Nur klettern und kuscheln? Was Koalas so besonders macht

Knopfaugen, Knubbelnase und puschelige Ohren: Koalas muss man einfach gerne haben. Warum aber schlafen sie 20 Stunden am Tag und duften nach Hustensaft? Wir verraten es dir.

Koalas sind neben den Kängurus die bekanntesten Tiere Australiens und gehören wie sie zur Ordnung der Beuteltiere.

Die beliebten Beutler waren früher in ganz Australien – außer auf Tasmanien – weit verbreitet. Heute leben sie nur noch in den lichten Eukalyptuswäldern im östlichen Teil Australiens – in den Staaten Queensland, New South Wales und Viktoria. Vereinzelt sind sie auch weiter im Hinterland zu finden, wenn es da Eukalyptusbäume gibt.

 

Eukalyptusbäume

sind enorm wichtig für Koalas: Sie verspeisen nicht nur deren Blätter. Die bis zu 100 Meter hohen Bäume sind auch ihr Zuhause.
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In den Astgabeln kuscheln sie sich zu Marathon-Nickerchen von bis zu 20 Stunden – mit den Füßen fest verkeilt, damit sie im Schlaf nicht herunterfallen. Vermutlich schlafen sie so lange, weil die Eukalyptusblätter nur wenig energiereiche Nährstoffe enthalten. Wach werden Koalas erst abends, wenn es dunkel wird.

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Koalas fressen nur Eukalyptus, erwachsene Tiere jeden Tag rund 500 Gramm. Trotzdem sind sie ganz schön wählerisch. Denn von etwa 600 Eukalyptus-Arten in Australien mögen Koalas nur etwa 30 Arten.

Deren Blätter sind ziemlich schwer verdaulich und einige Arten sogar giftig. Aber das macht den Koalas nichts: Sie besitzen einen 2,50 Meter langen Blinddarm mit besonderen Bakterien, die bei der Verdauung helfen. Ihr Blinddarm ist damit dreimal so lang wie der ganze Koala! Entsprechend groß ist sein Bauch.

Die Eukalyptusblätter enthalten Wasser. Daher braucht der Koala zur Mahlzeit nichts zu trinken. Deshalb heißt er auch so: Sein Name bedeutet in der Sprache der australischen Ureinwohner „trinkt nicht“ oder „kein Wasser“.

Durch das viele Eukalyptusfressen duftet der Koala in unseren Nasen nach Hustensaft. Denn in viele Hustensäften ist Eukalyptus drin.

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Bauplan, Sprache und Alter

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Größe und Gewicht: Meist werden sie 60 bis 80 Zentimeter groß. Im Bundesstaat Victoria können sie bis zu 14 Kilogramm wiegen, in Queensland weiter im Norden, wo es wärmer ist, maximal 8 Kilogramm. Die Weibchen sind meist kleiner und leichter als die Männchen.

 

„Sprache“: Koalas können sich mit lauten Tönen über ziemlich große Entfernungen verständigen. Manchmal klingt das wie ein tiefes Bellen oder Grunzen, wenn sie sich mit anderen Koalas streiten – oder wie das Sägen von Holz. Mit ihren Jungen „sprechen“ die Weibchen mit leisen Klicken oder Quietschen.

Nur die Weibchen tragen am Bauch einen Beutel, in dem die Jungen heranwachsen.

Ihre Hände, Füße und Krallen sind ideal zum Packen von Zweigen, zum Festhalten an Bäumen und zum Balancieren.

Natürliche Feinde: Dingos, Eulen, Adler, Warane und Python-Schlangen.

Alter: Wild lebende Koala-Männchen werden etwa zehn Jahre alt, die Weibchen bis zu 15 Jahren. In Gefangenschaft können sie bis zu 18 Jahre alt werden.

Schon gewusst?

Obwohl er meist ziemlich träge wirkt, kann der Koala auch ganz schön fix reagieren: Wenn er zum Beispiel mal ins Wasser fällt, kann er sofort schwimmen!

Gute Nachbarn

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Obwohl Koalas Einzelgänger sind, leben sie in enger Nachbarschaft zu anderen Koalas. Ihre Reviere überschneiden sich sogar. Dabei suchen sich Koalamännchen gerne Weibchen als Nachbarn aus. Das Zusammenleben funktioniert gut.

Babys klein wie Bohnen

Martin Harvey / WWF

Zwischen Oktober und Februar geben die Koalamännchen ein heiseres Bellen von sich, das den Damen signalisiert: Hey, ich bin der Größte und Schönste, komm‘ rüber zu mir! Finden dann Weibchen und Männchen zusammen und paaren sich, bringt das Weibchen nach 30 bis 35 Tagen ein bohnengroßes, nur 0,3 Gramm leichtes Baby zur Welt.

Es ist nackt und blind und krabbelt mit seinen kleinen Greifhänden entlang einer Speichelspur, die seine Mutter über ihr Fell geleckt hat, in den Bauchbeutel. Dort saugt es sich an der Milchzitze fest und trinkt, bis es nach etwa fünf Monaten das erste Mal die Augen öffnet und neugierig über den Beutelrand schaut.

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Jetzt klettert das Junge auch schon mal raus auf Mamas Rücken und krabbelt nur noch bei Gefahr in den Beutel zurück. Außer Muttermilch bekommt das Baby nun auch eine spezielle Nahrung, die seine Mutter produziert: „Papp“ heißt sie und besteht – iiiieh– aus Kot der Mutter! Der Trick dabei: So kommen wichtige Mikroben in den Darm des Babys, die es zum Verdauen der zähen Eukalyptusblätter braucht. An denen beginnt das Koalakind mit etwa sieben Monaten zu knabbern.

Ab dann wächst das Junge schnell und macht auch schon größere Ausflüge in die Umgebung. Nach 12 bis 18 Monaten ist der junge Koala dann groß genug, um sich ein eigenes Revier zu suchen.

 

Was Koalas bedroht

© Sue Gedda / WWF Australien

Früher wurden Koalas wegen ihres Pelzes millionenfach getötet. Heute ist das nicht mehr erlaubt. Doch bedroht sind sie auch heute noch: Durch eingeschleppte Tierarten wie Ratten, Aga-Kröten oder verwilderte Haustiere. Außerdem durch Abholzung von Eukalyptuswäldern und den Bau von Straßen.

Weil Koalas so langsam sind, werden sie besonders in Touristengebieten von Autos überfahren.

© James W Thorsell / WWF
Auch Buschfeuer sind eine Gefahr für Koalas
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Was der WWF tut

Der WWF in Australien schützt Koala-Lebensräume und informiert alle Menschen, besonders auf die Tiere aufzupassen. Außerdem achtet der WWF darauf, dass möglichst viele Eukalyptuswälder miteinander verbunden bleiben, damit die Koalas nicht voneinander getrennt werden.

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