Gewinner und Verlierer 2021

Die schlechte Nachricht ist: Das Artensterben geht weiter. Doch es gibt auch Gutes aus dem vergangenen Jahr zu berichten: Einige Arten haben sich erholt, weil Naturschützerinnen und Naturschützer ihnen geholfen haben.

Auch im Jahr 2021 gab es leider viel mehr Verlierer als Gewinner. Auf der Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN stehen über 40.000 bedrohte Arten, das sind mehr als jemals zuvor. Doch auch 2021 gibt es Lichtblicke – und zwar dort, wo Menschen intensiv mit Natur- und Artenschutz den Tieren und Pflanzen helfen.

Einige Gewinner und Verlierer stellen wir dir hier vor:

Verlierer 2021

1 Waldelefanten

© Carlos Drews / WWF

2 Eisbären

© Richard Barrett / WWF UK

3 Laubfrösche

© Frank Gottwald

4 Graue Kraniche

© Ralph Frank / WWF

5 Wanderfische

© Eric Engbretson / WWF Kanada

6 Edle Steckmuschel

© Philipp Kanstinger / WWF

1 Afrikanische Waldelefanten: Sie leben in den Regenwäldern Zentral- und Westafrikas und sind etwas kleiner als die Savannenelefanten. In den letzten 31 Jahren verschwanden fast 9 von 10 Waldelefanten durch Waldrodungen und Wilderei! Afrikanische Waldelefanten pflanzen sich langsamer fort als andere Elefantenarten. Es dauert Jahrzehnte, bis sich ihre Bestände wieder erholen können.

2 Eisbären: Das arktische Eis schmilzt rasch durch die Erderhitzung. Damit verändert sich auch der Lebensraum der Eisbären – so schnell, dass ihnen kaum Zeit bleibt, sich anzupassen. Deshalb müssen wir mehr dafür tun, um die Erderhitzung abzubremsen.

3 Laubfrösche: Ihnen geht es immer schlechter, genauso wie anderen Fröschen und Kröten. Nach der aktuellen Roten Liste für Deutschland ist jede zweite Amphibienart bei uns in ihrem Bestand gefährdet. Neue Wohnsiedlungen und Industriegebiete nehmen ihnen das Zuhause. Straßen zerschneiden ihre Lebensräume. Und durch die Erderhitzung fallen so manche Tümpel und kleine Seen trocken.

4 Graue Kraniche: Durch die Erderhitzung fallen öfters ihre feuchten Lebensräume trocken. Und mit dem Insektensterben fehlt es ihnen an Nahrung zur Aufzucht ihrer Küken. 2021 wuchsen in den meisten Brutgebieten Deutschlands zu wenige Jungvögel heran, um ihren Bestand bei uns auf Dauer zu sichern.

 

5 Wanderfische: Fische wie der Stör (im Bild), der Lachs oder der Huchen, die von Natur aus durch Flüsse wandern, haben Probleme, wenn die Flüsse immer öfter durch Wasserkraftwerke gestaut sind. Auch verschmutztes Wasser und Überfischung setzen den Fischen zu. Viele Wanderfisch-Arten sind heute vom Aussterben bedroht.

6 Edle Steckmuschel: Die größte im Mittelmeer lebende Muschel kann 90 Zentimeter groß und bis zu 20 Jahre alt werden. In den vergangenen Jahren ist dieses Tier in manchen Mittelmeerregionen Spaniens, Italiens oder Frankreichs fast komplett verschwunden. Der Grund ist ein Parasit, der sich mit warmen Strömungen ausbreitet. Wegen der Erderhitzung könnte in Zukunft so ein Befall der Muscheln öfters vorkommen.

Gewinner 2021

1 Panzernashörner in Nepal

© Michel Gunther / WWF

2 Iberische Luchse

© Luis Suarez / WWF Spanien

3 Siam-Krokodile in Kambodscha

© Franko Petri / WWF

4 Blauwale im Südatlantik

© naturepl.com / David Fleetham / WWF

5 Großtrappen in Deutschland

© MikeLane45 / iStock / GettyImages

6 Bartgeier

© Martin Harvey / WWF

1 Panzernashörner in Nepal: Seit vielen Jahren arbeitet der WWF zusammen mit der Regierung in Nepal am Schutz von Panzernashörnern und deren Lebensraum. Mit Erfolg: Aktuell durchstreifen 752 Tiere die Grasländer Nepals – das sind etwa ein Sechstel mehr als bei der letzten Schätzung 2015.

2 Iberische Luchse: Sie leben in Spanien und Portugal und gehören zu den seltensten Katzen der Welt. Im Jahr 2002 gab es nur noch 94 Iberische Luchse in der Wildnis. Durch geglückte Naturschutzmaßnahmen haben sie sich deutlich vermehrt. 2020 waren es bereits 1.111 Tiere – mehr als zehnmal so viel wie noch 18 Jahre zuvor.

3 Siam-Krokodile in Kambodscha: Im September 2021 entdeckte ein Forscher-Team des WWF und des kambodschanischen Umweltministeriums acht Jungtiere des vom Aussterben bedrohten Siam-Krokodils. Sie leben in einem Schutzgebiet im Osten des Landes und sind der erste entdeckte Nachwuchs seit über zehn Jahren.

4 Blauwale im Südatlantik: In den Gewässern um die Antarktis hat ein Forscherteam 55 Blauwale gesichtet. Das lässt hoffen, dass die Tiere in ihre angestammten Fressgebiete zurückkehren und ihr Bestand wächst. In der Region wurden früher viele Wale gejagt, deshalb gibt es heute noch immer zu wenige Tiere, die man deshalb gut schützen muss.

5 Großtrappen in Deutschland: Diese Laufvögel können bis zu 1 Meter groß und 16 Kilogramm schwer werden. Bei uns waren sie fast ausgestorben, 1997 gab es gerade noch 57 Tiere. Im Jahr 2021 wurden 347 Tiere gezählt. Das sind so viele wie in den vergangenen 40 Jahren nicht. Die Gründe für den Erfolg: Schutz ihrer Lebensräume und ihrer Gelege sowie die Auswilderung in intakte Gebiete.

6 Bartgeier: In den Alpen gab es einen Zuwachs von 50 Junggeiern – darunter sechs Jungvögel, die ausgewildert wurden. Dort fliegen damit wieder mehr als 300 Bartgeier. Dank des internationalen Wiederansiedlungsprogramms, das vor über 30 Jahren startete.

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