Hast du schon eine Kegelrobbe gesehen? Gute Nachricht: Jetzt kannst du Deutschlands größtes Raubtier wieder häufiger an der Küste von Nord- und Ostsee entdecken. Denn immer mehr Kegelrobben kehren zurück.

Warum kommt die Kegelrobbe zurück?

In der gesamten Ostsee war die Zahl der Kegelrobben von einst über 100 000 Tieren auf wenige tausend geschrumpft. Dank eines Jagdverbots und weniger Umweltgifte sind die Bestände wieder angewachsen. Heute gibt es wieder 30.000 Kegelrobben in der ganzen Ostsee.

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An der deutschen Ostseeküste lebten 2006 erst sechs Kegelrobben, 2017 wurden schon 100 Tiere gesehen. Mit etwas Glück kannst auch du einige von ihnen zwischen der Insel Rügen und dem Festland, im so genannten Greifswalder Bodden, beobachten  – besonders im Frühjahr.

Im Wattenmeer ist die Rückkehr schon gelungen

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Auch im Wattenmeer in der Nordsee waren Kegelrobben in den vergangenen Jahrhunderten fast ausgerottet worden. Doch seit das Gebiet unter Schutz steht, kehren immer mehr Tiere zurück – vermutlich von der britischen Küste, wo die Art überlebt hatte. Inzwischen sind es im Wattenmeer von Dänemark, Deutschland bis zu den Niederlanden schon wieder mehr als 5.400 Tiere.

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Anders als die Seehunde bekommen Kegelrobben ihre Jungen im Winter, im Wattenmeer von Mitte November bis Ende Februar. Im letzten Winter 2017/2018 wurden auf Helgoland bereits 426 Jungtiere gezählt – das ist ein neuer Rekord!

Wie die Babys heranwachsen

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Wo bringt die Kegelrobben-Mutter im Winter ihr Junges zur Welt? Nicht im Wasser, sondern auf dem Packeis (meist weiter im Norden) oder einer Sandbank, die nicht überschwemmt werden kann. Das ist wichtig, denn das wollige weiße Fell der Jungtiere, es heißt "Lanugo", hält zwar superwarm – aber nur, wenn es möglichst trocken bleibt. Erst nach einem Monat bekommt die Babyrobbe ihr wasserdichtes Robbenfell und kann dann ins Wasser.

Ein Kegelrobbenbaby ist bei der Geburt etwa 75 Zentimeter lang und wiegt 14 bis 20 Kilogramm. In den ersten Wochen versorgt die Mutter das Baby mit ihrer Muttermilch. Später, wenn das Kleinkind mit der Mutter ins Wasser geht, lernt es rasch, selbstständig Fisch zu fressen.

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Steckbrief Kegelrobbe

Männliche Kegelrobben können bis zu 2,30 Meter groß und bis zu 300 Kilogramm schwer werden. Damit sind sie doppelt so lang und bis zu dreimal so schwer wie Seehunde. Und sie haben, ihr Namen verrät es schon, eine herausragende Besonderheit: Nämlich einen kegelförmigen Kopf!

Schon gewusst?

Kegelrobben können bis zu 140 Meter tief und bis zu 20 Minuten lang tauchen. Außerdem schwimmen sie an einem Tag locker 100 Kilometer.

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Lebensraum: Vor allem im Nordatlantik von Kanada bis Nordrussland.
Gruppengröße: Bis zu Hunderte während der Ruhephasen an Land.
Nahrung: Vor allem Fische wie Dorsch, Hering oder Plattfisch, außerdem Tintenfische, manchmal auch Krebse und Weichtiere. Jeden Tag verputzen sie bis zu sieben Kilogramm.
 

 

Schutzanzug aus Speck: Vor Kälte schützen Kegelrobben sich durch den „Blubber“, eine dicke Speckschicht, die auch als Energiereserve für Notfälle dient.

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Kegelrobben wurden verfolgt

Früher wurden Kegelrobben verfolgt, weil sie den Fischern angeblich zu viele Fische wegfraßen. Bald gab es in der südlichen Ostsee keine einzige Kegelrobbe mehr!

Wie wurden die Robben gerettet?

Es wurden Schutzgebiete eingerichtet und das Robbenjagen wurde verboten.Verboten wurde auch, besonders gefährliche Schmutz- und Giftstoffe aus der Industrie in die Ostsee einzuleiten. Dadurch wurde das Binnenmeer etwas sauberer. Das alles half den Kegelrobben, so dass sie sich wieder vermehren konnten – auch in der Nordsee.

Wie viele Kegelrobben gibt es heute?

Weltweit rund 200.000, im Wattenmeer mehr als 5.400 und an der deutschen Ostseeküste etwa 100 Tiere.

Was tut der WWF?

Der WWF Deutschland setzt sich schon seit Jahrzehnten für den Robbenschutz ein. Ein großer Erfolg war die Einrichtung der drei Nationalparks in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachen, die das Wattenmeer schützen. Hier haben neben Kegelrobben auch Seehunde wieder ein sicheres Zuhause.

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An der Ostseeküste machen wir uns dafür stark, dass Kegelrobben sich dort wieder ansiedeln können. Außerdem kümmert sich der WWF darum, dass weniger Kegelrobben in Fischernetzen hängen bleiben. Helfen können zum Beispiel neue Fischernetze, die für Kegelrobben ungefährlich sind. Oder Meeresgebiete, in denen zu bestimmten Zeiten weniger gefischt werden darf.

 

Auch gegen die Überfischung der Weltmeere kämpft der WWF, damit für Robben und andere Tiere noch genug Fische übrigbleiben.

© Hans-Ulrich Rösner / WWF
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