Igel sind stachelige Schlafmützen Auch wenn sie pieksen wirken Igel supersüß und sympathisch. Im Herbst sind sie unterwegs, um sich ordentlich Fett anzufressen für den harten Winter. Den verschlafen sie in einem kuscheligen Versteck.

Igel verlassen erst in der Dämmerung ihren Unterschlupf, um Nahrung zu suchen. Das ist die beste Zeit, sie zu beobachten. Du sieht sie nicht gleich, aber du kannst sie hören: Wenn geheimnisvoll das Laub raschelt und Ästchen knacken oder wenn sie laut schmatzen. In der Stadt siehst du sie mit etwas Glück den Bürgersteig entlanglaufen.

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Igel sind Säugetiere. Siehst du hier bei uns einen Igel, dann ist es wahrscheinlich ein Braunbrustigel. Diese Art ist in Mitteleuropa am häufigsten anzutreffen.

Bauplan der Natur

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  • Igel werden etwa 20 bis 30 Zentimeter lang und
  • ein bis anderthalb Kilo schwer.
  • Sie werden durchschnittlich vier, manchmal bis zu sieben Jahren alt.
  • Igel tragen Tausende Stacheln auf dem Rücken, die sie mit Muskeln bewegen.
  • Sie können sehr gut riechen. Sie stöbern beim Schnuppern ihre Nahrung auf und wittern so auch Fressfeinde.
  • Igel können auch gut hören, sogar sehr leise und hohe Töne.

Was fressen Igel?

Meist Tiere, die keine oder mehr als vier Beine haben: Zum Beispiel Regenwürmer und Schnecken, Insekten wie Laufkäfer, Nacht- oder Tagfalter. Aber auch Spinnen, Vogeleier und andere kleine Säugetiere.

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Nachwuchs bei Igeln

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Igel sind Einzelgänger und finden sich nur zur Paarung zusammen. Sie bekommen meist einmal im Jahr zwischen vier und sieben Junge. Die Babys haben schon kleine, aber noch weiche Stacheln, die sich erst nach und nach aus der Haut schieben. Nach etwa sechs Wochen gehen sie schon eigene Wege.

Was macht der Igel im Herbst?

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Dann wird es Zeit für den Igel, sich auf seinen Winterschlaf vorzubereiten. Bis etwa Mitte November ist er deshalb unterwegs auf Futtersuche, um sich dafür ordentlich Winterspeck anzufressen.

Zugleich muss er sich ein gemütliches Plätzchen suchen – am besten in einem hohlen Baumstamm, im Komposthaufen, unter einer Hecke oder in einer Erdhöhle. Je tiefer, desto wärmer.

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Hat der Igel einen passenden Platz zum Überwintern gefunden, sammelt er Laub, Gras und Moos zusammen und baut sich daraus ein gemütliches Nest.

Werden die Tage kürzer und wird es frostig kalt, ist der Igel bereit für den Winterschlaf. Zusammengerollt schläft er hier etwa fünf bis sechs Monate.

Bitte nicht stören!

Im Winterschlaf verlangsamen Igel ihren Herzschlag und ihre Atmung. Ihre Körpertemperatur geht auf ein paar Grad Celsius zurück. So sparen sie Energie.
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Warum schlafen Igel im Winter?

In der kalten Jahreszeit gibt es für sie kaum Futter. Regenwürmer zum Beispiel haben sich tief in die Erde zurückgezogen und ruhen ebenfalls.Deshalb zehren Igel im Winter von ihrem angefutterten Winterspeck.

Kommt der Frühling und die Temperaturen steigen auf 10 Grad Celsius oder höher, dann erwachen die Igel und gehen sofort auf Nahrungssuche.

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Was tut der Igel bei Gefahr?

Er rollt sich mithilfe seiner starken Rückenmuskeln zu einer stacheligen Kugel zusammen. Natürliche Fressfeinde wie Füchse, Marder oder Uhus können ihm so kaum etwas anhaben.

Was hilft gegen Autos und Rasenmäher?

Leider funktioniert dieser Trick nicht gegen Gefahren, die von uns Menschen ausgehen. Auf Straßen fahren Autos zu schnell für Igel und überfahren sie. Und in den Wohngebieten fehlen häufig passende Unterschlupfe wie Hecken, hohes Gras, Sträucher und Laubhaufen, wo sie auch Nahrung finden. Auch Rasenmäher oder Dünger werden ihnen gefährlich.

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Was kannst du mit deiner Familie tun?

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1. Bei der Gartenarbeit aufpassen: Rasenmäher und andere Gartengeräte können Igel schwer verletzen. Besonders gern bauen die Tiere ihre Nester in Laub- oder Komposthaufen. Schaut beim Umschichten genau hin und lasst Kompost- und Laubhaufen zwischen November und April besser ganz in Ruhe. Denn Aufwachen strengt Igel furchtbar an.

2. Für Schlupflöcher sorgen: Igel wandern auf der Suche nach Nahrung umher. Dabei sind ihnen Zäune im Weg. Lasst ihnen deshalb Löcher auf Bodenhöhe.

3. Fallen vermeiden: Igel sind neugierig und krabbeln schon mal in einen Müllsack. Deshalb Müllsäcke erst rausstellen, kurz bevor die Müllabfuhr kommt.

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4. Igel helfen: Was kannst du tun, wenn du einen hilflosen Igel findest? Hier unsere Checkliste.

Die WWF Junior-Checkliste: Igel gefunden – was tun?