Kolossal, so ein Wal Gigantisch, denkst du? Es geht noch größer als dieser Südkaper: Blauwale werden sogar bis zu 35 Meter lang und damit so groß wie kein anderes Lebewesen der Erde. Willkommen in der Welt der Ozeanriesen!

Hoch hinaus

So ein Sprung ist für einen Buckelwal ganz schön anstrengend Besonders, wenn du so viel wiegst wie 20 Autos. Wale tun dies, um mit den Platschgeräuschen Signale an Artgenossen zu senden. was für Botschaften das sind, wissen wir noch nicht.
© WWF USA

Warum tauchen Wale auf?

Weil sie im Gegensatz zu Fischen Luft zum Atmen brauchen. Dabei atmen Wale nicht durch ihr Maul, sondern durch Blaslöcher an der Kopfoberseite. Beim Untertauchen halten Wale die Luft an und können so je nach Art bis zu zwei Stunden unter Wasser bleiben.

Wale sind Säugetiere, die sich an das Leben im Wasser angepasst haben. Sie bringen sogar ihre Jungen unter Wasser zur Welt.

So viele Arten gibt es

Mehr als 80 Arten leben in unseren Ozeanen und Flüssen – vom allerkleinsten, dem Vaquita im Golf von Mexiko, bis hin zum absoluten Giganten, dem Blauwal.

Schon gewusst?

Auch Delfine sind Wale, rund 40 Arten gibt es. Sie leben als einzige Wale auch im Süßwasser einiger Flüsse.

Blauwal

Blauwal
© naturepl.com / David Fleetham / WWF

Brydewal

Brydewal
© naturepl.com / Doug Perrine / WWF

Pottwal

Pottwal
© WWF

Grönlandwal

Grönlandwal
© VDOS Global / WWF Kanada

Buckelwal

Buckelwal
© Erkki Siirilae / WWF

Großer Tümmler (Delfin)

Großer Tümmler (Delfin)
© Donné Beyer

Wal-Rekorde

Der Blauwal ist das größte Lebewesen der Erde. Das größte bisher gefundene Tier war über 35 Meter lang, das schwerste wog etwa 190 Tonnen. Das ist mehr als zwei moderne Lokomotiven zusammen!

Das Herz eines Blauwals ist so groß wie ein kleines Auto. Wenn er Luft holt, könntest du mit seinerm Atemzug glatt 2.000 Luftballons aufblasen.

Weil er so groß ist, vertilgt er jeden Tag bis zu 7.000 Kilogramm Krillkrebse. Das ist so viel wie etwa 70.000 Bananen!

 

 

Der Grönlandwal ist das langlebigste Säugetier der Welt. Er kann unglaubliche 200 Jahre alt werden.

Der Pottwal ist das größte Raubtier der Erde und der vermutlich beste Taucher unter den Meeressäugern. Er kann in Tiefen von bis zu 3.000 Metern hinabschwimmen. Hier findet er seine Leibspeise, den Riesenkalmar.

Der Buckelwal hat mit längsten Flipper (Flossen) aller Wale: Sie werden bis zu 5 Meter lang.

© naturepl.com / Todd Pusser / WWF

Der Grauwal hält unter allen Säugetieren den Langstreckenrekord. Jedes Jahr legt er auf seiner Reise vom Nordpolarmeer nach Mexiko bis zu 20.000 Kilometer zurück.

© Paul Nicklen / National Geographic Stock / WWF Kanada

Der Narwal besitzt den größten Zahn. Er kann bis zu 3 Meter lang und 10 Kilogramm schwer werden. Was der Narwal damit anstellt, darüber sind sich die Forscher allerdings uneinig.

Zähne oder Barten?

Zahnwale haben Zähne, mit denen sie ihre Beute, meist Krebse, Tintenfische und Fische, packen und fressen. Zu ihnen gehören zum Beispiel Pottwal, Belugawal (im Bild rechts) Schnabelwale, Delfine, Flussdelfine und Schweinswale. Es gibt mehr als 70 Arten von Zahnwalen.

 

© Andrey Nekrasov / WWF
© naturepl.com / David Fleetham / WWF

Bartenwale haben statt Zähne Hunderte einzelne, bis zu zwei Meter lange Barten, die wie deine Fingernägel aus Keratin bestehen. Zum Fressen öffnen sie einfach ihr Maul, lassen Wasser und Nahrung einströmen und drücken anschließend das Wasser zwischen den Barten wie durch ein Sieb wieder aus. Zurück im Maul bleiben Krillkrebse, Plankton und andere Kleinlebewesen. Es gibt rund 15 Arten, darunter Buckelwal, Finnwal und Blauwal.

 

Der Große Schwertwal

auch Orca genannt, ist der größte Delfin. Er kann fast 10 Meter lang werden.
© naturepl.com / Philip Stephen / WWF

Bauplan der Natur

Das Blasloch besitzt einen Schließmuskel, damit der Wal beim Tauchen kein Wasser in die Nase bekommt. Zahnwale wie der Orca oben haben ein Blasloch, Bartenwale zwei Blaslöcher.

Statt einer Ohrmuschel besitzen Wale winzige Löcher, die zum Innenohr führen.

Eine dicke Fettschicht, der Blubber, schützt vor Kälte und liefert Energie auf langen Reisen. Bei einigen Arten ist der Blubber bis zu 50 Zentimeter dick.

© Peter Chadwick / WWF
© naturepl.com / Mark Carwardine / WWF Canon

Die zwei Bauchflossen an der Unterseite des Walkörpers werden Flipper genannt.

Der stromlinienförmige Körper ermöglicht den Walen eine schnelle und wendige Fortbewegung im Wasser.

Die Rückenflosse, die Finne, hilft beim Steuern der Schwimmrichtung. Nicht alle Arten haben eine Rückenflosse.

Die Schwanzflosse, Fluke genannt, schlägt auf und ab, bringt den Wal im Wasser voran. Manchmal wird sie auch als Schlagwaffe gegen Feinde eingesetzt.

© James Frankham / WWF

So singen die Buckelwale

© WWF Kanada

Warum singen und rufen Wale?

Wale geben die unterschiedlichsten Geräusche von sich: laute Klick- und Knall-Geräusche, hohes Pfeifen und Quietschen, lange, wunderschöne Gesänge und Rufe, aber auch Töne, die wir Menschen gar nicht hören können. Das tun sie aus zwei Gründen:

1. Um sich zu verständigen: Wale nutzen Ozeane wie große Unterwasser-Sendenetze, bei denen jede Walart eine eigene Sprache
und einen eigenen Kanal nutzt. Im Ozean ist nämlich genauso viel Lärm wie in einer Bahnhofshalle!

2. Um sich zu orientieren: Zahnwale können im trüben Wasser nicht besonders gut sehen und nutzen deshalb Töne, um sich ein Bild ihrer Umgebung zu machen. An den unterschiedlichen Echos der Töne hören sie, ob sich vor ihnen zum Beispiel ein Felsen oder ein Fischschwarm befindet. Diese sogenannte Echoortung beherrschen auch Fledermäuse.

Schon gewusst?

Die Klickgeräusche des Pottwals klingen wie das Zuschlagen einer mächtigen Eisentür und sind lauter als ein vorbeifliegender Düsenjet.

So singen die Orcas

WWF Kanada + Natalie Bowes / WWF Kanada

Wale in Deutschland

Um Wale zu beobachten, musst du nicht weit reisen. Der Schweinswal ist auch in der Nord- und Ostsee zu Hause. Mit etwas Glück kannst du ihn besonders im Frühjahr und Sommer vor der Küste entdecken.

© Harald Benke / WWF

Die Rote Liste sagt: Viele Wal-Arten sind in ihrem Bestand bedroht. Warum?

Gefahren für Wale

Wale verfangen sich in großen Fischernetzen, können sich oft nicht mehr befreien und ertrinken. In einigen Gebieten finden sie nicht mehr genug Fische und Krebse, weil Menschen immer mehr die Meere leerfischen. Lärm in den Meeren von Bohrtürmen und großen Schiffen bringt Wale durcheinander. Manchmal stoßen sie deswegen mit Schiffen zusammen oder stranden. Auch Gifte und Abfälle wie Plastik schaden Walen.

© Morten Lindhard / WWF

Was der WWF tut

Der Walfang ist seit rund 30 Jahren in den meisten Ländern der Welt verboten. Weil der WWF und viele andere Naturschützer bei Politikern nicht locker ließen. Die Bestände vieler Walarten erholen sich seitdem wieder. Hierbei helfen Wal-Schutzgebiete, in denengroße und kleine Wale ungestört von Schiffsverkehr und Fischfang leben können.

Der WWF setzt sich auch gegen jeden weiteren Walfang ein, bekämpft die Verschmutzung der Meere und fördert die Erforschung
der Ozeanriesen. Denn je mehr wie über die Wale erfahren, desto besser können wir sie schützen.

Willst du mal die Welt wie ein Wal sehen?

© WWF Australien + John Dudeney / WWF Australien
Geheimagent Luchs