Löwen - gemeinsam stark

Gemeinsam sind sie fast unbezwingbar: Löwen sind die einzigen Katzen auf der Erde, die im Rudel leben. Erwachsene Tiere haben keine natürlichen Feinde. Deshalb können sie trotzdem nicht den ganzen Tag faulenzen. Allein das Beutejagen ist anstrengend genug.

Vor der Jagd dösen die meisten Löwen.

Zum Beispiel auf einem Termitenhügel

Zum Beispiel auf einem Termitenhügel
© Lynne Wolf / WWF

Oder auf einem Baum

Oder auf einem Baum
© Lee Ibrahim / WWF

Oder auf einem Felsen

Oder auf einem Felsen
© Roger Hooper / WWF

Tagsüber ist es meist heiß in der Savanne. Wie angenehm, wenn man dann als Löwe einige Stunden auf einer bequemen Unterlage oder im Schatten von Büschen und Bäumen vor sich hin dösen kann. Hektisch Gras fressen wie die Zebras? Pah, gähn, viel zu anstrengend. Löwen bleiben lieber entspannt liegen.

Meist werden Löwen erst in der Dämmerung munter

Wie alle Katzen können auch Löwen im Dunkeln hervorragend sehen. Dann machen sich die Löwenweibchen auf die Jagd nach Zebras, Gnus oder Antilopen.
© James Morgan / WWF USA
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Die Löwenmänner jagen meist mit, wenn ein großer Büffel auf dem Speiseplan steht. Ansonsten beschützen die Männchen das Rudel vor fremden Löwen und anderen Tieren.

Schon gewusst?

Ein Rudel besteht meist aus 4 bis 6 erwachsenen Tieren und ihren Kindern. Ihr Revier kann so groß wie eine Stadt sein (von 20 Quadratkilometer wie Elmshorn bis zu 400 Quadratkilometer wie Köln).

© Lauren Arthur / WWF

Auf der Jagd

© Rex Lu / WWF

Löwen jagen trickreich. Mindestens zwei pirschen sich von verschiedenen Seiten an die Beute, zum Beispiel eine Antilope, heran. Sobald sie nahe genug sind, etwa 30 Meter, greifen sie blitzschnell an.

© Steve Morello / WWF
A. Cambone / R. Isotti / WWF

In mehreren Sätzen – jeder Sprung bis zu 6 Meter weit! – stürzt sich der erste Löwe auf sein Beutetier und wirft es zu Boden. Durch Bisse in Nacken oder Kehle wird es getötet. Dann kommen die Jagdgefährten hinzu.

Aber: Der Angriff gelingt aber nicht immer. Rennt die Antilope weg, holt ein Löwe sie meist nicht mehr ein. Und manche Beutetiere wie Zebras können sich mit Huftritten wehren. Deshalb begnügen sich Löwen auch mal mit kleineren Happen wie Hasen oder Vögel. Oder mit Aas, also totem Fleisch: Das nehmen sie häufig den Tüpfelhyänen ab.

© Martin Harvey / WWF

Beim Verteilen der Jagdbeute geht es streng nach Rangfolge. Zuerst sind die Anführer des Rudels dran – das sind ein bis drei kräftige Männchen. Danach dürfen die Jägerinnen fressen, dann die großen Kinder und zuletzt die Jungen.

Schon gewusst?

Ein ausgewachsener Löwe braucht rund 7 Kilogramm Fleisch am Tag. Wenn er ausgehungert ist, frisst er sogar schon mal bis zu 50 Kilogramm auf einmal.

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Wenn er brüllt, sind alle still.
© Martin Harvey / WWF-Canon

Hast du schon mal einen Löwen brüllen gehört? Er ist mit 114 Dezibel so laut wie ein Presslufthammer oder ein dumpf röhrendes Motorrad. Das Brüllen ist noch in fünf Kilometern Entfernung in der Savanne zu hören! Denn seine Stimmbänder haben eine besondere Form und sind sehr dehnbar.

Wozu das Brüllen? Es ist vor allem ein Signal an fremde Löwen:  „Das ist mein Revier. Nehmt euch in Acht!“ Löwen erkennen, wer von ihrem Rudel brüllt – oder ob ein fremder Löwe brüllt, der in ihr Revier eindringt.

© Steve Morello / WWF

Löwenmänner sind die einzigen Katzen mit Mähne. Mindestens fünf Jahre dauert es, bis der langhaarige dichte Pelz um Kopf, Brust und Schultern gewachsen ist. Je länger, dunkler und dichter die Mähne, desto stärker und gesünder erscheint der Löwenmann den Löwinnen als Partner. Außerdem schützt die Mähne beim Kampf vor Zähnen und Krallen des Gegners.

Gefährliche Kindheit

© naturepl.com / Anup Shah / WWF

Im Babyversteck

Um ihre Jungen in Ruhe gebären zu können, suchen sich die Löwenmütter ein Versteck. Dort bringen sie ein bis sechs Löwenbabys zur Welt. Die Kleinen wiegen nur 1.500 Gramm und sind in den ersten Tagen noch blind. In den 6 bis 8 Wochen, in denen sie von der Mutter gesäugt werden, bleiben sie im Unterschlupf – oft ganz allein, wenn ihre Mutter auf der Jagd ist. Die Jungen werden dann leicht zur Beute für Hyänen oder Wildhunde.

David Lawson / WWF UK
© Lisa Hagan

Im Löwenkindergarten

Geht alles gut, bringt die Löwin danach ihren größeren Nachwuchs zum Rudel und ihr Leben wird leichter. Denn die Jungen werden dann auch von anderen Löwenmüttern gesäugt und betreut. Schon im Alter von sechs Monaten dürfen sie mit auf die Jagd. In zwei Jahren lernen sie all die Techniken, die zum Überleben nötig sind.

Männchen müssen kämpfen

© natureplcom / Anup Shah / WWF

Nach vier bis fünf Jahren sind die Jungen erwachsen und können selber Nachwuchs bekommen. Die Weibchen bleiben meist beim Rudel. Junge Löwenmänner fordern meist ein ranghöheres Männchen zum Kampf heraus, besiegen es und nehmen dessen Stellung ein. Sie tun sich auch eine Zeitlang mit anderen zusammen und erobern sich später ein fremdes Rudel. Dann gibt es brutale Kämpfe zwischen dem Rudelführer und dem Herausforderer. Dabei können sich die Tiere durch Bisse, Prankenschläge und spitze Krallen tödlich verletzen.

Männliche Löwen werden in freier Wildnis deshalb nur zwischen 7 und 12 Jahre alt, die Weibchen hingegen 14 bis 20 Jahre.

 

Bauplan und Verwandtschaft

Der Löwe ist nach dem Tiger die zweitgrößte Katze. Zusammen mit Leopard und Jaguar gehören sie zur Gattung der Großkatzen.
© Jamie McPherson / SilverbackNetflix

Während der letzten Eiszeit waren Löwen viel weiter verbreitet als heute. Sie lebten in Teilen von Süd- und Nordamerika, in Asien, Afrika und auch in Europa. Sogar in Deutschland streiften vor 12.000 Jahren Löwen umher. In der Türkei wurden die letzten erst 1870 ausgerottet.

Heute findet man freilebende Löwen noch in Afrika südlich der Sahara – das wusstest du sicher. Aber, Überraschung: Es gibt auch noch Löwen in Indien.

© Greg Armfield / WWF UK

Der Afrikanische Löwe

ist das größte Landraubtier Afrikas. Die männlichen Tiere sind – der Schwanz nicht mitgerechnet – bis zu 2,50 Meter lang und wiegen bis zu 225 Kilogramm. Löwinnen sind etwas kleiner als die Männchen und haben keine Mähne.

© Steve Morello / WWF

Es gibt vier Unterarten in Afrika, die sich äußerlich kaum unterscheiden: Angola- oder Katanga-Löwe im Südwesten Afrikas,  Massai-Löwe in Ostafrika, Transvaal-Löwe in Südafrika und Senegal-Löwe in Westafrika. Insgesamt leben vermutlich höchstens 31.000 Tiere in Afrika.

Der Asiatische oder Indische Löwe

ist eine weitere Unterart und vom Aussterben bedroht: Nur noch etwa 500 Tiere leben im Gir-Nationalpark im Nordwesten Indiens. Sie sind meist etwas kleiner als Afrikanische Löwen: Männchen werden 2 Meter lang und 190 Kilogramm schwer. Auch deren Mähne ist etwas kleiner. Dafür sind ihre Ellenbogen und eine Hautfalte am Bauch dicht behaart.

© Martin Harvey / WWF

Löwen in Gefahr

© Anup Shah / WWF

Alle Löwen auf der Erde sind gefährdet, die asiatischen sind sogar vom Aussterben bedroht. Kein Wunder, denn Löwen wurden Jahrhunderte lang gejagt und getötet.

Heute ist das Überleben der Löwen durch zahlreiche Bedrohungen gefährdet, dazu gehören der Handel mit Löwenknochen  zur Verwendung in der Traditionellen Asiatischen Medizin, Tötungen bei Mensch-Wildtier-Konflikten, Lebensraumverlust, Beutetiermangel, Krankheiten und nicht nachhaltige Trophäenjagd.

Was der WWF tut

© Juozas Cernius / WWF UK

Der WWF setzt sich für den Erhalt der Löwen in ihrem natürlichen Lebensraum ein. Dafür unterstützt er viele Nationalparks und andere Schutzgebiete mit Geld, Personal, Ausrüstung und Beratung. Der WWF macht sich außerdem für einen nachhaltigen Handel mit wild lebenden Arten stark und bekämpft den illegalen Handel mit Löwen, Löwenknochen und anderen Körperteilen der Tiere.

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