Die Nashörner kommen Sie sind groß, stark, bullig und manchmal unberechenbar: Kaum ein Pflanzenfresser verschafft sich so viel Respekt bei Tier und Mensch wie die Nashörner. Das liegt auch an ihren Hörnern auf der Nase.

Die Supernasen

Es gibt 5 Arten von Nashörnern in Afrika und Asien. Sie tragen je nach Art ein oder zwei Nasenhörner. Bei den afrikanischen Nashörnern, die zwei Hörner haben, ist das vordere meist das größere.
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Das längste gemessene Horn war 1,50 Meter lang. Beim Sumatra-Nashorn, der dritten Art, die zwei Hörner auf der Nase trägt, ist meist das hintere Horn etwas größer. Die Hörner der asiatischen Arten sind viel kleiner als die der afrikanischen.

Die Nasenhörner bestehen hauptsächlich aus Keratin, einem Eiweiß, das auch in deinen Haaren und Nägeln vorkommt. Sie wachsen  das ganze Nashornleben lang.

Was tun die Rhinos mit den Hörnern?

Mit den Hörnen schützen Rhinos ihre Jungtiere vor Raubtieren, kämpfen mit anderen Nashörnern um Reviere oder imponieren den Weibchen. Sie können ihre Hörner aber auch wie eine Schaufel zum Graben nach Wasser oder wie ein Stock zum Durchdringen von dichtem Gestrüpp verwenden.

Essen, Trinken, Minerale

Nashörner fressen nur Pflanzen: Je nach Art Gräser, Blätter, Zweige, Früchte und sogar Dornenbüsche. Was Nashörner zu einer Art Landschaftsgärtner macht: Denn wenn es keine Nashörner gibt, wächst alles mit dornigen Pflanzen und Büschen zu und andere Tiere kommen nicht mehr so gut durch.

© WWF
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Nashörner, die Früchte fressen, verteilen deren Samen überall und verbreiten so die Pflanzen.

Wenn genug Wasser vorhanden ist, trinken Nashörner jeden Tag. Vor allem die afrikanischen Arten können aber auch bis zu fünf Tage ohne Trinken auskommen. Nashörner schlürfen auch gern salzigen Mineralschlamm.

Schon gewusst?

Vor allem die asiatischen Nashörner verbringen viel Zeit im Wasser, in Sümpfen oder Schlammlöchern. Das kühlt. Und der Schlamm pflegt die Haut und hält gleichzeitig Insekten und Parasiten fern. Während die asiatischen Nashörner gute Schwimmer sind, können die afrikanischen Nashörner nicht schwimmen. Sie können sogar ertrinken.

Ein Schlammbad tut so gut

Sumatranashorn © WWF

Die Rhino-Familie

Das Breitmaulnashorn ist am größten

Das Breitmaulnashorn ist am größten
© WWF

Das Spitzmaulnashorn frisst Blätter und Zweige

Das Spitzmaulnashorn frisst Blätter und Zweige
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Das Panzernashorn schwimmt sehr gern

Das Panzernashorn schwimmt sehr gern
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Das Sumatranashorn ist das Kleinste

Das Sumatranashorn ist das Kleinste
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Das Javanashorn ist besonders selten

Das Javanashorn ist besonders selten
Von einer Fotofalle geknipst. © WWF

Sensation: Eine Javanashorn-Mutter mit ihren zwei Jungen

Im Ujung Kulon-Nationalpark auf der Insel Java von einer Kamerafalle gefilmt.

Die Internationale Rote Liste sagt: Drei der fünf Nashorn-Arten sind "vom Aussterben bedroht", eine ist „gefährdet“ und eine weitere ist „gering gefährdet“. Warum?

Gefahr für Nashörner

In Asien und Afrika gibt es insgesamt vermutlich nur noch etwa 29.000 Nashörner, weil ihr Lebensraum von Menschen verkleinert oder zerstört wird, um Plantagen, Äcker oder Siedlungen anzulegen. Außerdem werden vor allem in Afrika besonders viele Tiere gewildert, um an ihre Hörner zu kommen. Das bringt kriminellen Händlern viel Geld. Denn in Asien gilt Rhinohornpulver für einige Leute als „Medizin“ – obwohl es aus dem gleichen Material besteht wie deine Haare oder Fingernägel.

Was der WWF tut

1. Wir schützen den Lebensraum der Nashörner und setzen uns dafür ein, dass nicht noch mehr Lebensraum zerstört wird.

2. Wir kümmern uns darum, dass bedrohte Nashörner in andere Gebiete umgesiedelt werden, die sicherer sind.

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3. Wir kümmern uns darum, dass die Wildhüter, die auf die Wildtiere aufpassen, besser ausgebildet und ausgestattet werden.

4. Wir bekämpfen den kriminellen Handel mit Wildtierprodukten wie Rhinohörnern und setzen uns für strengere Kontrollen von Straßen, Häfen und Flughäfen ein – und dafür, dass Wilderer und Schmuggler härter bestraft werden.

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5. Wir informieren die Menschen darüber, was Wilderei für Schäden in der Natur anrichtet und dass Pulver aus Rhinohorn wirklich keine Medizin ist.

6. Wenn es nur noch ganz wenige Nashörner gibt, die nicht mehr zueinander finden, um Nachwuchs zu zeugen – wie bei den Sumatra-Nashörnern – setzen wir uns dafür ein, die Tiere in großen Gehegen zusammenzubringen und ihnen bei der Fortpflanzung zu helfen.

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Hilf mit!

Im Urlaub kannst du dich gegen Wilderei einsetzen. Kaufe die richtigen Souvenirs: Verzichte auf Andenken aus Rhinohorn.

© naturepl.com / Andy Rouse / WWF
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