Vogelfedern: Wunderschön und spannend! Hast du schon einmal eine schöne Vogelfeder gefunden? Im Spätsommer ist dazu eine besonders gute Gelegenheit, Denn dann beginnt bei vielen europäischen Vögeln die Mauser.

„Mausern“ bedeutet, dass der Vogel einige seiner Federn, welche bereits alt und abgenutzt sind, durch neue Federn ersetzt. Dafür stößt er die alte Feder ab und eine neue wächst an derselben Stelle nach. Wie oft, wann und wie viele Federn der Vogel verliert, hängt von der Art ab.

Manchmal werden Vögel aber auch von anderen gerupft – von Artgenossen im Streit oder durch Raubtiere, die sie fressen wollen.

Federn suchen

Federn kannst du überall finden, wo viele Vogelarten zu Hause sind: Zum Beispiel im Wald unter großen Bäumen oder in einem Stadtpark.

Das Tolle an Federn ist, dass du mit ihrer Hilfe Vogelarten entdecken kannst, von denen du noch nicht wusstest, dass sie bei euch in der Gegend leben. Ich habe zum Beispiel durch Federn herausgefunden, dass in einem Waldstück in Berlin Waldschnepfen leben. Gesehen habe ich einen dieser Vögel aber erst drei Jahre später!

© Fritz Poelking / WWF

Schon gewusst?

Die Feder im Bild oben stammt von einem Eichelhäher.

Wem hat die Feder mal gehört?

Um das herauszufinden, schaust du sie dir am besten einmal so genau an wie ein Kriminalkommissar das tun würde. Notiere dir, was dir auffällt. So kannst du die Feder mit Hilfe eines Buches oder einer Webseite im Internet bestimmen.

Los geht’s:

Größe
Zuerst kannst du nach der Größe der Feder schätzen, wie groß der Vogel in etwa ist. Klar ist: Große Federn stammen auch von großen Vögeln. Doch Achtung: Umgekehrt können kleine Federn auch von großen Vögeln stammen.

Farbe und Muster
Schau ganz genau, auch unter verschiedenem Licht: Schillert die Feder zum Beispiel wie die des Eichelhähers ganz oben im Bild? Oder hat sie einen feinen Farbrand?

Federkiel
Das ist der Stab in der Mitte der Feder. Welche Farbe hat der Kiel? Bei der Habichtsfeder (Bild rechts) verfärbt sich der Kiel mit der Färbung der Bänder (abwechselnd hell und dunkel).

Ist der Kiel dick oder eher dünn? Du musst dir vorstellen, dass die Spitze des Kiels in der Haut steckte. Das heißt: Selbst wenn die Feder klein ist, der Kiel aber dick, wird die Feder von einem größeren Vogel stammen.

© Stefanie Argow
© Stefanie Argow

Fühlen
Wie fühlt sich die Feder an? Ein wenig wie Samt oder Flaum? Oder ist sie ganz steif? Hast du das Geräusch einer startenden Taube im Ohr? Das „Flappflappflapp“? Das ist das laute Geräusch von steifen Federn.

Eulen hingegen, die lautlos durch die Nacht fliegen, um Beute zu suchen, haben eine Art Samtfilm auf ihren Federn, der sich seeehr weich anfühlt. Im Bild links siehst du eine Uhufeder.

Rand der Feder
Auch der macht Geräusche – oder keine: Eulenfedern wie im Bild links haben einen zackigen, fransig aussehenden Rand, wodurch sie kaum Fluggeräusche machen. Andere Vogelfedern haben einen geraden Rand, das macht sie lauter im Flug.

Form
Die Form der Feder kann dir verraten, wo sie einst steckte. Betrachte sie von der Seite: Ist die Feder gewölbt, stammt sie wahrscheinlich aus einem Flügel. Ist die Feder gerade, ist es eine Schwanzfeder.

Mancher Vögel haben unverwechselbare Federformen. Zum Beispiel der Kernbeißer: Während die meisten Federn rund oder spitz zulaufen, haben seine Federn eine Art Welle drin (Bild rechts).

© Stefanie Argow
© Stefanie Argow

Ölfilm
Falls du einen ölig-schimmernden Streifen auf der Rückseite der Feder entlang des Kiels entdeckst, dann handelt es sich um einen Wasservogel. Dieser Ölfilm schützt sein Gefieder davor, im Wasser nass zu werden. Das Öl lässt das Wasser abperlen.

So kannst du deine Feder bestimmen

Im Internet zum Beispiel auf vogelfedern.de. Wer es genauer wissen will, geht zu featherbase.info.

Oder mit einem Buch: Zum Beispiel: „Vogelfedern - Federn heimischer Arten nach Farben bestimmen“ von Einhard Bezzel, erschienen im blv-Verlag.

© Gauthier Saillard

Viel Spaß beim Bestimmen. Bei manchen Federn ist es nicht so einfach. Dann lohnt es sich, einen Experten zu befragen –  in einem Naturkundemuseum oder einer Vogelwarte. Einfach mal hingehen oder anrufen. Die freuen sich, wenn sie helfen können.

Stefanie Argow mit Begleiterin Emma

Dran denken:

Nach dem Federsammeln immer die Hände waschen!

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