Die Wege der Zugvögel Milliarden Vögel weltweit wandern jedes Jahr zu ganz bestimmten Zeiten an weit entfernte Orte. Das ist enorm anstrengend. Warum tun sie das und wie schaffen sie es überhaupt?

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Die Routen der Zugvögel

Auf der ganzen Welt gibt es über 10.000 Vogelarten. Der Großteil von ihnen gehört zu den Zugvögeln. Sie wechseln zweimal im Jahr ihre Heimat. Zugvögel auf der Nordhalbkugel ziehen im Herbst oder Winter in den wärmeren Süden. Im Frühjahr kehren sie in ihre Brutgebiete zurück.

 

Die Zugrouten

sind so verschieden wie die Vögel selbst. Einige Routen sind nur ein paar hundert Kilometer kurz, andere führen über ganze Gebirge, Kontinente und Ozeane.
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Warum ziehen Vögel?

Wenn der Winter naht, bereiten sich viele Vogelarten auf eine lange Reise vor. Bei uns in Deutschland gehören zum Beispiel Störche, Kraniche und viele Singvögel dazu. Der Grund für ihre Reise ist, dass die Vögel in Mitteleuropa im Winter nicht genug Nahrung finden.

Es gibt kaum noch Früchte. Würmer, Insekten oder Schnecken sind gut versteckt. Die Vögel machen sich deshalb auf den Weg in den wärmeren Süden, wo es genug für sie zu fressen gibt. Im Frühjahr kehren sie dann in unsere Region zurück. Hier brüten die Zugvögel und bekommen ihren Nachwuchs.

 

Wo geht’s lang?

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Woher wissen Vögel, wohin sie fliegen müssen? Sie orientieren sich am Tag an der Sonne und in der Nacht an den Sternen. Außerdem haben sie eine Art eingebauten Kompass, der ihnen sagt, wo es langgeht. Zugvögel orientieren sich auch an Merkmalen in der Landschaft: an Flussläufen, Gebirgen oder Küsten.

Sie wissen von klein auf, in welche Richtung und wie lange sie ungefähr fliegen müssen, um in ihr Winterquartier und wieder nach Hause zu kommen. Alte, erfahrene Vögel kennen die besten Rastplätze auf dem Weg. Oft finden sie im Brutgebiet auch jedes Jahr wieder das gleiche Revier.

Fliegen in Formation

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Manche Zugvögel reisen alleine, andere in Gruppen. Einige Arten fliegen sogar in einer bestimmten Gruppierung. Gänse- und Kranichgruppen sehen im Flug oft von unten aus wie ein großes „V“. Diese Formation ist sehr praktisch. Der vordere Vogel ist der Leitvogel. Durch seine Flügelschläge gibt er dem dahinter fliegenden Vogel Aufwind. So kommt der hintere Vogel leichter vorwärts.

An der Spitze des „V“s zu fliegen ist besonders anstrengend. Deswegen wird dieser Platz oft getauscht.

Energie tanken

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Auf ihren Reisen brauchen Zugvögel viel Kraft. Oft fliegen sie weite Strecken. Manche Vogelarten können sogar mehrere Tage und Nächte durchfliegen, ohne zwischendurch zu landen.

Aber irgendwann brauchen alle Zugvögel eine Pause. Dafür eignen sich am besten Gebiete, wo es für sie viel zu fressen gibt und sie ungestört pausieren können. An so einem Rastplatz kommen dann schon mal sehr viele Zugvögel zusammen.

Schon gewusst?

Weil Zugvögel eine Art Kalender im Kopf haben, machen sie sich jedes Jahr ungefähr zur selben Zeit auf den Rückweg in ihre Heimat. Werden sie auf ihrem Weg von schlechtem Wetter überrascht, legen sie längere Pausen ein und warten auf besseres Wetter.

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Welche Zugvögel gibt es überhaupt? Wir stellen dir ein paar der tollen Überflieger vor. Einige von ihnen hast du bestimmt schon mal gesehen.

Die Küstenseeschwalbe hält den Weltrekord im Weitfliegen

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Viele Küstenseeschwalben brüten entlang der mitteleuropäischen Küsten oder in der Arktis. Im Winter ziehen sie von dort bis in die Antarktis. Und wieder zurück! Eine starke Leistung für ein Tier, das gerade mal so viel wiegt wie eine Tafel Schokolade.
 

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Bei einigen Küstenseeschwalben, die in den Niederlanden brüten, wurde gemessen, dass sie innerhalb eines Jahres eine Strecke von bis zu 90.000 Kilometer fliegen. Das ist mehr als zweimal rund um die Erde! Dafür sind die Vögel auch rund 270 Tage im Jahr auf Reisen.

Pfuhlschnepfen halten den Rekord im Dauerfliegen. Auf dem Weg von ihrem Brutplatz in Alaska bis ins Winterquartier Neuseeland hat ein Tier 12.000 Kilometer in 224 Stunden zurückgelegt – ohne Unterbrechung! Die Strecke konnte ganz genau nachverfolgt werden, da die Schnepfe einen Satellitensender trug.

 

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Die Brutgebiete der in Amerika lebenden Walddrossel erstrecken sich von Südost-Kanada Richtung Süden bis in die zentralen und östlichen Staaten der USA. Naht der Winter, macht sich der kleine Singvogel auf in das Winterquartier in Zentralamerika. Länge der Route: bis zu 7.500 Kilometer.

Die Zugroute des Breitflügelbussards, ein amerikanischer Greifvogel, beginnt in Südost-Kanada und den östlichen Staaten der USA und endet in Florida oder Zentral- und Südamerika nach bis zu 8.000 Kilometern. Dabei zieht der Breitflügelbussard in großen Gruppen. Da er kaum Feinde hat, ist er bei Tag unterwegs.

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Die Brutgebiete des Alpenstrandläufers liegen in Sibirien und Nordskandinavien. Nachdem im Sommer die Jungen geschlüpft sind, machen sich die Vögel auf den Weg Richtung Süden in ihr Winterquartier an den Küsten von Großbritannien, Frankreich, Portugal und auch an das Wattenmeer der Nordseeküste. Dort verbringen sie mehrere Monate. Länge der Wanderroute: 3.000 bis 5.000 Kilometer.

Der Weißstorch

ist ein geschickter Segelflieger, der zum Zug warme Aufwinde nutzt. Und weil es warme Aufwinde nicht über dem Meer gibt, fliegen sie lieber über Land.
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Die deutschen Weißstörche ziehen im Herbst in ihr Winterquartier nach Afrika. Es gibt zwei verschiedene Routen: östlich und westlich um das Mittelmeer herum. Einige Störche fliegen bis zur südlichsten Spitze des Kontinents Afrika, nach Südafrika. Andere überwintern weiter im Norden Afrikas. Immer mehr Störche bleiben mittlerweile in Spanien und Portugal. Länge der Route: 5.000 bis 11.000 Kilometer.

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Der Kuckuck legt seine Eier in fremde Nester und lässt seinen Nachwuchs von Vögeln anderer Arten aufziehen. Der junge Kuckuck weiß auch ohne seine Eltern genau, wann er im Herbst seine Reise ins Winterquartier beginnen muss, welche Richtung die richtige ist und wie lange die Reise dauert. Dieses Wissen ist den Kuckucken, wie allen Zugvögeln, angeboren.

Mit einer Länge von 1,60 Metern und einer Flügelspannweite von 2,80 Metern ist der Rosapelikan ziemlich imposant. Er ist ein hervorragender Segelflieger. Sein Kopf und der große Schnabel ruhen beim Fliegen auf den Schultern. Um bei der Landung langsamer zu werden, spreizt er seine Zehen und bremst mit den Schwimmhäuten.

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Mit einem Gewicht von nur vier Gramm ist der Rubinkehlkolibri der kleinste Zugvogel der Welt. Trotz seiner Größe legt er seine Reise von Kanada nach Costa Rica ohne Unterbrechung zurück. Die rund 5.000 Kilometer schafft er ganz ohne Pause, weil seine Flugtechnik  besonders energiesparend ist.

Wird es den Streifengänsen in ihren Brutgebieten in Südostrussland, der Mongolei, Tibet, Zentralasien und China zu kalt, ziehen sie in den wärmeren Süden. Dabei überqueren sie den Himalaja – in bis zu 9.000 Meter Höhe. So weit oben ist viel weniger Sauerstoff in der Luft enthalten als auf 100 oder 200 Metern. Die Gänse schaffen die Überquerung trotzdem.

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Kraniche

kehren jetzt im Frühjahr aus dem Süden zurück, du kannst sie am Himmel laut rufen hören.
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Es gibt noch viel mehr Zugvögel, zum Beispiel diese hier. Kennst du sie?

Die Schwalben

Die Schwalben
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Die Nachtigall

Die Nachtigall
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Das Rotkehlchen

Das Rotkehlchen
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Der Star

Der Star
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Der Waldrapp

Der Waldrapp
© Waldrappteam LIFE Northern Bald Ibis

Zugvögel in Not

Nicht nur in ihren Brutgebieten, auch in ihren Winterquartieren und auf den Hin- und Rückreisen sind sie vielen Gefahren ausgesetzt.
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Zusammenstöße

Jahr für Jahr sterben weltweit viele Millionen Zugvögel durch den Zusammenstoß mit Stromleitungen, hohen Gebäuden und Fahrzeugen.
 

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Müllkippen

Viele Störche ziehen nicht mehr bis nach Afrika, sondern verbringen den Winter auf Müllhalden in Spanien. Dort gibt es viel zu fressen. Aber die Störche und andere Vögel können schnell erkranken und sterben, wenn sie etwas Falsches fressen oder sich mit Keimen anstecken.

 

Intensive Landwirtschaft

Auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen finden immer weniger Vögel Nahrung. Durch den Einsatz von Pestiziden und zu viel Düngemitteln mangelt es an Insekten und Wildkräutern. Und oft fehlen Grünstreifen, Hecken oder Bäume als Unterschlupf.

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Wilderei und Jagd

Viele Vögel kommen nie in ihren Winter- quartieren oder Brutgebieten an, weil sie unterwegs erschossen oder gefangen werden. An vielen Orten werden gezielt Vögel auf ihrer Zugroute gejagt – meist um sie zu essen. Oft werden Gesetze ignoriert und illegal auch seltene Arten gewildert.

Klimakrise

Durch die Erderwärmung schmilzt Eis an den Polen und der Meeresspiegel steigt an. In Zukunft könnten deshalb viele Wattflächen, Salzwiesen und sogar Teile ganzer Inseln dauerhaft überflutet werden. Anderswo trocknen durch extrem heiße Perioden Feuchtgebiete und Gewässer aus, die für Vögel wichtige Lebensräume, Rast- und Brutgebiete sind.

 

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Der WWF im Einsatz für die Zugvögel

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Wir schützen das Wattenmeer

Für rund 10 Millionen Wat- und Wasservögel wird das Wattenmeer zweimal im Jahr zum lebensnotwendigen Rastplatz. Auf ihrer Reise zwischen den Brutgebieten im Norden und den Winterquartieren im Süden machen Nonnen- und Ringelgänse (im Bild),

© Hans-Ulrich Rösner / WWF
© Hans-Ulrich Rösner / WWF

Alpenstrandläufer, Knutts, Austernfischer, Sanderlinge (im Bild) und viele andere Arten im Wattenmeer eine Pause. Hier können sie sich satt fressen und Energie für die weitere Reise tanken. Die ungestörte Rast im Wattenmeer ist für viele Zugvögel überlebenswichtig.

Unser Plan

Das Wattenmeer als Rast- und Nahrungsgebiet für die Vögel erhalten – dieses Ziel verfolgen wir seit vielen Jahrzehnten. Schon früh haben wir uns dafür eingesetzt, dass die deutschen Wattenmeergebiete in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg zu Nationalparks erklärt werden. Das geschah vor rund 35 Jahren. Seither wurden die Nationalparks vergrößert, Schutzmaßnahmen für Tiere und Pflanzen verbessert und der Natur immer mehr Freiraum gegeben.

Ein Paradies für Vögel

In ganz Europa leben nirgendwo so viele Wat- und Wasservögel wie im Wattenmeer.
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Für viele Vögel ist das Wattenmeer ein wahres Schlaraffenland. Im Watt wimmelt es nur so vor Leckerbissen. Bei Ebbe gibt es Würmer, Schnecken, Muscheln und Krebse zu finden. Wo auch bei Ebbe Wasser im Wattenmeer bleibt, können Vogelarten wie Kormorane und Eiderenten nach Fischen, Muscheln und Krebsen tauchen.

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Bei Hochwasser ruhen sich viele Vögel auf den Sandbänken, Salzwiesen und Inseln aus und warten dort auf die nächste Ebbe. Die Salzwiesen im Wattenmeer bilden den Übergang zwischen Land und Meer. Im Frühjahr brüten dort viele Vögel. Auch am Strand oder in den Dünen legen einige Vögel ihre Nester an.

Mehr über Vögel im Wattenmeer findest du hier. Wann welche Zugvögel im Wattenmeer kommen und gehen, erfährst du in unserem großen Zugvogelplan.

Der WWF hilft den Zugvögeln auch in anderen Projekten. Zum Beispiel hier:

Junge Waldrappe lernen das Wandern
Auch du kannst Zugvögel beobachten

Du willst noch mehr über Zugvögel erfahren?

Für WWF Junior Mitglieder ab 8 Jahren gibt es weitere spannende Infos im neuen WWF Junior Magazin 2/21. Zum Beispiel erzählt dir Hans-Ulrich vom WWF, wie er Zugvögel und ihren Lebensraum, das Wattenmeer, schützt.

Auf einer Weltkarte zeigen wir dir, welche enormen Strecken einige Zugvögel jedes Jahr zurücklegen.

Wir verraten dir auch, wo, wann und wie du Zugvögel am besten beobachten kannst. Mach gerne ein Foto von deiner Entdeckung und lade es mit einem kleinen Bericht von dir in unsere Bildergalerie.

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Das Magazin für Minis: Komm, wir folgen den Zugvögeln!

Wo kommen sie her? Und wo fliegen sie hin? Als WWF Junior Mitglied bis 7 Jahre kannst du in deinem WWF Junior Magazin Mini 2/21 mit den Zugvögeln auf spannende Entdeckungsreise gehen.

Begleite Henri und seine Oma auf einem Ausflug ins Wattenmeer. Verwandle dich in einen Kranich und spiele eine Runde "Flug ins Winterquartier".

Vielleicht bekommst du auch Lust, uns ein Bild zu malen mit lauter Zugvögeln am Himmel? Dein Bild kannst du dann in unserer Bildergalerie hochladen und anderen Kindern zeigen.

 

Spendenaktion Tiere
Wer zieht denn da?