Wer hat die größten Hörner? Schafe gehören zu unseren ältesten Nutztieren. Schon vor ungefähr 11.000 Jahren zähmten die Menschen wilde Schafe – aus guten Gründen! Wir zeigen dir, welche wilden Schafe und welche gezüchteten Rassen es gibt.

Schafe leben fast überall auf der Welt, auch in kalten Regionen. Erstaunlich: Je kälter es ist, desto größer werden die Tiere und ihre Hörner.

Das größte Schaf ist das männliche Argali oder Riesenwildschaf in der Mongolei und Tibet. Es wird bis zu 2 Meter groß und 180 Kilogramm schwer. Das Argali hat auch die größten Hörner: Sie werden bis zu 1,90 Meter lang.

Als Wildschafe werden verschiedene Arten der Schafe zusammengefasst. Zum Beispiel diese hier:

Das Argali-Wildschaf

Das Argali-Wildschaf
© Alexander Kreik / WWF Russland

Der Mufflon

Der Mufflon
© GettyImages

Das Dickhornschaf

Das Dickhornschaf
© WWF

Das Dallschaf

Das Dallschaf
© WWF

Wo leben wilde Schafe?

In Asien (zum Beispiel im Himalaja) und im südöstlichen Europa, auch in Nordamerika.Die meisten Wildschafe leben in Gebirgen bis zu 6.000 Metern Höhe wie das Argali, manche auch in Wüsten wie das Dickhornschaf (Bild).

© WWF
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Wie leben sie?

Die Weibchen leben mit ihrem Nachwuchs oft in Gruppen, die Männchen sind Einzelgänger oder bilden Junggesellengruppen. Nur zur Paarungszeit kommen Männchen mit Weibchen zusammen. Nach einer fünf- bis sechsmonatigen Tragzeit kommen meist im Frühling ein bis vier Jungtiere zur Welt.

Vom Wildschaf zum Hausschaf

Schon vor ungefähr 11.000 Jahren zähmten die Menschen wilde Schafe. Mufflons sind wahrscheinlich die wilden Vorfahren unserer europäischen Hausschafe. Männliche Mufflons sind gut an ihren kreisförmigen Hörnern zu erkennen.
© Wild Wonders of Europe / Ingo Arndt / WWF

Warum züchteten Menschen aus wilden Schafen Haustiere?

Schafe geben nahrhafte Milch, haben wärmende Wolle und liefern Fell und Fleisch. Sie sind auch mit wenig Nahrung zufrieden, halten Hitze und Kälte gut aus und können leicht gezähmt werden. Außerdem lassen sich ihre Häufchen noch als Dünger verwenden. Wie praktisch!

© James Opdahl
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Allerdings hatten die ersten Hausschafe noch Haare. Erst im Lauf der Zeit gelang es, Schafe mit Wolle zu züchten. Wolle ist nichts anderes als besonders weiches Haar.

Erste Haustiere aus wilden Schafen wurden vermutlich im Vorderen Orient zwischen Libanon und dem Iran gezüchtet.

Heute gibt es auf der ganzen Welt mehr als 600 verschiedene Schafrassen, über 50 kannst du auch in Deutschland entdecken.

Hier siehst du einige von ihnen:

Das Jakobschaf

Das Jakobschaf
© Flickr

Das Braune Bergschaf

Das Braune Bergschaf
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Die Graue Gehörnte Heidschnucke

Die Graue Gehörnte Heidschnucke
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Das Weißköpfige Fleischschaf

Das Weißköpfige Fleischschaf
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Die Skudde

Die Skudde
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Das Jakobschaf ist berühmt für seine Hörner. Davon besitzen sie meistens vier oder manchmal sogar sechs! Die weißen, schwarz- oder braungefleckten Schafe sind in Großbritannien weit verbreitet, einzelne Tiere leben auch in Deutschland.

Das Braune Bergschaf ist gut an seinen Schlappohren zu erkennen. Es lebt in den Alpen und ist hervorragend an die rauen Lebensbedingungen im Hochgebirge angepasst.

 

Die Graue Gehörnte Heidschnucke lebt in der Lüneburger Heide in Norddeutschland. Dort knabbert sie die Baumtriebe ab und hilft so, die Heidelandschaft zu erhalten. Die Lämmer kommen pechschwarz zur Welt, erst allmählich färbt sich ihre Wolle silbergrau. Kopf, Beine und Schwanz bleiben schwarz.

Das Weißköpfige Fleischschaf ist an den norddeutschen Küsten und Deichen zu Hause. Es ist sehr robust. Wind, Regen oder
Sturm machen ihm nichts aus. Auf den Deichen trampelt es die Erde fest, sodass die Deiche auch Sturmfluten besser standhalten.

Die Skudde ist die kleinste deutsche Schafrasse. Die Böcke werden maximal 65 Zentimeter groß und bis zu 50 Kilogramm schwer. Sie sind gut an ihren schneckenförmigen Hörnern zu erkennen. Die Mutterschafe haben meistens keine Hörner.

Schon gewusst?

Auch heute haben manche Schafe ein Fell aus Haaren statt der Wolle – wie das Kamerunschaf.

© GettyImages

Vor allem wegen ihrer Wolle werden Schafe auch heute gezüchtet. Einmal im Jahr, meist zwischen Frühjahr und Sommer, werden sie geschoren. Das macht ihnen nichts aus, denn die Wolle wächst bis zum Winter wieder nach.

Im Durchschnitt liefert jedes Schaf je nach Rasse und Alter heute bis zu 7 Kilogramm Wolle im Jahr. Daraus lassen sich etwa 12 Kinderpullover stricken.

Viele Landschaften bei uns werden von Schafen gestaltet. Denn sie sorgen mit ihrem Trampeln und Fressen dafür, dass artenreiche Wiesen nicht verbuschen – so wie die Heidschnucken in der Lüneburger Heide.

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Auch anderdswo wie hier in Rumänien sorgen Wanderschäfer mit ihren Herden dafür, dass Wiesenlandschaften nicht zuwuchern und artenreich bleiben.
© Wild Wonders of Europe / Cornelia Doerr / WWF

Schon gewusst?

Schafswollpullover wärmen auch dann noch, wenn sie nass sind.

Was der WWF tut

Manche Wildarten sind heute gefährdet – durch Krankheiten, die von Haustieren übertragen werden, unkontrollierte Trophäenjagd ihrer Hörner wegen und Zerstörung ihres Lebensraumes. Deshalb hilft der WWF zum Beispiel im Kaukasus und in der Mongolei, den Lebensraum von Wildschafen zu bewahren und sie vor Wilderern zu schützen. In Deutschland unterstützt der WWF die tiergerechte Haltung von Schafen auf Weiden.

© Ola Jennersten / WWF Schweden
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