Eulen – lautlose Nachtjäger Sie können im Dunklen super sehen, enorm gut hören und auch noch lautlos fliegen. Kein Wunder, dass Eulen perfekte Nachtjäger sind. Was können Eulen noch alles? Und welche Arten gibt es bei uns? Wir verraten es dir.

Huuu Huhuhuuu ...

So klingt der bekannteste Eulenruf, er stammt vom Waldkauz-Männchen.

Eulen können aber auch pfeifen, krächzen, kreischen, quietschen, klackern und schnattern. Wie andere Vögel nutzen sie ihre Stimmen, um sich mit Artgenossen zu verständigen.

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Doch wenn sie auf die Jagd gehen, werden sie mucksmäuschenstill.

Auf lautlosen Schwingen

Eulen können fast geräuschlos fliegen, weil sie ganz besondere Federn haben. Und weil sie in der Dämmerung und in der Nacht auf die Jagd gehen, gibt es für die meisten Beutetiere kein Entrinnen. Denn sie hören und sehen nicht die nahende Gefahr.
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Mit den Fängen voran stürzen sie herab, packen mit ihren scharfen Krallen zu und töten ihre Beute mit einem kräftigen Biss.

Eulen fressen meist Mäuse, verspeisen aber auch Käfer, Schmetterlinge, Echsen, Frösche, kleine Vögel, Hasen und sogar Fische. Große Eulen machen auch Jagd auf Igel, junge Füchse und Rehkitze.

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Eulen verschlingen ihre Beute oft in wenigen Happen mit Haut und Haaren. Nach der Mahlzeit spucken sie Unverdauliches wie Knochen, Zähne oder Federn ihrer Beutetiere in grauen Klumpen wieder aus – den so genannten Gewöllen. Mehr darüber erfährst du hier.

Der Trick mit dem Blick

Eulen können wir richtig in die Augen schauen! Bei den meisten anderen Vögel geht das nicht, denn die haben ihre Augen an der Seite des Kopfes. Dazu kommt noch der Eulenschnabel als „Nase“ und schon haben wir den Eindruck, ein richtiges menschliches Gesicht vor uns zu haben. Das ist ein Grund, warum viele Menschen Eulen so faszinierend finden. Es gibt aber noch mehr Gründe ...

 

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Bauplan der Natur

Eulen haben große Augen, einen kräftigen Hakenschnabel und einen enorm drehbaren Kopf. Und das sind noch nicht alle Super-Fähigkeiten.
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Was Eulen alles können

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Den Kopf verdrehen: Eulen können ihren Kopf bis zu 270 Grad drehen. Das ist so, als könntest du deinen Kopf so weit nach rechts drehen, bis du deine linke Schulter sehen kannst! Mit solch einem „Schraubenkopf“ können Eulen Beutetiere enorm gut verfolgen. Sie können das, weil sie 14 Halswirbel haben. Alle anderen Wirbeltiere, auch wir Menschen, haben nur 7!

Im Dunkeln sehen: Damit Eulen auch bei wenig Licht jagen können, haben sie riesengroße, sehr lichtempfindliche Augen. Hättest du im Verhältnis zu deinem Gesicht solche Augen, dann wären sie so groß wie Äpfel!

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Lautlos fliegen: Eulenfedern sind flauschig locker, weich wie Samt und an den Spitzen besonders gezähnt, ähnlich wie eine Briefmarke. Dadurch fliegen Eulen fast lautlos durch die Luft.

Kräftig zupacken: An den vier Zehen sitzen gekrümmte, messerscharfe Krallen: Zwei Zehen zeigen nach vorne, eine nach hinten. Die vierte Zehe ist eine Wendezehe. Die Eule kann sie nach vorne oder hinten drehen.

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Super hören: Ihre Gesichtsfedern wirken wie Antennen, die alle Geräusche ihrer Umgebung auffangen und zu ihren Ohren leiten. Ein Raufußkauz zum Beispiel erkennt eine kleine Maus aus bis zu 70 Metern Entfernung in völliger Dunkelheit – und sogar unter einem halben Meter Schnee.

Schon gewusst?

Die auffälligen spitzen „Federohren“ oben auf dem Kopf von Waldohreule und Uhu sind Federn und keine Ohren! Die echten Ohren sind kleine Öffnungen, die etwa auf Augenhöhe links und rechts am Kopf sitzen.

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Wie viele Eulenarten gibt es?

Weltweit gibt es rund 200 Eulenarten. Alle Eulen bilden eine eigene Vogelgruppe und sind nicht mit den Greifvögeln verwandt.

In Deutschland brüten und leben zehn Eulenarten. Wir stellen sie dir vor und starten mit der größten Eule.

1. Der Uhu

1. Der Uhu
© Ralph Frank / WWF

2. Der Habichtskauz

2. Der Habichtskauz
© WWF Japan / Mima Junkichi / WWF

3. Der Waldkauz

3. Der Waldkauz
© Ola Jennersten / WWF Schweden

4. Die Sumpfohreule

4. Die Sumpfohreule
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5. Die Schleiereule

5. Die Schleiereule
© Ralph Frank / WWF

6. Die Waldohreule

6. Die Waldohreule
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7. Der Raufußkauz

7. Der Raufußkauz
© Staffan Widstrand / WWF

8. Der Steinkauz

8. Der Steinkauz
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9. Die Zwergohreule

9. Die Zwergohreule
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10. Der Sperlingskauz

10. Der Sperlingskauz
© Ralph Frank / WWF

Die Schneeeule

lebt in der Arktis und kommt nur in sehr kalten Wintern im deutschen Wattenmeer vorbei. Sie wird bis zu 2 Kilogramm schwer und ist die einzige Eulenart, die sich im Sommer bis zu 800 Gramm Körperfett anfuttern kann, um so den arktischen Winter zu überstehen.

 

© Claudia Masur / WWF

Schon gewusst?

Auch Käuze sind Eulen. Der einzige Unterschied ist, dass Käuze keine Federohren auf dem Kopf haben.

Supersüß und neugierig

© Ola Jennersten / WWF Schweden

Die Jungeulen sind sehr neugierig: Sie verlassen ihr Nest lange bevor sie richtig fliegen können. Als so genannte Ästlinge hüpfen sie dann von Ast zu Ast, bis sie im Herbst richtig flügge werden. Erst dann suchen sie sich ein eigenes Revier. Solange füttern ihre Eltern sie weiter.

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Die meisten Eulenarten bauen übrigens keine eigenen Nester. Sie suchen sich einfach verlassene Nester anderer Vögel oder nisten in Höhlen oder auf Dachböden. Ab April legen sie zwischen zwei bis zwölf Eier und brüten bis zu 34 Tage. Während die Eulenmutter brütet, übernimmt der Eulenvater das Fressenholen.

Eulen in Not

Obwohl alle einheimischen Eulenarten streng geschützt sind, stehen die meisten von ihnen auf der Liste der bedrohten Arten. Denn es gibt nicht mehr viele Orte, an denen Eulen ungestört Familien gründen und leben können.
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Zu wenig Naturwälder: Viele Eulen lieben alte Bäume mit großen Höhlen, in denen sie sich verstecken und brüten können. Durch die Abholzung naturnaher Wälder gibt es immer weniger solcher Verstecke.

Zu viele Straßen: Mäuse, die über die Straße flitzen, sind besonders leicht zu erbeuten. Beim Abflug von einem Ast oder einem Straßenschild neben der Straße stoßen viele Eulen mit Autos zusammen.

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Äcker ohne Mäuse: In der modernen Landwirtschaft finden viele Tiere keine Nahrung oder keinen Unterschlupf mehr. Mäuse und andere Nagetiere – die Hauptbeutetiere vieler Eulen – sind dadurch seltener geworden.

Wir helfen den Eulen

Alle Eulen mögen Landschaften mit alten Bäumen mit Höhlen zum nisten. Und mit vielen Beutetieren, auf die sie Jagd machen können – so wie hier in den Auenwäldern an der Elbe.
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Unser Plan: Wir wollen, dass die Auenwiesen und Auenwälder an der Elbe wieder natürlich überflutet werden, damit viele seltene Tiere und Pflanzen dort wieder leben können. Wie die Sumpfohreule: Sie ist die einzige in Deutschland lebende Eule, die ihr Nest am Boden baut und dort brütet. Und sie ist superselten!

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© Ralph Frank / WWF

An der Mittleren Elbe bei Dessau liegt unser größtes Naturschutzprojekt. Das Projektgebiet ist so groß wie 13.000 Fußballfelder! Hier gab es einen langen Deich, der verhindert hat, dass Hochwasser in den Wald dahinter strömen konnte.

Wir haben in einiger Entfernung vom Fluss einen neuen über 7 Kilometer langen Deich gebaut. In den alten Deich haben wir viele Löcher gebaggert. Jetzt kann die ganze Fläche bis zum neuen Deich wieder natürlich vom Flusswasser überschwemmt werden. Gut für Sumpfohreulen, gut für die ganze Natur!

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Was noch den Eulen hilft

Heute stehen Eulen bei uns unter strengem Schutz. Auch Schutzgebiete und Naturflächen sind für Eulen wichtig, wo sie Brutplätze in alten Bäumen und genügend Beute finden können. Für beides setzt sich der WWF seit vielen Jahren ein.

Der WWF hilft auch in Auffangstationen verletzten Eulen wie auf dem Bild. Außerdem werden seltene Eulen aus der Nachzucht von Zoos erfolgreich ausgewildert.

© WWF Italien

Was du tun kannst

Hilf mit, Brutplätze für Eulen zu sichern: Denn vielen Eulen fehlt ein Platz zum Brüten. Manche Eulenarten brüten gerne in der Nähe des Menschen, zum Beispiel in Kirchtürmen und Scheunen, aber auch in alten Bäumen von Parks und Obstgärten.

Geh‘ einfach mal mit deinen Freunden auf die Suche nach möglichen Eulenbrutplätzen in eurer Umgebung. Macht eine Liste oder zeichnet sie auf einer Karte ein und gebt sie an den Naturschutzbeauftragten eures Stadtteils. Bittet ihn, diese Plätze für Eulen mit deren Besitzern zu sichern.

Baue einen Brutkasten für Schleiereulen: Hier zeigen wir dir, wie das geht.

Geh mal forschermäßig auf Gewölle-Suche: In den ausgespuckten Klümpchen einer Eule findest du die Überreste ihrer Beutetiere. Kriegst du heraus, was die Eule gefressen hat? Wir zeigen dir, was du im Gewölle entdecken kannst.

© Beate Roloff

Lerne Eulen näher kennen

Zum Beispiel in einem WWF Junior Camp. da erfährst du hautnah - besser: federnah -, wie Eulen leben und was sie brauchen. So wirst du sicher ein prima Eulen-Botschafter!
© Frithjof Schnurbusch / WWF

Komm mit ins WWF Junior Camp-Abenteuer!

Schau mal rein ins WWF Junior Camp-Programm.

© WWF + GettyImages

Du willst noch mehr über Eulen erfahren?

Für WWF Junior-Mitglieder gibt es noch mehr superinteressante Infos im neuen WWF Junior Magazin 3/20: Wir befragen Eulen-Experte Albert, warum es so wichtig ist, Eulen zu schützen.

Und wir zeigen dir ausführlich, was der WWF für Eulen und andere bedrohte Tiere an der Mittleren Elbe tut.

Eulen für Minis

Als WWF Junior Mini erfährst du in deinem WWF Junior Magazin Mini 3/20 noch mehr aufregende Dinge über die Eulen. Erfahre, warum sie keine Nester bauen und begleite sie in einem Würfelspiel lautlos durch die Nacht. Und dann ist da noch Anna, die sich eine Eule zum Geburtstag wünscht. Ob sie eine bekommt?

Mach mit! Male deine Lieblingseule und lade dein Bild bis zum 13. Mai 2020 in unsere Galerie. Wir freuen uns auf dein Bild! Unter allen jungen Künstlerinnen und Künstlern verlosen wir 3 x das Musik-Hörspiel „Eule findet den Beat mit Gefühl“.

© WWF + GettyImages
Welt ohne Bienen? Ohne uns!