Wald? Wollen wir wild! Er schenkt uns Luft zum Atmen, schützt Böden und Wasser. Er kühlt unsere Erde und ist Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Ganz klar: Der Wald ist einer unserer größten Naturschätze. Mehr noch: Er ist ein guter Ort, um zu entspannen – und zugleich ein riesiger Abenteuerspielplatz.

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Wälder der Welt

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Auf fast einem Drittel der Kontinente wachsen Wälder, in denen ganz verschiedene Tier- und Pflanzenarten wohnen.

Neugierig, wie diese Wälder aussehen? Blättervorhang auf und nachgeschaut.

Tropischer Regenwald

Tropischer Regenwald
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Mangrovenwald

Mangrovenwald
© Adriano Gambarini / WWF Brasilien

Laubwald in gemäßigten Klimazonen

Laubwald in gemäßigten Klimazonen
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Nadelwald

Nadelwald
© Wild Wonders of Europe / Jose B. Ruiz / WWF

Regenwald

Die wild wuchernden, immergrünen Regenwälder befinden sich rund um den Äquator. Dort regnet es sehr viel und es ist das ganze Jahr lang etwa gleich warm. Deswegen sind die Pflanzen immer grün. An keinem anderen Ort auf der Welt gibt es so viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten.

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Mangrovenwald

Mangrovenwälder wachsen dort, wo andere Bäume nicht überleben können: im salzigen Wasser an tropischen Küsten. Ihre Wurzeln umklammern den Boden. So kann er bei Hochwasser und Überschwemmungen nicht weggespült werden. Mangroven sind die Kinderstube für unzählige Fischarten und Krebse.

Laub- und Mischwald

Hier wachsen Laubbäume wie Eichen oder Buchen allein oder gemischt mit Nadelbäumen wie Fichten oder Tannen. Laub- und Mischwälder gibt es vor allem bei uns in Europa, in Nordamerika und Asien. Das Laub wechselt mit den Jahreszeiten die Farbe und wird im Winter komplett abgeworfen.

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Nadelwald

Der Nadelwald wächst dort, wo es meist sehr kalt wird – bis unter minus 40 Grad: Im Norden der Nordhalbkugel bildet er das größte zusammenhängende Waldgebiet der Welt. Nadelwälder wachsen aber auch auf der kalten Südhalbkugel und in den Bergen, wo es ebenfalls das ganze Jahr über kälter ist als im Flachland.

Das Leben im Baum

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Die Blätter nehmen Luft und Licht auf. Sie filtern Kohlendioxid aus der Luft – ein Gas, das beim Ausatmen entsteht. Es kommt auch aus Schornsteinen und Auspuffen. Aus Kohlendioxid und Wasser stellen die Blätter Zucker her. Damit kann der Baum Äste, Wurzeln und Blätter bilden. Außerdem macht er Sauerstoff – den brauchen alle Lebewesen zum Atmen.

Äste und Zweige verbinden Stamm und Blätter miteinander. Sie sorgen dafür, dass die Blätter möglichst hoch in Richtung Sonne gelangen.

Die Rinde ist die Haut des Baumes. Sie schützt ihn vor Frost und Hitze, vor Feuchtigkeit und solchen Insekten und Pilzen, die dem Baum schaden.

Der Stamm wird mit jedem Lebensjahr länger und dicker. Er bietet Platz und Nahrung für viele Tierarten, Flechten, Pilze und Moose. Wird ein Baum gefällt, kann man an den Jahresringen im Stamm sein Alter abzählen.

Früchte und Samen sorgen für neue Bäume. Sie werden vom Wind weitergetragen oder von Tieren wie Eichhörnchen an andere Orte geschafft, wo dann ein neuer Baum wachsen kann. Viele Waldbewohner ernähren sich von Früchten und Samen.

 

Wurzeln halten den Baum am Leben. Sie verankern ihn im Boden, damit er bei Sturm nicht umkippt. Über seine Wurzeln nimmt der Baum außerdem Mineralstoffe und Wasser auf. Beides wird in Röhren durch Stamm, Rinde und Äste bis in die höchsten Blattspitzen geleitet.

 

Bäume können miteinander reden!

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Schon gewusst?

Bäume verständigen sich über Pilze, die unter der Erde mit einem riesigen Netz aus feinen Fäden den ganzen Waldboden durchziehen. So können sie sich gegenseitig vor Schädlingen, Trockenheit oder Krankheiten warnen. Die Pilze haben auch einen Vorteil durch die Zusammenarbeit mit den Bäumen: Sie bekommen von ihnen eine nahrhafte Zuckerlösung.

Wozu ein Wald alles gut ist

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  • Der Wald ist ein Zuhause für viele Tier- und Pflanzenarten.
  • Er produziert Sauerstoff zum Atmen, schützt den Boden, filtert und speichert Trinkwasser.
  • Bäume bremsen den Klimawandel und reinigen die Luft.
  • Aus manchen Pflanzen lassen sich Heilmittel herstellen.
  • Der Wald liefert Holz und andere Rohstoffe, aus denen Möbel und Bauholz, Druckpapier und Zeitschriften hergestellt werden.
  • Im Wald können wir spazieren gehen, Pilze und Beeren sammeln, wilde Tiere beobachten und spielen.
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Unser Wald

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So hört er sich an

Vor vielen Jahrhunderten war Deutschland dicht bewachsen mit Buchenwäldern. Heute bestehen unsere Wälder meist nur noch aus
zwei Arten: aus Kiefern und Fichten – also Nadelbäumen.

Weil sie schnell wachsen und sich gut zu Möbeln, Papier und anderen nützlichen Dingen verarbeiten lassen, wurden sie in vielen Wirtschaftswäldern angepflanzt.

In diesen Wäldern entscheidet der Mensch, welche Baumarten hier leben, wie sie wachsen dürfen und wann sie gerodet werden.

Die Bäume stehen in gleichen Abständen nebeneinander. Sie sind gleich alt, gleich groß und gehören oft derselben Art an. Weil der Wald sehr eintönig ist und wenig Nahrung und Unterschlüpfe bietet, leben hier auch nicht so viele Tierarten.

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© Jochen Schaub / WWF

Ein Naturwald ist sich selbst überlassen. Hier stehen Bäume verschiedenster Arten. Einige sind riesig und mehrere Jahrhunderte alt. Andere Bäume sind noch jung und zart. Umgeknickte oder abgestorbene Bäume bleiben kreuz und quer im Wald liegen.

Umgefallenes und stehendes Totholz zersetzt sich nur langsam und wird erst nach vielen Jahrzehnten zu neuem nährstoffreichem
Waldboden. Bis dahin ist es ein vielfältiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

 

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© Donné Beyer

Insekten wie die Feuerwanzen legen im Totholz ihre Eier ab. Unzählige Käferarten fressen sich durch das morsche Holz. Haufen
aus abgebrochenen Ästen, herabgefallenen Zweigen und Laub bieten Verstecke für Spinnen, Kröten und Mäuse. In Baumhöhlen,
Astlöchern und Blitzrinnen alter Bäume finden Fledermäuse und Vögel ein Quartier.

Der Dachs (im Bild) und die Wildkatze verkriechen sich im dichten Unterholz. Dort graben sie Bauten zwischen dicken Wurzeln alter Bäume oder errichten Nester in den Höhlen morscher Stämme.

 

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Wer wohnt noch im Wald?

Der Fuchs

Der Fuchs
© Ola Jennersten / WWF Schweden

Der Feuersalamander

Der Feuersalamander
© Wild Wonders of Europe / Konrad Wothe / WWF

Das Reh

Das Reh
© Hartmut Jungius / WWF

Die Rote Waldameise

Die Rote Waldameise
© Ola Jennersten / WWF Schweden

Das Wildschwein

Das Wildschwein
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Der Luchs

Der Luchs
© Staffan Widstrand / WWF

Der Uhu

Der Uhu
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Ein Urwald ist ein Wald, der bis heute vom Menschen unberührt geblieben ist. In Deutschland gibt es nur noch sehr wenige urwaldähnliche Gebiete. Sie stehen unter Schutz und dürfen nicht bewirtschaftet werden.
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Die Urwälder wurden über Jahrhunderte gerodet, weil die Menschen Holz als Bau- und Brennmaterial brauchten. Außerdem musste Platz geschaffen werden: für Felder, Weideland und Siedlungen. Heute besteht die Hälfte aller Flächen in Deutschland aus Äckern, Wiesen und Weiden. In anderen Ländern ist es ähnlich.

Obwohl die Menschen heute viel besser wissen, wie wichtig die Wälder sind, werden Jahr für Jahr weltweit noch immer riesige
Flächen gerodet. Mit den Wäldern verlieren unzählige Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum.

Was bedroht heute viele Wälder?

Illegale Abholzung: Vor allem in Südamerika, Südostasien und Russland werden riesige Waldflächen abgeholzt, obwohl es nicht erlaubt ist. Oft aus Not, aber auch aus Geldgier.

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Waldbrände: Wenn ein Wald in Flammen steht, hat meistens der Mensch das Feuer verursacht – aus Versehen oder mit Absicht. Nur wenige Wälder können sich von einem Brand erholen. Auf der indonesischen Insel Borneo zum Beispiel ist schon viel Wald durch Feuer zerstört worden.

Umwandlung: In den Tropen werden große Waldgebiete abgeholzt, um Platz für Acker- und Weideland zu schaffen. Häufig werden
Palmöl und Soja angebaut. Palmöl steckt in unzähligen Produkten: in Waschmittel, Margarine, Nussnougatcreme oder anderen Süßigkeiten. Soja wird zu Futtermittel für Rinder und Schweine verarbeitet, die auch auf unseren Tellern landen.

© Peter Caton / WWF
© Nicolas Villaume / WWF USA

Schon gewusst?

Jede Minute verschwinden Waldflächen in der Größe von 35 Fußballfeldern von der Erde.

Wie hilft der WWF?

© Wild Wonders of Europe / Peter Cairns / WWF

Der WWF will die Waldvernichtung stoppen. Dazu führt er weltweit mehr als 300 Projekte zum Waldschutz durch. Er hilft, Schutzgebiete einzurichten und fördert eine naturnahe Waldwirtschaft – zum Beispiel im Kaukasus, in Zentralafrika, in Amazonien und auf Borneo.

 

 

© Edward Parker / WWF
© Thomas Stephan / WWF

Auch in Deutschland: Zwar nimmt die Waldfläche bei uns nicht mehr ab. Doch es gibt kaum noch alte, ungestörte Wälder. In Thüringen (Bild) hilft der WWF, eines der letzten urwaldähnlichen Gebiete auf besonderen Pfaden zu erleben.

Und am Schaalsee, im Drömling und an der Mittleren Elbe (Bild) sowie in der Uckermark kümmert sich der WWF darum, dass dort wieder naturnahe, vielfältige Wälder wachsen, die zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause bieten.

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Hast du auch einen Lieblingsplatz im Wald?
Was hast du schon im Wald gesammelt?
© GettyImages und WWF

Du willst mehr über den Wald erfahren?

Für WWF Junior-Mitglieder gibt es noch mehr spannende Infos im neuen WWF Junior Magazin 3/19.

Zum Beispiel, wie du mit deiner Familie in Thüringen echte Urwaldgebiete entdecken kannst. Wie der WWF mithilft, solche Urwälder zu erhalten.

Und was alle WWF Juniors tun können, um Wälder zu schützen.

Als WWF Junior Mini erfährst du in deinem WWF Junior Magazin Mini 3/19 noch mehr abenteuerliche Sachen über die tollsten Tiere des Waldes und wie sie leben.

Ole, der Waldretter, nimmt dich mit auf einen Ausflug. Und WWF-Mann Jochen erzählt dir, was ein Urwald ist und wer dort lebt.

Außerdem kannst du dir einen Specht für dein Zimmer basteln. Die Vorlagen zum Ausschneiden findest du im Heft, die Bastelanleitung gibt es hier.

 

© GettyImages und WWF

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