Korallen retten - wie geht das? Korallenriffe sind besonders artenreiche Lebensräume. Doch viele leiden unter dem Klimawandel: Manche Korallen bleichen aus und sterben ab. Die gute Nachricht: Wir können abgestorbene Riffe wiederbeleben – mit jungen Korallen aus Korallen-Kindergärten!

© Fragments of Hope / WWF

Wie das funktioniert? Tauch einfach ab mit uns, wir zeigen es dir.

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Taucherbrille auf und ab geht es ins türkisblaue Meer: Was viele als Urlaubsspaß genießen, gehört für Nadia Bood vom WWF und ihre Kollegin zur täglichen Arbeit. Sie kümmern sich um Korallen im „Laughing Bird Caye-Nationalpark“.

Das Meeresschutzgebiet liegt in der Karibik, genauer: vor der Küste von Belize. Er gehört zum Mesoamerikanischen Riff. Das ist das zweitgrößte Riff der Welt und mehr als 1.000 Kilometer lang. Das ist noch viel länger als von Kiel nach München.

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Die beiden Wissenschaftlerinnen schauen sich unter Wasser an, wie gut ihre kleinen Korallensetzlinge am Riffboden schon festgewachsen sind und gedeihen. Die wenigen Zentimeter großen Korallentiere sollen helfen, das Riff wieder zu beleben.

Warum ist das so wichtig?

Immer mehr Korallen in den Weltmeeren bleichen aus. Was heißt das? Korallentiere leben mit winzig kleinen Algen zusammen, die ihnen ihre Farbe verleihen. Wird das Wasser durch den Klimawandel deutlich wärmer, stoßen manche Korallentiere die Algen ab, die Korallentiere bleichen aus und können absterben.

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Wärmer wird es durch immer mehr Treibhaus- gase wie Kohlendioxid, die wir in die Luft pusten. Das verhindert, dass die Sonnenwärme unsere Atmosphäre wieder verlassen kann. Ein Großteil dieser Wärme wird dann in den Ozeanen gespeichert.

Kohlendioxid macht auch die Meere saurer. Das schadet allen Lebewesen, die Kalkskelette haben. Denn saureres Wasser bremst die Kalkbildung und kann Kalkschalen auflösen. Schlecht zum Beispiel für Muscheln, Schnecken oder Krebse wie den Hummer.

Um die Riffe zu retten, müssen wir deshalb vor allem weniger Treibhausgase in die Luft blasen.

© Antonio Busiello / WWF
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Wir können den Korallenriffen auch ganz direkt helfen: Gemeinsam mit der Organisation „Fragments of Hope“ (auf Deutsch: Stückchen der Hoffnung)  machen wir vom WWF vor Belize aus zerstörten Riffen wieder lebendige Riffe.

Dazu haben wir um den Laughing Bird Caye-Nationalpark herum elf „Korallen-Kindergärten“ angelegt. Jeder ist etwa 15 Meter lang und 10 Meter breit.
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Dort ziehen wir ganz besonders robuste Arten von Korallentieren heran – vor allem  Elchgeweihkorallen (kleines Bild), Hirschgeweihkorallen (großes Bild), Sternkorallen und Hirnkorallen. Sie alle leben von Natur aus im karibischen Meer und kommen mit dem erwärmten Meerwasser besser zurecht als andere Arten.

© Fragments of Hope / WWF
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Die passenden Korallenableger für die Nachzucht finden unsere tauchenden Kolleginnen zum Beispiel nach Stürmen im Meer – auf abgerissenen Riffstückchen.

Die Sprösslinge werden dann an Leinen unter Wasser angeknotet wie im großen Bild oben oder auf Tischen angebracht, wo sie auf kleinen Tellern festwachsen.

In allen elf Korallen-Kindergärten werden auf diese Weise jedes Jahr tausende junger Korallen herangezogen.
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Je nach Art dauert es Wochen oder einige Monate, bis sie groß genug sind (zwischen 8 und 15 Zentimeter), dass sie in beschädigten Bereichen des Riffs ausgesetzt werden können. Dort werden sie dann mit einem speziellem Beton befestigt.

© Fragments of Hope / WWF
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Dabei helfen uns Freiwillige aus der lokalen Bevölkerung. die dafür geschult werden. Auf diese Weise wurden bereits 32 Gebiete mit einer Gesamtfläche von drei Hektar wieder mit Korallen besiedelt – das ist eine Fläche größer als vier Fußballfelder!

Schon gewusst?

Möglich ist das, weil Korallen sich auf zwei Wege vermehren können: Einmal durch Paarung wie alle Tiere. Und außerdem durch Ableger, ganz ähnlich wie eine Pflanze.

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Das Korallenriff wird wieder lebendig

Das Neusetzen von Korallen macht der WWF mit seinen Partnern schon seit zehn Jahren. Jetzt wissen wir: Die Methode funktioniert! Die Korallen-Kindergärten blühen und gedeihen. Und die neu bepflanzten Riffe haben wieder viel mehr lebendige Korallen.

Und wo es mehr lebendige Korallen gibt, leben auch wieder mehr Krabben, Muscheln, Fische und andere Tiere. So hilft der WWF den Korallenriffen beim Überleben.

Nadia vom WWF zeigt uns beim Tauchen, wie schön und vielfälltig ein gesundes Riff ist.

Hirnkoralle

Hirnkoralle
© Antonio Busiello / WWF

Schnapperfische

Schnapperfische
© Antonio Busiello / WWF

Meeresschildkröte

Meeresschildkröte
© Antonio Busiello / WWF

Und viele weitere Korallenarten

Und viele weitere Korallenarten
© Antonio Busiello / WWF

Gesunde Riffe helfen auch den Menschen, die an der Küste leben. Denn Korallenriffe schützen die Küste bei schweren Stürmen, indem sie die Wellen brechen und kleiner machen.

Auch in anderen Weltregionen macht sich der WWF für den Schutz von Korallen stark.

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Außerdem setzt sich der WWF dafür ein, dass es höchstens 1,5 Grad wärmer wird. Dafür müssen Politikerinnen und Politiker in aller Welt viel mehr tun als bisher. Der WWF macht Druck und hilft ihnen, schneller die passenden Entscheidungen zu treffen, damit endlich weniger Treibhausgase in die Luft geblasen werden.

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