Haie haben Superkräfte Starrer Blick und scharfe Zähne: Haie sind wirklich keine Kuscheltiere. Dafür aber mächtig erfolgreich: Denn Haie leben bereits seit mehr als 400 Millionen Jahren auf der Erde – und überlebten sogar die Dinosaurier. Warum? Das verraten wir dir hier.

Bauplan der Natur

Das sind die Superkräfte der Haie
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1. Haie haben eine Art „Spezialanzug“ mit echten Superfähigkeiten. Denn sie besitzen keine Schuppen wie die meisten Fische, sondern eine Haut mit zahllosen Minizähnen. Diese Zähnchen helfen, dass sich keine Seepocken oder Algen auf dem Haikörper ansiedeln.

 

Sie machen Haie auch ganz schön schnell, manche Arten so schnell wie Motorboote: So saust der Makohai mit bis zu 50 Stundenkilometern durchs Wasser. Das ist die Höchstgeschwindigkeit für Autos in der Stadt!

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2. Haie spüren Schallwellen, die Tiere durch Bewegungen erzeugen – über hundert Meter weit. Genauso weit können Haie das Blut eines verletzten Tieres riechen.

3. Haie haben auch versteckte Antennen

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Zum Aufspüren von Beutetieren besitzen Haie an ihrer Schnauze dunkle Punkte, das sind die Lorenzinischen Ampullen. Es sind versteckte Antennen, mit denen Haie elektrische Signale aufspüren, die Beutetiere zum Beispiel durch ihren Herzschlag aussenden.

Außerdem können sich Haie damit wahrscheinlich im Meer orientieren – so wie Menschen mit einem Kompass.

4. Haie müssen nie zum Zahnarzt

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Die Zähne im Maul eines Hais wachsen, anders als bei dir, lebenslang nach. Verliert der Hai einige davon beim Angriff auf seine Beute, wandern von hinter aus dem Kiefer neue Zähne nach vorne – wie auf einem Förderband an der Supermarktkasse.

5. Ihren Oberkiefer stülpen Haie beim Fressen heraus. So können sie besonders kräftig zubeißen: hundertmal kräftiger als ein Mensch!

 

Schon gewusst?

Das Skelett der Haie besteht aus Knorpel – wie deine Ohrmuschel. Das hat Vorteile: Knorpel ist zäh und elastisch – und leichter als Knochen.

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6. Außerdem sehen Haie im Dämmerlicht noch besser als Katzen.

Doch Superkräfte allein machen keine erfolgreichen Jäger. Ein bisschen Grips gehört auch dazu. Haie lernen zum Beispiel aus Erfahrungen und können ihre Angriffsweise ändern.

Sind Haie Menschenfresser?

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Nein, Haie mögen keine Menschen als Mahlzeit. Trotzdem werden jedes Jahr weltweit etwa 70 bis 80 Menschen von Haien angegriffen und ungefähr 5 bis 15 von ihnen getötet. Weshalb? Wissenschaftler haben bislang nur Vermutungen:

1. Der Hai verteidigt sein Revier.
2. Der Hai verwechselt Menschen auf Surfbrettern mit rudernden Robben.
3. Der Hai ist neugierig und probiert mit einem Biss, ob der Mensch schmeckt – und verletzt ihn damit bereits oft schon lebensgefährlich.

 

4. Ein Schwimmer oder Taucher kommt einem Hai zu nahe und ärgert ihn dadurch. Tatsächlich reagieren manche Arten wie der Graue Riffhai dann mit Drohgebärden.

Was Haie wirklich fressen

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Fast jeder Hai hat sich auf eine andere Form des Jagens oder Fressens spezialisiert. So entstanden mehr als 500 Arten, zum Beispiel diese:

Der Walhai

Der Walhai
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Der Weiße Hai

Der Weiße Hai
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Der Tigerhai

Der Tigerhai
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Der Ammenhai

Der Ammenhai
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Der Kleingefleckte Katzenhai

Der Kleingefleckte Katzenhai
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• Der bis zu 14 Meter lange Walhai (Bild oben) ist der größte Fisch der Welt. Trotzdem verspeist er, wie der Riesenhai, nur winzige Krebse, Fische und Fischeier. Mit besonderen Kiemen siebt er sie aus dem Wasser.

• Der bis zu sechs Meter lange Weiße Hai ist der größte Raubfisch der Welt. Er jagt Tintenfische, Thunfische, Robben und kleine Wale. Die tötet er meist mit einem Biss, bevor er sie frisst.

• Der bis zu 5,5 Meter lange Tigerhai frisst alle möglichen Meerestiere – und nicht nur sie. Von Stiefeln bis zu Blechdosen hat man schon vieles in seinem Magen gefunden. Mit seinen Sägezähnen kann er sogar den dicken Panzer von Meeresschildkröten knacken!

• Der bis zu 4,30 Meter lange Ammenhai saugt Krabben, Kraken oder Fische aus Felsspalten oder Korallenriffen wie ein Staubsauger heraus. Das tut er meist nachts.

• Der bis zu 1 Meter lange Kleingefleckte Katzenhai fängt kleine Fische, Krebse und Würmer. Er kann auch Schneckenhäuser zerbeißen. Ihn kannst du im Mittelmeer oder in der Nordsee entdecken. Seine Haut ist rau wie Sandpapier.

Schon gewusst?

Viele Haie fressen nur alle vier bis sieben Tage. Dazwischen verdauen sie. Unverdauliches wie eine Blechbüchse können sie wieder auswürgen.

Wie werden Haie geboren?

Etwa ein knappes Drittel der Haie legt Eier, die zum Schutz vor Räubern in einer 10 bis 25 Zentimeter großen Hülle stecken. Dank klebriger Fäden bleibt sie im Seetang oder einer Felsspalte hängen. Bis das Junge schlüpft, dauert es je nach Art Wochen oder Monate.

© Rudolf Svenson / WWF
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Bei mehr als zwei Drittel aller Haie schlüpfen die jungen Haie schon im Körper der Mutter aus dem Ei und reifen dann im Mutterleib heran. Bei manchen Haiarten wie dem Blauhai oder den Hammerhaien tun sie das sogar ganz ohne Ei, fast so wie bei Säugetieren. Nach bis zu zwei Jahren kommen bis zu über 100 lebende Haibabys zur Welt.

Doch anders als bei Säugetieren werden junge Haie nicht gefüttert und müssen gleich selber auf die Jagd gehen. Vor allem die Jungen kleinerer Haiarten sind für größere Fische begehrte Beute. Deshalb bringen viele Haiarten wie der Zitronenhai ihren Nachwuchs meist in Mangrovenwäldern zur Welt, die mit vielen Wurzeln ins Wasser ragen. Denn dorthin gelangen keine großen Räuber.

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Schon gewusst?

Haie leben in fast allen Meeren: Vom Flachmeer bis in 3.600 Metern Tiefe, vom warmen tropischen bis zum kalten Eismeer. Manche Haiarten können sogar im Süßwasser von Flüssen schwimmen wie der Bullenhai (im Amazonas in Brasilien und im Ganges in Indien).

Haie beobachten

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Auch in der Nordsee gibt es Haie, zum Beispiel den Dornhai und den Kleingefleckten Katzenhai. Und sogar den Riesenhai wie im Bild oben. Mit etwas Glück kannst du ihn beobachten - zum Beispiel vor der spanischen oder schottischen Küste (Bild rechts).

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Kleine Haie wie den Dornhai links siehst du eher, weil sie manchmal im Flachwasser schwimmen. Oder in vielen Meeresaquarien an der Nordsee, zum Beispiel im Multimar in Tönning und im Ozeaneum in Stralsund.

Die Rote Liste sagt:

Von den mehr als 500 Arten sind viele Haie "gefährdet", "stark gefährdet" oder sogar "vom Aussterben bedroht".

Mehr über die Rote Liste und die verschiedenen Gefährdungsstufen erfährst du hier.

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Gefahren für Haie

Nicht der Hai bedroht den Menschen, sondern der Mensch den Hai. Jedes Jahr sterben bis zu 100 Millionen Haie – das sind drei Tiere in jeder Sekunde. Haie sterben in vielen Fischernetzen, die für andere Fischarten gedacht sind (als so genannter „Beifang“).

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© WWF Hongkong / Tracy Tsang

Haie werden auch getötet, weil ihre Flossen vor allem in asiatischen Ländern eine begehrte Delikatesse sind. Sie werden außerdem gejagt, weil Menschen aus ihren Knorpeln angebliche Wundermittel gegen Krankheiten herstellen, die aber wirkungslos sind.

Haie werden auch durch immer mehr Plastik im Meer bedroht. Sie fressen es und wenn es zuviel wird, können sie krank werden und sterben.

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Haie verschwinden ebenfalls dort, wo ihre Lebensräume, vor allem die Korallenriffe, zerstört werden.

Warum wir Haie brauchen

Foto: © naturepl.com / David Fleetham / WWF; Video: © WWF

Was der WWF tut

Der WWF kümmert sich zum Beispiel darum, dass Hai-Lebensräume wie das Große Barriere-Riff vor Australien geschützt bleiben und noch mehr Schutzgebiete dazukommen.

Der WWF arbeitet außerdem daran, dass Haie in vielen Regionen der Erde besser geschützt werden. Im Jahr 2013 gelang dabei ein großer Erfolg: Da wurden auf der Artenschutzkonferenz in Thailand fünf bedrohte Haiarten, darunter der Große Hammerhai und der Weißspitzen-Hochseehai (Bild rechts), unter Schutz gestellt.

© Simon Lorenz / WWF Hongkong

Was du für Haie tun kannst

1. Beim Essen: Natürlich keine Haifischflossensuppe essen, klar. Auch keinen „Seestör“ oder „Kalbsfisch“ – das sind andere Namen für den Heringshai (Bild rechts). Und möglichst keine "Schillerlocken" und keinen "Seeaal". Unter beiden Namen wird Fleisch vom Dornhai verkauft. Beide Haiarten sind gefährdet. Deshalb besser auf ihr Fleisch verzichten.

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2. Beim Einkauf: Welchen Fisch kaufen? Der WWF-Einkaufsratgeber für Fische und Meeresfrüchte hilft mit einer Ampel: Grün heißt "gute Wahl", rot bedeutet "lieber nicht". Den Ratgeber kannst du hier herunterladen.

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