Gewinner und Verlierer 2020 Der Natur geht es weiterhin nicht gut, das Artensterben geht weiter. Doch es gibt auch Gutes aus dem vergangenen Jahr zu berichten: Einige Arten haben sich erholt, weil Naturschützer und Naturschützerinnen ihnen geholfen haben.

Auch im Jahr 2020 gab es leider viel mehr Verlierer als Gewinner. Einige stellen wir dir hier vor:

Verlierer 2020

Feldhamster

Feldhamster
© GettyImages

Lemuren

Lemuren
© Martina Lippuner / WWF

Schwertstör und andere Störe

Schwertstör und andere Störe
© Natalia Belay / Shutterstock

Tintenfische

Tintenfische
© Michael Poliza / WWF

Känguru-Insel-Schmalfußbeutelmaus

Känguru-Insel-Schmalfußbeutelmaus
© Peter Hammond / WWF Australien

Koala

Koala
© Martin Harvey / WWF

Makohai

Makohai
© Brian Skerry / WWF

Feldhamster: Seit 2020 gilt der Europäische Feldhamster in der Internationalen Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“. Die intensive Landwirtschaft lässt ihm kaum noch Lebensraum.

Lemuren: Von den insgesamt 107 heute noch lebenden Lemurenarten wie der Katta im Bild oben gelten nach der aktuellen Roten Liste schon 103 Arten als bedroht. Ihre Wälder werden gerodet, Lebensräume in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Außerdem werden die Tiere gejagt.

Störe und Löffelstöre: Der Schwertstör im Bild gilt seit 2019 als ausgestorben. Auch weitere Störe könnten bald aussterben. Störe sind wandernde Fische, die zum Ablegen ihrer Eier die Flüsee aufwärts schwimmen. Immer mehr Dämme halten sie davon ab. Außerdem werden die Störe wegen ihres Fleisches und ihrer Eier (auch bekannt unter dem Namen „Kaviar“) weltweit gefangen.

Tintenfische: Immer mehr Tintenfische werden gefangen, um sie zu essen. Der WWF fordert daher ein Ende der Überfischung.

Australische Tiere: Fast 3 Milliarden Wirbeltiere waren von den verheerenden Buschbränden 2019/2020 in Australien betroffen. Für die Känguru-Insel-Schmalfußbeutelmaus wird es besonders brenzlich. Bereits vor den Bränden gab es schon weniger als 500 Tiere. Heute sind es vielleicht nur noch knapp 50. Auch anderen Beuteltieren wie den bekannten Koalas machen Brände in Australien zu schaffen.

Makohaie: Die schnellsten Haie der Welt sind zu Gejagten geworden – und das wegen ihres Fleisches und der Flossen. Besonders der Kurzflossen-Mako: Sein Vorkommen in Nordatlantik ist so überfischt, dass es fünf Jahrzehnte dauern könnte, bis es sich erholt.

Gewinner 2020

Spitzmaulnashorn

Spitzmaulnashorn
© WWF

Wisent

Wisent
© Rustam Maharramov / WWF

Seegurken

Seegurken
© Philipp Kanstinger / WWF

Elch

Elch
© Christian Svensson / iStock-GettyImages

Kegelrobbe

Kegelrobbe
© Wild Wonders of Europe / Laurent Geslin / WWF

Spitzmaulnashorn: Vor rund 25 Jahren waren die Bestände des Spitzmaulnashorns in Afrika auf 2.410 Tiere zurückgegangen. Durch Lebensraumschutz, Umsiedlungen und Bekämpfung der Wilderei ist der Bestand wieder auf 5.600 Tiere angewachsen.

Wisente: Vor fast 100 Jahren starb der letzte freilebende Wisent im Kaukasus. Dank Zuchtprogramme in Zoos und Wiederansiedlungsprojekte kehren die Tiere wieder in die Wildnis zurück. Jetzt hat sich der Bestand in drei Wiederansiedlungsgebieten des russischen Kaukasus auf 160 Tiere erhöht. Zudem ist es 2020 erneut gelungen, weitere Wisente aus europäischen Zoos in den Kaukasus zu transportieren.

Seegurken: In Asien gelten sie als Delikatesse. Daher schrumpften die Seegurkenbestände in manchen Gebieten um bis zu neun Zehntel. Jetzt dürfen drei besonders wertvolle Arten nicht mehr überfischt werden. Seegurken sind wichtig für den Naturhaushalt des Meeresbodens und helfen, dass Meere durch den Klimawandel nicht zu sehr versauern.

 

Elch: Dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen zieht es seit einigen Jahren immer wieder Elche aus Osteuropa nach Deutschland. Im Frühjahr 2020 wurde eine Elchkuh mit Jungtier gesichtet. Die Entdeckung macht Hoffnung, dass sich die größte Hirschart der Welt auch bei uns immer mehr zu Hause fühlt.

Kegelrobbe: Weil sie angeblich Fischern die Fische wegfraßen, wurden Kegelrobben in Deutschland fast ausgerottet. Doch seit einiger Zeit unter Schutz geht es wieder aufwärts mit Deutschlands größtem Fleischfresser. Und diesen Winter gibt es einen Rekord: Bis 6. Januar 2021 sind bereits 652 Jungtiere geboren worden, das sind 119 mehr als im Vorjahr. Auch in der gesamten Ostsee erholen sich die Bestände allmählich.

© Philipp Kanstinger / WWF
Typisch Familie? Von wegen!
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