne scheint fast jeden Tag die Sonne sehr stark.

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Bauplan der Natur

  • Größe: Bis zu 6 Meter hoch.
  • Gewicht: 500 bis zu 2000 Kilogramm.
  • Alter: Über 20 Jahre in der Wildnis, in Zoos bis 35 Jahre.
  • Kopf: Alle ausgewachsenen Giraffen haben vorn kleine Hörner auf dem Kopf, aber nur auf denen der Weibchen sprießen schwarze Haarpuschel.
  • Blutdruck: Er ist mehr als doppelt so hoch wie beim Menschen, damit das Blut oben im Kopf ankommt.
  • Magen: Giraffen sind Wiederkäuer wie unsere Rinder. Ihr Magen besteht aus vier hintereinanderliegenden Kammern, in denen die Mahlzeiten "auseinandergenommen" und alle Nährstoffe herausgelöst werden.
  • Hufe: Die Giraffe gehört zu den Paarhufern. Das bedeutet, dass sie eine gerade Anzahl an Zehen hat.
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  • Fell: Jede Giraffe hat ihr typisches Muster, etwa so wie bei uns der Menschen der Fingerabdruck. Die Muster auf dem Fell sind eine prima Tarnung.  Im Fell selbst stecken Stoffe, die Bakterien oder Pilze bekämpfen oder Zecken abschrecken. Deshalb riecht es für uns ein wenig streng.

Schon gewusst?

Giraffen erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 55 Stundenkilometer.

Wie schlafen Giraffen?

Giraffen brauchen von allen Säugetieren am wenigsten Schlaf, nur etwa vier Stunden insgesamt, unterteilt inviele Minischlafpausen. Dafür legen sie sich entweder hin und lassen ihren langen Hals auf dem Körper ruhen. Oder sie schlafen einfach im Stehen.

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Der Grund für den Häppchen-Schlaf sind die Raubtiere der Savanne wie Löwen, Leoparden, Hyänen und Wildhunde.
Gegen Raubtiere verteidigen sich ausgewachsene Giraffen mit Schlägen ihrer Vorderhufe. Sie werden aber nur selten angegriffen. Jungtiere hingegen schon.

Schon gewusst?

Giraffen verständigen sich mit tiefen Infraschalltönen, die wir Menschen nicht hören können.

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Zusammenleben

© Jonathan Caramanus / WWF

Weibchen und Jungtiere leben in Gruppen von bis zu 50 Tieren zusammen. Ausgewachsene Männchen sind meistens allein unterwegs und kommen  nur zur Paarungszeit zur Herde. Die Männchen kämpfen dann gegeneinander um die Giraffenkühe.

Giraffenkinder

Giraffenmütter sind 14 bis 15 Monate schwanger. In der Regel wird ein einziges Kalb geboren. Dabei steht die Mutter und das Kälbchen fällt einfach zwei Meter herunter auf den Boden. Es verletzt sich aber nicht dabei.

Eine neugeborene Giraffe ist ungefähr 50 Kilogramm schwer und schon 1,8 Meter hoch. Wichtig, um an die Milch im Euter der Mutter heranzukommen. Schon nach wenigen Stunden kann es laufen.

Ein Kalb bleibt bis zu zwei Jahre bei seiner Mutter. Giraffenmütter und ihre Kälber leben in "Kindergartengruppen" zusammen. Darin bleibt immer eine Giraffenmutter bei den Kälbern einer Herde, während die anderen Giraffenmütter umherstreifen oder fressen.

Mit vier Jahren wird das Giraffenkind geschlechtsreif, mit sechs Jahren erreicht es die volle Größe.

© Mrtin Harvey / WWF

Welche Giraffen gibt es?

Lange Zeit glaubte man, dass es nur eine Giraffenart gibt. Nach neuer Erforschung des Giraffen-Erbguts gibt es vier Arten:
 

Nord-Giraffe

Nord-Giraffe
© David Lawson / WWF UK

Süd-Giraffe

Süd-Giraffe
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Massai-Giraffe

Massai-Giraffe
© Istockphoto.com / W.L. Davies / WWF

Netz-Giraffe

Netz-Giraffe
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Zur Familie der Giraffenartigen gehört außerdem noch das Okapi, auch Waldgiraffe genannt. Tatsächlich lebt das Okapi im dichten Regenwald Zentralafrikas. Es wird bis zu 2,5 Meter lang und hat keinen langen Hals wie die Giraffe. Das Okapi wird auch nicht so groß, die Schulterhöhe ist 1,50 Meter.

Was bedroht die Giraffen?

Die Zahl der Giraffen hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen – um mehr als ein Drittel. Dafür gibt es mehrere Gründe: Immer mehr Land wird für Häuser, Straßen, Felder und Viehweiden genutzt. So haben die Giraffen immer weniger Platz und sie müssen bei ihren Wanderungen gefährliche Straßen überqueren. Giraffen werden auch getötet, weil sie Felder zerstören, oder weil sie gewildert werden.

© NACSOWWF in Namibia
© WWF


Deshalb hat die Weltnaturschutzunion IUCN Giraffen auf der Roten Liste für gefährdete Tier- und Pflanzenarten seit 2016  als „gefährdet“ eingestuft.

Mehr über die Rote Liste erfährst du hier.

So hilft der WWF

© Greg Armfield / WWF UK
  • Wir helfen, Schutzgebiete einzurichten und zu sichern.
  • Und wir bilden mehr Wildhüterinnen und Wildhüter aus und versorgen sie mit Navigationsgeräten, Stiefeln, Kleidern und Schlafsäcken.

Auch du kannst den Giraffen helfen

  • Halte in der Schule ein Referat über Giraffen. So erfahren auch deine Klassenkameradinnen und -kameraden mehr über diese tollen Tiere und dass sie bedroht sind.
  • Organisiere eine Flohmarktaktion für die Giraffen. Das dabei verdiente Geld kannst du dem WWF spenden. Der WWF unterstützt damit Projekte, die den Giraffen helfen.
  • Gestalte ein T-Shirt mit Giraffen drauf und zeige so allen, dass du dich für sie einsetzt!
© Beate Roloff-Beyer
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